„Kinder“, sage ich. „Gürtelrose“ verstehen sie. „Kinder“, sage ich „Weltuntergang plus Fußpilz“verstehen sie.
Meine Kommilitoninnen und Kommilitonen mit dem 1,3 Notendurchschnitt, dem gradlinigen und engagierten Lebenslauf, dem journalistischen Nebenjob, dem Theaterabo, dem Begabtenstipendium, dem Coktailglas, der Altbaustudentenwohnung, der Minihandtasche und dem Pullover mit Rautenmuster. Nein, ich bin NICHT Eva Hermann aber leider hatte ich eine glückliche Kindheit. Verzeihung.
Anja Maier warnt in der TAZ vor Müttern, die Schlagzeug spielende „Hochdruckkinder“ produzieren und „alles dafür tun, dass das Leben ihres Kindes gelingen möge (….) aber was ist mit ihrem Leben? Was mit Arbeit, eigenen Freunden, erwachsenen Interessen, der Beziehung? Warum sind Eltern bereit, für ihre Nachkommenschaft alle eigenen Träume fahren zu lassen?“
Hat man nicht die Gelassenheit andere Menschen neben sich leben zu lassen und sie dabei zu fördern, ohne dass man etwas dabei verliert? Warum muss es ein Sich-aufgeben sein, kann es nicht eher bereichern? Fühlst du dich gegängelt durch deinen Job, durch die Anfangszeiten deiner Tanzstunde, das mittags auftretende Hungergefühl, das Bedürfnis zu schlafen, den 19.00-Termin mit deiner Freundin, die Anfangszeiten von Kinofilmen, die Notwendigkeit des Auto-Tank-Auffüllens, das Wetter, die Abfolge von Kochrezepten, die einsetzende Kälte im Winter, die Entfernung zwischen zwei Punkten auf der Landkarte…? Das alles nimmt man wahrscheinlich einfach so von morgens bis abends immer und immer wieder hin. Aber die Existenz eines kleinen Lebewesens das du liebst gängelt dich enorm?
„Die Blagen…“, „wie son Kind halt ist..“, „glaubt der Zwerg doch wirklich…“, „ach du je, mit der Ulligen…na das wird ja…“ so was hör ich ständig. Ist ja nur ein Kind? Oder vielleicht die Angst vor der Größe des Kindes? Eventuell aber auch Respektlosigkeit und die Nichtanerkennung eines Menschen in seiner jeweiligen Lebenssituation. Möglicherweise auch die Unkenntnis darüber, dass man in bestimmten Entwicklungsphasen unterschiedliche Hilfen braucht.
Jetzt noch mal was Anderes:
Amazon hat 157 420 Ratgeber im Programm. Heute in Deutschland geborene Mädchen haben eine Lebenserwartung von 92,7 Jahren, bei den Jungen sind es 87,6 Jahre. Einem solchen wäre es möglich, wenn er jeden Tag einen der Ratgeber liest, bis zu seinem Tod davon ca. 31 755 gelesen(oder vorgelesen bekommen) zu haben.
Nun treffe ich also auf den äußerst belesenen Ratgeber-Menschen. Ist da etwas? Hinter all dem aufgesetzten Gelaber, dem großkotzigen Gehabe, all dem Psycho-Coaching, den antrainierten Wahrnehmungs- und Verhaltensmustern, den wohlgewählten Worten, der gewollt suggerierten Unverschämtheit und dem demonstrativen Egoismus? Da MUSS doch etwas sein…Manchmal kann man es doch ganz deutlich fühlen, ganz selten sogar sehn…Und wenn da etwas ist, warum ist es dann da ganz unten, unter dem ganzen Mist in einer scheiß Schatulle vergraben und warum können verdammt noch mal der Regen und das Wasser anstatt Gronau zu überschwemmen nicht lieber all den Dreck, die Erde und das Geröll wegwischen, damit mal einer die verdammte Schatulle öffnet? Ich helf sogar beim Ausgraben…
Ich empfehle euch „Oceana“ von Til Brönner und „Attica Blues“ von Archie Shepp. Wenn ihr wollt bei selbstgebackenen Waffeln und einem heißen Chaitea –Latte mit viel Schaum. Und dieses Mal auch einen Film: „Remember Me“, schließlich schreiben Autoren auch Drehbücher.
Manche Menschen denken bevor sie sprechen. Andere eben nicht, so scheint es mir.
Sollte biologisch bewiesen sein, dass dies nicht möglich ist und immer ein Gedanke vor der Lautbildung da war, fände ich das nur umso schlimmer.
Mantel und Degen Geschichten haben uns gelehrt, dass man, wenn das Schwert im Bauch steckt, es nicht rausziehen soll. Einmal geworfen, klammert sich der Widerhaken des Speers schmerzhaft im Fleisch fest. Hier werden sogar mit chirurgischer Sauberkeit nach der Entfernung Narben zurück bleiben. Steckt der Dartpfeil erst mal im Auge, sieht alles auf der Seite nicht mehr so schön aus wie vorher. Man kann eine Atombombe nicht mehr zurück nehmen – Einsicht zeigen im Nachhinein ist zwar möglich, aber die verseuchten Waldpilze werden noch Jahre später strahlen.
Genauso ist es mit gesprochenen Worten. Manche sagen aber auch einfach gar nichts. Damit man sie nicht erkennt. Das ist dann besonders einfach.
Anderes Thema: Ich saß kürzlich in einer bekannten Pferdeshow. Höhepunkt: Die Trickreiter. Während einer der Trickreiter sich todesmutig mit dem Körper vom Pferd hängen lässt und dabei im Kreis galoppiert, eine brennende Fackel tragend, geschieht plötzlich ein Unglück: Sein Pferd gerät ein wenig aus der Bahn und der Kopf des Reiters knallt vor einen Bühnenstrahler, dieser wird aus der Verankerung gerissen und schlittert splitternd in Richtung Publikum. Den wenigsten fällt es auf, dem kleinen Mädchen neben mir schon. „OH Gott, Mama, guck mal!“, brüllt es. Mama beruhigt das Kind „Ist nicht schlimm, Süße! Das zahlt die Versicherung.“ Schön, diese Pferdeshows.
„Guten Tag, mein Name ist Leonie, Analyseobjekt Nummer eins - Ach sie sind auch Psychologe? - Nein, sind sie gar nicht - wären sie aber gerne? - Na, fein!“ Wissen Sie, eigentlich ist das kein Ausdruck meines Seelenzustandes, dass ich ein bordeauxfarbenes Kleid trage, ich hab das selbe auch noch mal in gelb, aber die gelben Schuhe sind grad beim Schuster…ich trag den Ohrring rechts weil links die Haare übers Ohr fallen, das ist kein politisches Statement…Ach Schnürschuhe stehen für Bodenständigkeit? Wahnsinn!
Was kann ich euch heute empfehlen: Den Bildband „Zauber der Freiheit“ von Arndis Halla. Gibt’s bis jetzt erst in Island. Ich höre gerade „Somebody To Love“ von Justin Bieber feat. Usher. Das ist so gut, da hört man gar nicht, dass es Justin Bieber ist. Eigentlich interessiert mich gerade besonders der „Marco Polo Reiseführer, San Francisco“, die „Glen Rock, NJ.“ Homepage und die Straßenkarte „UTAH“. Schaut euch den Film „Mademoiselle Chambon“ an.
Wikipedia spuckt mir das „Gegenstück einer Schraube“ aus. Ann-Sophie Mutter hat nicht nur schöne Kleider. Falco sang „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da.“ Ordensschwestern sind sie nun nicht wirklich alle und in AMORbach steht das Museum „Mutter“ für moderne Kunst. Interessant ist auch die Parallele zwischen Mutterkuchen und der Bezeichnung für ein umgekipptes Stück Torte: Böse Schwiegermutter. Das Gegenstück der Schwiegermutter ist die Schwiegertochter. Auch das war ich schon.
Wie Muffins und Mütter zusammen gehören? Die Mutter ist quasi das Muffinpapier, das Förmchen in dem der Teig gebacken wird. Andere Menschen mögen die bunte, ansprechende, hübsch anzuschauende, unkomplizierte Einmalpapierform bevorzugen, die man für gewöhnlich nach dem Muffinverzehr wegschmeißt (außer man isst sie versehentlich mit, ist mir in Covent Garden auch schon passiert)
Für meine Muffins bevorzuge ich allerdings die hitzebeständige Silikonbackform. (http://www.amazon.de/gp/product/images/B0000AQXPH/ref=dp_image_z_0?ie=UTF8&n=3167641&s=kitchen) Die ist wiederverwendbar, hält ein Leben lang, man schmeißt die nicht einfach weg. Sie ist aber natürlich unpraktischer und bei weitem anstrengender in der Nutzung. Man muss die Muffins rauslösen, man muss sie vor dem Backen einfetten, man braucht eine Schublade um sie zu verstauen, man muss sie putzen…
ABER: der Muffin ist nach dem Herauslösen freischwebend, papierfrei, ein alleinstehender Muffin sozusagen. Trotzdem: Ein Silikonmuffin kommt selten allein.
„Zwei Mütter wären ideal“ titelt der STERN am 26. Januar. Warum dann scheint die Mutter heutzutage zum Beziehungskiller und Komplexauslöser avanciert zu sein? Zumindest scheint es doch so, wenn man die Liste der im Buchhandel erschienenen Ratgeberlektüre zum Thema Mutter überblättert. Ruth Gall wirbt im Internet mit der Selbsthilfe Initiative für Schwiegertöchter in der sie schon „über 90 000“ Menschen zum Thema „Problemfall Schwiegermutter“ beraten habe.
Gilt es also nun, die Schwiegermutter auf die eigene Seite zu ziehen, durch geschicktes schmeichelndes, geheucheltes oder vielleicht sogar echtes Verständnis und ein paar gute Ratgeber im Schrank? Oder soll man sie, wenn es sich andeutet, dass die Chancen schlecht stehen, von ihr angenommen zu werden, nicht vielleicht doch lieber gleich ganz ausschalten? (Zum Thema Schwiegermutter vergiften, findet sich unter google ein reiches Angebot…)
Ich mag Schwiegermütter. Ob als Torte oder in echt. Egal wie sie schmecken, ob sie nicht aufgehen, oder zu lange im Backofen waren, salzig oder süß, herb oder fruchtig – sie sind nicht nur nötig.
Ein Kollege aus der Musicalbranche hat mir dieses Buch empfohlen: „ASSHOLE! Wie ich lernte ein Schwein zu sein und dabei reich und glücklich wurde!“ Eigentlich sollte ich ja „Die Schrecklichsten Mütter der Welt“ von Sabine Ludwig empfehlen…aber ich schätze ich rate euch zu:„Provozieren erwünscht, aber bitte mit Feingefühl“ von Frank Wartenweiler.
Hört rein bei „Joaf“ – macht leicht depressiv. Im Anschluss dann: RADIO PALOMA reinhören, wirkt neutralisierend.
Vielleicht wollt ihr „MOTHER“gucken? Den südkoreanischen Film. Aber Vorsicht…
Das Moers Festival (ehemals „Jazz Festival“) ist da und bringt gemeinsam mit der Vorsommersonne auch den Clash of Culture in meine Heimatstadt. Heute ist Südostwind, ich höre die Kirchenglocken und von ganz weit her ein monotones Trommeln. Es riecht ein wenig süßlich und nach Wasser. Jazzfestivalbesucher haben gestern wohl nicht „Sex and the City“ geguckt, sie hatten das live…
Ich gucke auf Weinlaub, Bougainvillea- und Jasminblüten und esse Melonen. Ich fühle mich nicht wie in Griechenland.
Die TAZ schreibt ein paar nette Dinge über Lena Meyer- Landrut. Fällt das nicht nach GEMA – Regeln unter „aufgedrängte Musik“? Und die Financial Times Deutschland berichtet über steigende Immobilienpreise trotz Finanzkrise. Ich denke übers Wohnen nach. Übers Verankern, Umziehen, Aussuchen, Einquartieren, Lebensqualität, Wohnorte, Einrichten, Hinwollen, Bleibenwollen, rastlos oder angekommen sein.
Man(n) will also weg aus dem „Kaff“. 110 00 Einwohner, Theater, Kino, Cafes, Einkaufsmeilen, Festivals, Parks, Schloss, See, Schwimmbäder, Tanzschulen, Einrichtungen, Stadtfeste, Clubs, Bars, Natur, Discotheken, Zentralbibliothek, Bahnhof, Schulen, Konzerthallen reichen nicht mehr aus. Es muss jetzt der Metropolen-Loft sein. Aber nicht Metropole-Ruhr. Fernsehgerecht zubereitet. Maklersendungen sind doch völlig real, oder? Wie war das mit dem Abspann? „Die gezeigten Personen und Handlungen sind frei erfunden oder nachgestellt“…aber wer guckt schon den Abspann?
Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass er steht auf dünnem Eis…
Und jetzt raus mit euch in die echte Welt!
Dabei hören kann man „Quiet Songs“ vom Aisha Duo oder den Soundtrack von „Palermo Shooting“. Meine eigene Musik empfehle ich euch lieber nicht!
Dabei lesen kann man „Der Tänzer“ von Colum McCann oder „Iskender“ vom Wuppertaler Kollegen Hermann Schulz.
Steigende Immobilienpreise TROTZ Finanzkrise? - Mir scheint, hier wäre ein kleiner Nachhilfekurs in Wirtschaftskunde angebracht: wenn Währungen(oder geldwerte Papiere)entwertet werden, setzt üblicherweise ein Run auf Immobilien ein: denn ein Haus behält seinen Wert (wenigstens längere Zeit). - Und das mit der "aufgedrängten Musik" verstehe ich auch nicht ganz. - Nix für ungut, Gruß, Horst.
Frohes Fremdeln? (Mai)
Wiedergekommen aus der Fremde und der vertrauten Fremde. Dresden, Bautzen, Berlin, Hamburg, London, Ruhrgebiet und weitere Zwischenstationen.
Habe gefremdelt. Ist der RückWEG jetzt das ZIEL? Muss man fortgehen, um wiederkommen zu wollen? Oder was wenn man gar nicht weg will, aber man weggewollt wird und am Ende denkt man nur, man wollte weg, um nicht mit dem Gefühl leben zu müssen gegen seine Überzeugung gehandelt zu haben?
Vielleicht ist der Weg auch eine Einbahnstraße, oder ein Etappenlauf? Ist es woanders wirklich so anders? Das Gedrängele nach draußen. Eindrücke sammeln, in eine große Tüte stecken und Zuhause aufessen, nicht nur mitbringen.
„Die Fremde lässt jeden Traum sterben, bis man frei ist, ihn zu leben“, heißt es in „Jakobs Weg“ (Dirk Brall). Macht denkmutig, träumlustig, fragetüchtig und wundersüchtig. Reinlesen, durchlesen! Oder taucht kurz in Feridun Zaimoglus Kurzgeschichten ein( „12 Gramm Glück“) .
Wer abstruses Schmunzeln mag, sollte sich unbedingt mit Paul Jennings beschäftigen. Alle seine Kurzgeschichtenbände schießen den Vogel ab!
Hören? „The Yellow Room“ von „A Minor Bird“ oder auch “Joyland” von “Andy McKee”.
Heutzutage belügt man. Heutzutage betrügt man. Man ist dann „strategisch klug“, man ist dann „pragmatisch“ oder „überlegt“ man „wägt ab“, man „kämpft“, weil man ja „weiter kommen“ will, weil es „eben so läuft“. Und wo läuft der Hase?
In DEM GESCHÄFT – klar – aber auch in DIESER BEZIEHUNG und unter DIESEN UMSTÄNDEN und natürlich in DIESER SITUATION.
Und wer da nicht mitmacht ist schließlich dumm, oder? Schließlich kommen wir doch aus dem gleichen Stall, oder? Sind aus dem selben Holz? Noch vom alten Schlag? Und deshalb hält man zusammen, oder kann einfach nicht anders? Hat einfach keine „andere Wahl“? Es ist doch eigentlich alles anders als man denkt…Vielleicht irre ich mich?
Es gibt allerdings auch ein ganz anderes Menschenbild, das diesen provokanten Sätzen ins Gesicht schlägt. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Und vielleicht steckt hinter all dem ja auch ein tieferer Sinn. Schließlich habe ich in den vergangenen Wochen mindestens fünf großartige Menschen kennen gelernt, die ein Lachen mit mir teilen wollten. Und die Geschichte vom Hasen und dem Igel mochte ich noch nie…J
Was in Büchern steht, kann Kunst sein. Jacqueline Rush Lee dagegen macht Kunst aus Büchern. Märchenhaft, bizarre Schönheiten aus einst bedrucktem Papier entwirft diese außergewöhnliche Künstlerin. Lust? (http://www.jacquelinerushlee.com)
Ein Buch, das noch in seiner Ursprungsform anschauenswert ist: „Lucky Man“ von Michael J. Fox. Ja – eine Filmstarautobiographie, Nein – kein Hochglanzschund! (Frage an die Übersetzer: Warum übersetzt man den englischen Buchtitel „Comeback“ im Deutschen mit „Lucky Man“???!!! Frag ich mich als Frau…) Nichtsdestotrotz ein begeisternd ehrliches Buch, was nicht nur literarisch überzeugt, sondern auch auf die Parkinsonforschung aufmerksam macht und sich behutsam aber authentisch mit dem Verlauf der Krankheit und ihrer Auswirkung auf das alltägliche Leben beschäftigt – ohne in Gefühlsdudelei zu versinken.
Jaja, die Geschichte vom Hasen und dem Igel: der nämlich weiß, wo (oder wie) der Hase läuft: nämlich bis zur letalen Erschöpfung auf der Strecke, die eigentlich eine Wettrennstrecke sein sollte. Aber der Igel und seine Frau sind immer schon da - wie die raffinierten Börsianer, die die vergifteten Papiere den dummen Hasen angedreht haben, die ewig hinter den manipulierten Kursen her hetzen...
Herzlich, Horst.
Alexandra Kraus 27.3.2010 12:25:40
Liebe Leonie,
es gibt soviele Menschen, die sich über strategisch klug, pragmatisch, überlegt definieren und sich dann auch noch Powermann oder -frau nennen. Schade, schade...
Jeder hat eine Wahl und ich bin glücklich, für mich eine tolle getroffen zu haben, die mein ganzes Leben verändert hat. Ich bin Alexandra, mit Ecken und Kanten und teile immer wieder gerne ein Lachen mit Dir und vielen anderen Menschen, die das Leben im hier und jetzt leben.
Fühl Dich umarmt
Alexandra
Uta Wegner 18.3.2010 18:24:10
Liebe Leonie,
wieder einmal bin ich über Deinen Blog gestolpert, hab ihn gelesen, bin weiter gesurft, habe eingekauft, Wäsche gewaschen...und irgendwann habe ich festgestellt, dass meine Gedanken immer wieder zu Deinen Worten zurückkehrten. Nicht jede strategisch kluge Handlung ist eine Lüge oder ein Betrug. Aber sie ist natürlich eine Manipulation. Zur Erklärung der Vergangenheit ist sie meistens der peinliche Versuch, eine Lüge zu rechtfertigen. Wer behauptet keine Wahl zu haben, hat in der Regel keinen Mut.
So könnte ich jetzt noch weiter und weiter machen. ;)
Danke für den Hinweis auf die Buchskulpturen...wirklich wunderschön.
Lass Dir Zeit mit dem nächsten Blog, noch bin ich mit diesem beschäftigt. ;)
"Thumbs up"
Uta
Tim Günnemann 18.3.2010 13:07:54
Hallo Leonie! :)
Ich bin gerade hier im Blog unterwegs und möchte die Gelegenheit nutzen, Dir ein Kompliment für Dein Engagement und die wirklich tollen Arbeiten auszusprechen.
Du bist eine sehr kreative Künstlerin mit viel Talent! Ob "Leopardenlook", "essbare Bücher" oder ein wenig "Hocus Pocus"... Dein Blog ist wirklich sehenswert! Ich werde Dein Bog ab sofort regelmäßig besuchen. Leonie, weiter so! ;)
Liebe Grüße, Tim
Leopardenlook und essbare Bücher (März)
Auf der Verleihung der Goldenen Kamera 2010 beendet Schauspieler Matthias Schweighöfer seine Gewinnerrede mit „Kinder sind das Wichtigste und das einzige, was wirklich zählt“. (Hätte er nicht allein schon dafür einen Preis verdient???) Literaturnobelpreisträgerin Pearl S. Buck sagt „Kinder, die man nicht liebt, werden Erwachsene, die nicht lieben“.
Um die Ecke ist ein Nagelstudio pleite gegangen – jetzt verkaufen sie dort „Kinder“-Mode. Im Schaufenster hängen karierte Miniröcke mit integriertem Strasssteingürtel, die passenden Overknees-Strümpfe und Stiefel stehen direkt daneben. Wenn man das Leopardenlook-Tanktop nicht mit dem Rock kombinieren möchte gibt es etwas weiter hinten im Laden Hotpants (Jeans oder Satin mit einem Totenkopf aus Glitzersteinen auf der rechten Potasche).
Am Valentinstag hat Celebrity- Youngstar Noah Cyrus (9 Jahre, Schwester von Disney-Star Miley Cyrus) ihre eigene Modelinie vorgestellt. Busenfreundin Emily Grace ist bereits für Kreationen wie diese bekannt:
Der neue Trend also: Kinder, die wie kleine Erwachsene aussehen. Erschreckend, finde ich. Oder was meint ihr?
Der Kindle…Ist der Kindle der Gameboy für diejenigen, die schon alle Nintendo64 Spiele haben? Verzweifelte Mutter sucht passendes Geschenk für lesefaules Kind? Oder ist es jetzt einfach cool, einen Kindle unter Arm zu tragen und sich „Zweiohrküken“ mit den Originalstimmen vorlesen zu lassen. Also das neue Status-Symbol für hippe Geschäftsmänner? Während der Herr mit Nadelstreifenjacket und Turnschuhen auf dem iPhone die Börsenkurse abfragt und einen Starbucks Chai-Tea-Latte nippt, kann er parallel „Das Kapital“ von Karl Marx auf dem Kindle verfolgen? Wann wird man eigentlich die ersten Spiele runterladen können? Gibt es jetzt bald Apps für den kindle? (Das Iphone einer Freundin sagt beispielsweise „Its Britney Bitch!“ wenn man es schüttelt...zitiert der Kindle bald Bestseller und große Literatur wenn er runterfällt???)
Ich bin dafür, eine Duftdüse an dem Ding anzubringen, damit es nach Buch riecht….was meint ihr?
Weitaus interessanter finde ich da schon eine andere Sache. Am 1. April findet nämlich jedes Jahr das Festival der essbaren Bücher statt. Klickt mal rein unter:
Lest „Baal“ von Bertold Brecht. „Das Leben des Galilei“ ist schön, ästhetisch, recht harmlos. „Baal“ ist echter. Außerdem empfehle ich „Vorstadtkrokodile“ von Max von der Grün. Er war ein großartiger Mensch und ein sehr guter Freund…
Zwar wollte ich ja über Flüssigkeitsverlust in Bibliotheken schreiben, über das Schweigen im Bücherwald und die Unterzuckerungsmisere beim Rechercheblättern. Alles Freiheitsberaubung beim Versuch der Wissenserweiterung – könnte man so sehen.
Das habe ich aber wegen „Null Bock“ auf Stress fallen gelassen…
Dann gäbe es also 5te-Jahreszeit-gemäß noch ganz aktuell die Hoppeditz-Humoreske mit Menschen die sich zu Affen machen, was eindeutig auf die enge Verwandtschaft hin deutet. Ich muss schon sagen, die Versuchung war groß, denn der Reiz ist groß und die Versuchung auszuflippen, anders zu sein, im Rausch zu versinken beschäftigt die Menschen schon seit Tausenden von Jahren. Wer wäre nicht gerne einmal Pirat, Maus oder Ritter? Habt ihr dazu noch Fragen?
Heute ist Weiberfastnacht. Ich weigere mich Krawatten abzuschneiden. Machtgewinnungsmaßnahme die materiellen sowie Ehrenverlust nach sich zieht. Wenn man es so überlegt trifft man damit wirklich die empfindlichsten Punkte eines Mannes, oder?
Ach, und da gibt es da ja gerade noch diesen Sturm im Wasserglas…wie bekenne ich mich zum Abschreiben (Plagiat) und was schriebe ich am liebsten ab? Wie nutzt man negative Werbung für sein Problem und wie kommt man als großer Verlag in die Medien?
Inspiration bringt mir das Album „Beloved Enemy“ von „Jesus on Extasy“. Vielleicht euch auch?
Musik ist für mich momentan auch das gesprochene Wort von Matthias Schweighöfer in „Die Lewins“. Bittersüßes Grauen. Das ist ein Hass-oder-Liebe-Roman. Da gibt es kein Zwischending. Mein Ipod gehört diesem Hörbuch.
Außerdem lege ich euch „Whisper“ von Isabel Abedi ans Herz. Massentauglicher als die Lewins. Nicht nur die Frau (Abedi) ist genial, auch das Buch!
Schreibblockaden find ich manchmal gar nicht übel. Denn erstens besteht keinerlei Grund, ununterbrochen zu produzieren um des Produzierens willen. Und zweitens haben Schreibblockaden manchmal den überaus erfreulichen Effekt, Dinge zu stauen, die dann, irgendwann, man weiß nicht wann, mit vielfacher Wucht durchbrechen.
Übrigens. Auf deine Empfehlung hin habe ich mir jetzt nach den Petersburger Erzählungen auch mal die Toten Seelen vorgenommen. Und es ist wunderbar!
Horst Landau 21.1.2010 19:33:10
Liebe Leonie! Kleiner Hinweis zum Video: die Lichtquelle ist ungünstig: vielleicht sollte beim nächsten Mal der kleine Scheinwerfer etwas weiter weg plaziert und dann zunächst auf einen Schirm (oder ein Bettuch) gerichtet werden, das dann Dich ausleuchtet.
Herzliche Grüße, Horst.
Dietmar Damwerth 6.1.2010 14:30:23
Moin Leonie,
Super, Dein Video-Blog! Zum Thema Schreibblockaden gibts ja bald ein Seminar vom VS-NRW. Näheres dann auch auf der Homepage. Wenn bei mir die Tastatur klemmt und ich einen Schreib-"Hänger" habe mach ich meist einen langen Spaziergang. Entweder am Strand entlang (wenn ich auf Langeoog bin), da fallen mir dann genug Sachen ein, oder in Münster rund um den Aasee oder durch den Schloßgarten. Danach flutscht es dann wieder und auch die alltäglichen Schreibarbeiten (Briefe, Mails, Protokolle, VS.Schreiben etc.) gehen wieder leichter von der Hand.
Viele Grüße
Dietmar Damwerth
Janina 4.1.2010 20:09:36
Hi Leonie!
Ich finde dein Blg
über die schreibblockade sehr spannend, denn es kann vielen junge Menschen helfen, damit zurecht zu kommen. Ich hatte schon sehr oft eine schreibblockade, bin aber auch immer damit zurecht gekommen. Indem ich ein paar Minuten das Haus verlasse um Frische luft zu schnappen und um auf andere Geanken zu kommen . Aber nicht nur das hilft mir dabei. Ich schaue auch in verschiedene Bücher um anregungen für meine blockade zu finden. Lg Janina
Frank 4.1.2010 13:51:10
Hi Leonie,
den Blog finde ich große Klasse von der Aufmachung her! Und das Thema Schreibblockade ist echt gut gewählt, die hat wohl jeder schon einmal überwinden müssen. Ich bin schon gespannt auf das nächste Thema!
GLG ;-*
Frank
Pierre 4.1.2010 07:34:15
Ich lasse mich einfach von Musik inspirieren. Du hast ein ganz tollen Blog hier. Ich schaue alle paar Tage mal vorbei um zu sehn, was du so treibst und was Du dir wieder einfallen lassen hast :) Also mach weiter so ! Lg Pierre
Jenny 2.1.2010 04:41:36
Hi Leonie!
Du hattest noch NIE eine Schreibblockade? Wow!
Mir geht es aehnlich wie dir, nachts geht mir immer alles durch den Kopf und ich hab die besten Ideen. Leider hab ich die aber morgens immer wieder vergessen. Theoretisch muesste ich nachts aufstehen und es sofort aufschreiben...
Was macht man bei Schreibblockaden? Vor allem im Winter: eine heisse Tasse Schokolade trinken und ruhige Musik hoeren! ;)
Ganz liebe Gruesse aus Australien
Helge Stenzel 31.12.2009 08:42:40
Mir scheints so zu gehen wie Dir: was mich nachts beschäftigt muss ich gleich loswerden:
Schreibblockade, dahinter verbirgt sich keine Blockade, es ist etwas anderes. Das erkannte ich gestern abend, als mich mein Buch (das ich nie geschrieben habe) anrief:
Hey, Du denkst an mich? Wie geht es Dir - ich habe gehört von der Beerdigung gestern. Keine Zeit gehabt. Mein Job - weißt du und abends häng ich dann vor dem Fernseher. Die Beerdigung kam in den Nachrichten, da hab ich erstmal umgeschaltet. Man kann sich diese Sachen nicht mehr alle reinziehn. Ich hab sowiso ein dickes Fell bekommen. Aber, warst Du da - bei der Beerdigung - war sie schön? Gab es einen Chor, oder einen einsamen Sänger? Was wurde gesagt. - Ich wäre doch sehr gerne dabei gewesen. Wir haben doch zusammen geweint, gelacht. Man findet dazu ja sonst keine Zeit mehr. Fehen und weise Kobolde haben wir ersonnen, auferstehen lassen. Sterne, ewige Welten besucht, Entdecker im Irrgarten meiner Seele waren wir. Und nun... Ich mach den Fernseher mal aus, dann können wir besser reden - am Telefon... Du mein Buch - und ich...
Jetzt hab ich doch was geschrieben... schön oder?
Hocus Pocus - Ich mache alles anders!!
Mit dem Jahreswechsel gehen die Änderungswünsche einher…Ein kleiner Schwung mit dem Zauberstab und nächstes Jahr wird alles anders!!! Die 24-Uhr Grenze ist überschritten!
HIERMIT VERLASSEN SIE ALTEN BODEN. HERZLICH WILLKOMMEN IM NEULAND!
Wir werden 2010 also alle schöner, erfolgreicher, ordentlicher, reicher, zufriedener, zuverlässiger, entspannter, freier, gesünder und natürlich dünner. Ach was sag ich, richtige Sportskanonen. Die Fitnessstudios werden im Januar überquellen mit Situp-Süchtigen-Schweißtropfen-Sammlern…aber…was passiert eigentlich mit all diesen Liegestützen-Liebhabern im Februar? Wo ist plötzlich im 2. Abschnitt des Jahres die ganze Zeit hin, die man doch statt im Job mit den Menschen verbringen wollte, die einem am liebsten sind? Warum verdammt noch mal ruft im kürzesten Monat die große Liebe aufgrund von Netzproblemen und zu teuren Auslands-SMS nicht mehr zurück? Wieso ist die Praktikumsstelle nach den ersten 30 Tagen jetzt plötzlich unbezahlt? Und…warum hab ich eigentlich gerade dieses riesige Stück Marzipansahnetorte gegessen?!
Wir sind ein Krankheitserreger. Nein, ich spreche nicht von Schweinegrippe…wir sind vom Typ omniresistent. Der Kalender ist Schnee von Gestern. Schnee schmilzt. Und heute scheint die Sonne. Warum also in den viel zu warmen Schuhen, die man sich damals im Rausch der Neujahrseuphorie gekauft hatte, laufen?
Welche Vorsätze von 2008 habt ihr 2009 in die Tat umgesetzt? Oder könnt ihr euch vielleicht schon gar nicht mehr erinnern?
Auf jeden Fall müssen wir uns nächstes Jahr wohlfühlen! WWW – Wohlfühlen wird wichtig.
Die Märchenwelt Computer kann uns dabei helfen. Mein letzter tweet war ein RT an SNOWWITTCHEN, ich weiß nämlich genau, dass ZWERK** in seinem hinterlistigen tweet mich gemeint hat, bin ja nicht von gestern…später werd ich was auf facebook posten um HExxE einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dass heute giftige APPLE im Korb liegen weiß doch jedes Kind. Schließlich war’s bei myspace im BULLETIN!! Wenn ich dieses Widget downloade, kann ich SNOWWITTCHEN warnen. Muss wohl SKYPEN…bei msn ist sie im DORNRÖSCHENSCHLAF…
Ach ich vergaß…Schneewittchen wird wohl doch den Apfel essen…schließlich ist doch kein vernünftiger Mensch heutzutage bei solchen Communities angemeldet! Und niemand schaut Dailysoaps, keiner kauft die BILD und nicht einer hat den Hannah Montana Kinofilm gesehen…oder? (Bom-Clap-Bom-Clap-dee-Clap)
In meinem CD-Player liegt der „ZweiOhrKüken“-Soundtrack. Meine Buchempfehlung: „Ballettschuhe“ von Noel Streatfeild und „Glück kommt selten allein“ von Eckart von Hirschhausen.
I am just making a blog related to this. If you agree, I would like to use some of your content. And with full refernce of course. Thanks in advance.
- John
Schnurlose Telefone 21.8.2010 04:49:53
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Adventszeit. Adventszeit ist die Zeit des Wartens.
In diesem Zusammenhang fällt mir auf, dass wir eigentlich 80 % unseres Lebens mit Warten verbringen!
Die Weihnachtswarteschleife hat zumindest einen Vorteil gegenüber der üblichen Chamäleonstarre: Man kann sich hundertprozentig sicher sein, dass am Ende das erwartete Ergebnis steht. Ob das nun in eine Torten-, Gänseschenkel- oder Verbalschlacht oder friedlich besinnliche Glücksstunden ausartet ist eine andere Geschichte…
Während ich meditativ darauf warte, dass die Waschmaschine meine zu heiß eingestellte Bluse lebendig und hoffentlich nicht auf Puppengröße geschrumpft ausspuckt, ist das Spritzgebäck längst im Ofen verbrannt und das Handy hat immer noch nicht gepiepst. Du wolltest nur noch auf den einen Anruf warten, den du erst kriegst, wenn der Termin gelaufen ist, für den der Raum noch nicht frei ist, bevor nicht der eine Typ angekommen ist. Aber der hat zu lange auf die Ausfahrt gewartet und sie dann verpasst, jetzt hofft er, dass der Stau sich gleich auflöst, und sehnt sich schon der Zeit entgegen wenn er endlich wieder RadioMultikulti hören kann. Aber die Werkstatt hat frühestens nächste Woche das Ersatzteil, weil sein Vorgesetzter sich nicht entscheiden konnte…
Auch verbrannte Plätzchen darf man erst abgekühlt essen (Backpulverbauchweh…) und die Bluse passt eventuell der Nachbarskatze. Glückliche Gefühle haben mich schon erwartet und erwischt. Jetzt fällt mir ein, was ich meine Freundin Jenny noch fragen wollte, aber die ist frühestens in ein paar Stunden online (Australische Zeit).
Und wie vertreibt man für gewöhnlich die Wartestrecke? Mit einem Buch das Sofa besetzen oder den Gameboy rausholen?? Den Fernseher anschalten und rumzappen bis die Lieblingssendung kommt?? Noch mehr WARTEN….
Am besten erst mal ein Schluck Kaffee, denke ich…aber das dauert mindestens noch 10 Minuten bis die Maschine startbereit und durchgelaufen ist. Frustriert werfe ich mich in Schal und Mantel und stapfe zum nächsten Starbucks und was erWARTET mich da? Schlange stehen….bis vor die Tür! Muffins kommen erst morgen wieder…
„Warten auf Godot“ kennt ihr das? Auch ziemlich frustrierend, der Kerl. Aber interessant. Als literarischen Adventskalender zum Allein- oder Vorlesen habe ich in diesem Jahr Jostein Gaarders „Weihnachtsgeheimnis“ ausgewählt. „I’ll be waiting“ (Lenny Kravitz) brauch ich nicht mehr zu hören…Bei uns liegt eine ganz persönliche x-Mas CD im Player. Ansonsten empfehle ich „All I want for Christmas is you“… Worauf wartet ihr noch? Wie verkürzt ihr euch die Wartezeit? Seid ihr ein gerne-warten-Typ oder werdet ihr schnell ungeduldig!!
Liebe Leonie,auch wenn 25.Dezember vorbei ist, warte ich immer noch auf Weihnachten, denn ich bin Orthodox und habe erst am 7. Januar meine Weihnacten. Habe darüber auch bei meiner Lesung im Rahmen des Adventskalenders in der Wilchelm-Fabry-Realschule in Hilden am 22. Dezember berichtet.Liebe Grüße
Dragica
Anni Rosemarie Becker 8.12.2009 18:11:54
Liebe Leonie,
jetzt wirst Du staunen: Ich warte gar nicht, .h. auf das Weihnachtsfest schon.
Das feiere ich mit meiner kleinen Hündin (11)fast blind - und beide dürfen wir keine Kekse essen - also brauche ich auch nicht zu backen. Im Stau werde ich auch nicht stehen, denn ich fahre nur am Heiligen Nachmittag zu meiner schwerbehinderten Bekannten im nächsten Stadtteil.
Was meinst Du: Wer von uns beiden hat die schönere Adventszeit?
Ich denke doch Du, oder?
Viele Grüße
Rosemarie
Horst Landau 7.12.2009 18:24:27
Liebes Loewenmaedchen, heute schreibe ich mal auf einer tunesisch/ franzoesichen Tastatur, und offenbar kennt das Programm ausser "mal" keine meiner Vokabeln und haelt das wohl fuer "schlecht". Mit Warten verbringe ich ziemlich wenig Zeit: die Tage sind jetzt immer so kurz - nicht nur jahreszeitlich bedingt, sondern vermutlich lebenszeitlich; anscheinend hat sich die Erdrotation beschleunigt - und Ihr gluecklichen Teenies habt das nur noch nicht gemerkt.
Frueher dauerte es immer endlos bis Weihnachten, und jetzt ist das andauernd...
Herzliche Gruesse, Horst.
Helge 7.12.2009 15:38:46
Tjaja das mit dem Warten ist wohl wahr... Neulich am Bahnhof fuhr mir mal wieder der Haller Wilhelm vor der Nase weg ... und da das so etwa das 22.te Mal in diesem Jahr war, sass ich etwas sehr unwirsch auf irgendeiner Bank. Nicht weit von mir saß eine Dame mittleren Alters. Sie redete laut mit sich selbst und auch mit Passanten, die nur kopfschüttelnd vorbeiliefen. Sie war offensichtlich nicht so wie wir... und dann kam sie auf mich zu: "Junge, ein Kaffee und so das ist dann alles auch wieder gut - weißt du?" - ging wieder auf Ihre Bank zurück, knabberte an irgendwas aus Ihrer Handtasche und störte sich nicht weiter, dass ich peinlich unbeholfen wirkte.
Nun denke ich öfters an sie: "Mal'n Kaffe und dann ist das wieder gut..." Hilft wirklich.
Schöne Weihnachtszeit!!
Heute erzähle ich euch mal einen vom Pferd….
Heute erzähle ich mal einen vom Pferd. Ich liebe Pferde. Esel mag ich auch. Eine der momentan teuersten Zuchtstuten heißt….LEONIE!
Ich habe sämtliche Sachen vom Tisch geräumt, damit ich mal einen klaren Kopf kriege. Die Umgebung ist inzwischen so klar definiert und durchsichtig, das mein Blick wieder weit in die Ferne schweift.
In Berlin sind 7 Grad. Die Mauer ist erneut gefallen. Ich bin beteiligt.
Spritzgebäck, Lebkuchenherzen, Datteln. Das kann man also ab Oktober beim Am-Kamin-Gedanken-Sammeln naschen? Er brennt noch nicht – es geht nur um die Atmosphäre! Wer keine Croissants will muss Pizza essen…
In meinem Lieblingslokal gibt es nie das, was ich bestelle. Heute wollte ich Curryreis. Ich bekam Pasta. Das nennt sich jetzt Eventgastronomie??
„STARGIRL“ von Jerry Spinelli. Genial. Zum „Immerwiederlesen“. Dazu „He is a pirate“ - aber die Klaviersoloversion!!
Lesefutter, Museumsmarathon und vegetarische Vampire
Für mich hängt die Qualität eines Buches ganz stark von seinem Geschmack ab. Ja – von seinem Geschmack! Nein – ich lutsche nicht an chlorfrei gebleichten Seiten und wenn ich von leckeren Büchern spreche, denke ich auch nicht an meine heißgeliebte „Jamie Oliver“ – Sammlung….
Mein „LeseFUTTER“ ist (gerade mal wieder und schon oft zuvor) „Tote Seelen“ von Gogol. Ich gebe zu, das klingt nicht sehr schmackhaft, aber für mich ist das ein 12-Gänge-5-Stern-Menü ohne Prestige-Kochmütze. Gogol ist so flüssig, das er garantiert nicht krümelt. Also Bett-geeignet. Aber auch als Zwischensnack perfekt – egal wo und wann man wieder einsteigt.
„Löcher“ von Louis Sachar erinnert mich in seinem literarischen Tasting stark an „Centerschock“-Kaugummis. (Aus Sicht einer Ernährungsberaterin sicher nicht besonders empfehlenswert…) Von außen leicht bitter und vor allem extrem sauer. Das absolute Zungenfeuerwerk (Weasleymäßiges Geschmackserlebnis – vgl. Harry Potter) und von innen so klebrig, harmonisch süß, das man gar nicht zu kauen aufhören will. Wer diese Dinger schon in der Grundschule als Tauschwährung anerkannte, der spürt noch heute das kribbelnde Gefühl. Und genauso ist Sachars „Löcher“ nicht nur für junge Menschen empfehlenswert – ganz im Gegenteil.
Welche Bücher schmecken euch??
Ein chaotischer, glitzernder, wortreicher, explosionsartiger Monat lieg hinter mir.
Was lag an? Museumsmarathon in Berlin (Thomas Demand, Surrealisten, Bauhaus, Gropius Bau etc…) Und warum? Geisteswissenschaftliches Kolleg mit Pyrotechnik am See, Philharmonie und rauchenden Köpfen.
Ich wurde fast aus der Nationalgalerie geworfen,(!) weil Miro und meine Nasenspitze sich zu nahe kamen... So viele großartige Menschen, knallbunte Eindrücke und geballtes Wissen, mein Kopf gleicht einem Heißluftballon und ich versuche oben schwebend einen Überblick zu bekommen. Das Thema „Schön kaputt – Zerstörung in der Kunst“.
PUFF! Der Luftballon platzt, ich komme wieder auf dem Boden der Tatsachen an und muss in der Nacht noch weiter: Pressekonferenz der „RingCon“ in Bonn. Ich stolpere über einen Gryffindorschal, klatsche bei zwei Orks ab und flüchte vor einigen vegetarischen Vampiren.
Und dann: Tag der Deutschen Einheit. Gemeinsam mit den „Jungborn Brass“ singe ich ein Charity-Konzert. Von der Nationalhymne geht’s über Whitney Houston und Hercules bis zum Final Countdown.
Aus meinem PC klingt übrigens gerade „LOVE“ (Nat King Cole), aber ich will raus, die Herbstsonne über mein Gesicht wandern lassen und Blätter und Ideen sammeln. Es ist heißkalt bittersüß warm. Ich suche die Strickjacke raus und trage meinen neuen blauen Lieblingsschal nur aus ästhetisch modischen und emotionalen Gründen – bei blau denke ich an meinen Lieblingsmenschen…
Liebe Leonie,
na, da kann ich ja nur neidisch werden. Nein, nicht auf den blauen Schal, den habe ich auch, da blau meine Lieblingsfarbe ist, sondern auf die wunderschön vielen Erlebnisse.
Mein 5-Sterne-Menü ist übrigens Dostojewski.
"Schuld und Sühne" ist für mich das Buch aller Bücher. Als Lesefutter für eine Zugfahrt wurde mir kürzlich Maarten t´Hart "Das Wüten der ganzen Welt" empfohlen.
Der Roman gefiel mir und ich kaufte mir ein weiteres "Die Sonnenuhr" - aber...
Viele Grüße
Rosemarie
Barbara Flenker 16.10.2009 09:23:49
Hallo Leonie, wer Dein Lieblingsmensch wohl ist? Vielleicht verrätst Du es uns ja irgendwann mal:-) Welche Bücher mir schmecken? Zunächst einmal hat ein gutes Buch auch etwas mit Geruch zu tun. Alte Bücher haben Geschichte und riechen anders (verstaubt, modrig, schweißig, fett- und schokoladenfingerig), neue, frischgepresste, die von mir bevorzugt werden, eher sauber, verheißungsvoll und jungfräulich rein. Hingegen ebooks, eines der Haupthemen auf der derzeitigen Buchmesse in FFM, haben diesen bezaubernden Charme einfach nicht. Viele Grüße, Barbara
MEIN LITERARISCHER KLEIDERSCHRANK
4. September 2009
„VS?“, fragt meine Freundin Meike bei einem Latte Macchiatto. „Was ist das denn?“
Nein, es handelt sich NICHT um eine neue Dailysoap, eine Greenpeace-Gruppe, eine Studentenverbindung, eine Yoga-Disziplin oder gar eine Schüler-Vertretung. Der VS ist der „Verband Deutscher Schriftsteller“.
„Aha“, meint Meike und guckt auf ihre lila Chucks.
Meine Vorstandsarbeit begann gleich mit einem einschneidenden Erlebnis: Ich wurde nach der 1. Sitzung abgeschleppt…
„Echt jetzt?“
Natürlich nicht von meinen sympathischen und engagierten Kollegen, sondern von der Stadt Düsseldorf in Form eines Abschleppwagens. Zu viel diskutiert, Parkuhr vergessen. Dafür nähere Bekanntschaft mit der riesigen Parklandschaft des Düsseldorfer Flughafens gemacht…ein wenig trostlos dort, aber mein Auto war höchst erfreut mich wiederzusehen.
Ich habe es Hugo-Günther getauft nach einem 4-Jährigen, der mir kürzlich im Baumarkt begegnete und davon überzeugt war die Bob-der-Baumeister-Borten seien essbar.
Wollt ihr Sitzungs-interne Details???? Sorry….TOP SECRET!
Aber auf den umliegenden Seiten findet ihr die neuesten News. Durchklicken lohn sich :D
Gestern war IKEA dran. Shoppst du noch, oder isst du schon?
OK, ich gebe zu, die Softeismaschine ist schon einer der wichtigsten Gründe warum ich zu IKEA fahre…ABER: ich habe einen Neuen!!!! Er ist total elegant und gutaussehend….irre vielseitig… und er hat wahnsinnig lange…Schiebetüren. MEIN NEUER KLEIDERSCHRANK!!!
Selbstverständlich hab ich ihn nur für…Bücher…gekauft…und so…ein, zwei Paar High Heels und Pumps eventuell auch…? Der ist sooo groß, da kann man mit nem Auto durchfahren….naja…Bobbycar…also…hochkant!
Was pack ich noch in meinen Einkaufswagen? Ein Lesekissen mit einer Art Prilblumen drauf = Retrochic! Und eine Blumenvase für meine Mom (später wird sie sagen: „Was ist das denn für ein Urinbecher?“) Absolutes Muss: Servietten.
Servietten sind sowieso super! Ssssss! Auf der Fahrt von Duisburg nach Kassel habe ich mit 11 Jahren das Gedicht „Winterpracht“ auf eine Serviette gekritzelt. Aus Angst mein Vater würde die Serviette versehentlich wegwerfen (es gibt da so gewisse Erfahrungswerte…) lernte ich das Gedicht fieberhaft auswendig und beherrsche es noch heute.
Außerdem brauche ich Vanillekerzen! Für die Romantik. Am Sonntag war ich auf einer Ausstellungseröffnung in der Eifel! War es meine eigene? Kein Peil! Da gabs aber auch Kerzen.
„Och dat is ja üdillisch hier!“, sagt eine Frau mit Dialekt. „Üdillisch“ werdet ihr nicht im Wörterbuch finden, gehört aber zur Grundausstattung im Überlebenshandbuch Eifel. Mir fällt sofort ein Gedicht ein und ich verewige mich im Gästebuch malerisch und poetisch auf 2 Seiten. (Jaja, die anderen brauchen auch noch Seiten, ich weiß…sind ja noch 200 da…)
Jetzt liege ich auf meinen Lesekissen in meinem Kleiderschrank und es ist schon eine Macke drin….nicht vom Bobbycar….Was macht diese einsame Schraube dahinten?
MIST! MIST! MIST!
Die hätte in die Schublade gehört!!! Grade lese ich ein klasse Buch. Nicht nur für Indoor-Schranklektüre zu empfehlen: „Young James Bond, Stille Wasser sind tödlich, Teil I“ von Charlie Higson. Dazu mach ich die Schranktür zu – sehr spannend!!!
Aus dem CD-Player kommt „In Good Hands“ von Tom Felton. Draco Malfoy singend an der Gitarre. Und das Best Of – Album von Laith al Deen.
Ich hab da noch ein anderes Buch. Das ist für den Moment aber seeeeeeeeeeeeeeeehr dick („Der Schatten des Windes“, Carlos Ruiz Zafon)!!! Ungefähr so fett wie „Bis(s) zum Morgengrauen“ – aber ohne Bisswunden!!
Ja, liebe Leonie, "Das Spiel des Engels" ist auch sehr spannend 711 Seiten lang, es geht auch um Bücher und den Friedhof der vergessenen Bücher, aber für meinen Geschmack zu viel Mordlust für nur einen Roman.
Liebe Grüße
Rosemarie
Anni Rosemarie Becker 18.9.2009 17:16:08
Hallo, liebe Leonie,
soeben habe ich den Folgeband von Carlos Ruiz Zafòn ausgeliehen, ganz frisch angekommen in meiner Bücherei:
"Das Spiel des Engels" - etwas dicker -als Schatten des Windes - aber hoffentlich ebenso spannend. Ich werde Dir berichten.
Gruß Rosemarie
Anni Rosemarie Becker 11.9.2009 15:45:14
Liebe Leonie, (wie das klingt)
Am Mi.9.Sept. habe ich Deine Empfehlung gelesen,
gleich telefoniert und mir das Buch ausgeliehen.
Nun ( Fr. 11.9.) habe ich ausgelesen und bin begeistert.
Es ist zwar nicht seeeeehr dick, wie
Du schreibst, aber seeeeehr gut geschrieben und seeeeehr spannend.
Vielleicht hast Du noch mehr so gute Vorschläge?
Viele Grüße
Anni Rosemarie Becker
Horst Landau 8.9.2009 23:09:11
Sehr gute Leseempfehlung: "Der Schatten des Windes", in dem am Ende der Protagonist mit seinem Sohn verschwindet, ist ein Buch, das Angst macht, in dem man sich verläuft - und schließlich bereichert wieder findet.
Helge 4.9.2009 16:08:44
Hey Leonie,
das macht ja wirklich wieder Lust auf's Lesen. Bin ich der erste hier? Ups...
Barbara Flenker 4.9.2009 16:08:33
Hallo Leonie,
gute Buchempfehlung, "der Schatten des Windes" ... habe mich fast durchgekämpft, ne bin durchgehuscht, so spannend ist es ... immer noch! Liebe Grüße Barbara