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Ex zurück Bücher - vom Schmerz der Liebe und den neuen Schamanen

 

Jetzt wird aufgeräumt! Wie du mit unangenehmen Aufgaben umgehst, die du ewig vor dir herschiebst!

 

Die Masken von Beverly Hills (November)

 

Artweek, Wiesn, Kinoaugen (September)

 

Berlin-Blues (Juli)

 

Frühlingsfieber (April)

 

Berlinale (Februar)

 

Glückliche Gedanken (Januar)

 

Menschlichkeit (Januar)

 

Gipfel der Emotionen (Januar)

 

Europa (November)

 

Inspirational (September)

 

Frustrierte Herzen (Juli)

 

INSPIRATION

 

Rudelheulen in der warmen Wildnis (Juli)

 

Herzschmerz (Juni)

 

Frühlingsenthüllungen (Februar)

 

Because Im Happy (Januar)

 

Zimtsterne, Zuviel, Zuhörer (Dezember)

 

Honigkuchen (November)

 

Weltenwanderer (September)

 

Glück an vielen Orten (August II)

 

Aufsteiger (August)

 

Drachenwetter (Mai II)

 

Sonneneruption (Juli)

 

Wind, Wolken und neue Wege (Mai)

 

Es grünt nicht grün (April)

 

Los Angelenas (April)

 

Von großen Schiffen und kleinen Fischen (März)

 

Stille Macht. Heilige Nacht.

 

Von falschen Pferden (November)

 

Pancakes, Piroggen und Popmusik (September)

 

GO FOR IT! (Juni)

 

Feeling Free (Juni)

 

Momentaufnahme (Juni)

 

Sümpfe und Sweet Summer Feeling (Mai) Sümpfe und Sweet Summer Feeling (Mai)

 

Ostertipps (April)

 

Das Schweigen der Männer (Februar)

 

Diamanten oder Straßstein? (Februar)

 

Wedding Rings, Words und Wahrheitsliebe (Februar)

 

Porridge, Pencil, Perversion (Januar II)

 

Zeit-Entsorger (Januar)

 

Was macht Macht (Oktober)

 

Leonies Videoblog IV

 

Das Streben nach Glück (September II)

 

Frauen lieben Arschlöcher (September)

 

Dudens Gedudel (August)

 

Bauchgefühl (Juni II)

 

Es wird heiß...! (Juni)

 

Kalt und Warm (Mai)

 

Häschen, hüpf! (April)

 

Große Gefühle (März)

 

Ballspiele, Berlinale und Bundesfachkonferenz (Februar)

 

Mein Weihnachtswunsch (Dezember)

 

Vorweihnachtsemotionen (Dezember)

 

Graustufen (November)

 

Zuckerwatte-Cupcakes-Nutellacrepes-Koma (Oktober II)

 

Danke

 

Die Qual der Wahl (Oktober)

 

Ratatouille (September)

 

Die Maske des Lächelns (September II)

 

Kinderkacke (September)

 

Wortwiderhaken - THINK (August II)

 

Mutterkuchen (August)

 

Leonies Videoblog II

 

Frühlingserwachen (März)

 

Kulturkaff (Mai)

 

Frohes Fremdeln? (Mai)

 

SOULMATE (März)

 

Wo läuft der Hase? (März II)

 

Leopardenlook und essbare Bücher (März)

 

Was meint ihr dazu? (Februar)

 

Leonies Videoblog

 

Hocus Pocus - Ich mache alles anders (Januar)

 

Adventswarteschleife (Dezember)

 

Heute erzähle ich euch mal was vom Pferd...(November)

 

Lesefutter, Museumsmarathon und vegetarische Vampire (Oktober)

 

Mein literarischer Kleiderschrank (September)

 

Leonies Blog

 

Von falschen Pferden (November)

 

Von falschen Pferden (November)

 

Wenn der Partner geht, schreit das Herz. Liebeskummer ist das wohl schmerzhafteste Phänomen der Liebe - und der moderne Mensch sucht bei Liebeskummer nicht mehr den Rat des Schamanen, Psychotherapeutens oder der besten Freundin - sondern im Internet. 

Den oder die Ex zurück erobern – längst ist dies ein großer Markt geworden. Auf die große Nachfrage haben Anbieter reagiert. Und so kursieren auch etliche Ex zurück Bücher, mit deren Hilfe der Traum von einem Neuanfang endlich wahr werden soll.

Was aber taugen diese Ratgeber? Ich bin der Sache mal auf den Grund gegangen und habe mich auf diesem speziellen Markt umgesehen. Im Folgenden sollen zwei Exemplare genauer vorgestellt werden. Sowie ein Buch, das sich dem Thema Trennungen auf ganz besondere Weise nähert...

Ex zurück Buch 1: „Die Ex zurück Strategie mit dem bewährten 5 Phasen-System“ vom Ex Ratgeber Team

Das Ex Ratgeber Team kann sich besonders in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit erfreuen: Immer mehr Ratsuchende wenden sich mit der Frage „Wie kann ich meine/n Ex bloß zurück erobern?“ an die Experten.

Mittlerweile gibt es auch ein E Book, das sich gezielt mit dieser Frage auseinander setzt. Dies soll mithilfe eines Fünf Phasen Systems geschehen, das vom Team innerhalb der letzten Jahre entwickelt wurde.

Worum geht es in diesem Buch?

Dieses Werk – das bis heute auf große Nachfrage stößt – wendet sich sowohl an Frauen als auch an Männer.

Detailliert wird ein Fünf Phasen System vorgestellt, dessen einzelne Abschnitte aufeinander aufbauen. Los geht es mit dem Aufbau einer Kontaktsperre, in der zweiten Phase geht es vor allem darum, den Liebeskummer zu verarbeiten.

Auch eine gründliche Analyse der Trennungsursachen darf hierbei natürlich nicht fehlen. Ist all dies geschafft, steht der Leser anschließend vor der Herausforderung, wieder das Interesse des oder der Ex zu erwecken.

Die Sprache ist dabei leicht und verständlich. Der Ratgeber ist mit zahlreichen Beispielen gespickt, die alles schön anschaulich gestalten. Sämtliche Tipps lassen sich zudem gut in die Praxis umsetzen.


 

Wie viel kostet das Buch?

Das Buch ist zur Zeit für 49 Euro online (auf der Homepage des Ex Ratgeber Teams) zu haben.

Das Fazit:

Man merkt den Autoren an, wie viel Mühe sie sich bei der Erstellung des E Books gegeben haben. Der Ratgeber ist gut und verständlich geschrieben sowie mit zahlreichen Beispielen anschaulich gestaltet. Zumal das Buch auf viele verschiedene Situationen ausführlich eingeht – insgesamt ein sehr empfehlenswertes Werk!

Ex zurück Buch 2: „Das Ex Partner Zurück System“ von Richard Tscherney

Richard Tscherneys Buch ist bereits seit 2007 auf dem Markt. Es zählt ebenfalls zu den bekannteren in diesem Bereich. Und besteht aus zwei E Books sowie aus einer MP3 Datei, die dabei helfen soll, die „richtige innere Einstellung“ zu erhalten.

Wer ist der Autor?

Richard Tschnerney arbeitet ebenfalls als Beziehungscoach. Er ist vor allem online tätig und gibt auf seinem Blog diverse Tipps und Strategien für einen glücklichen Neuanfang mit dem oder der Ex Partner/in.

Worum geht es in dem Buch?

Das Buch richtet sich sowohl an Männer als auch an Frauen. Und verspricht, mithilfe der bewährten Strategie des Autors zum Erfolg zu gelangen.

Diese soll auch dann helfen, wenn es zwar noch nicht zur Trennung kam, die Beziehung jedoch in einer ernsten Krise steckt. Ferner geht der Autor in seinem Buch konkret auf bestimmte Sonderfälle wie etwa eine Fernbeziehung ein.

Zunächst werden allerdings typische Fehler vorgestellt, die in diesem Zusammenhang gerne begangen werden. Wie etwa zu viel Emotionen zeigen oder den oder die Ex Partner/in zu häufig zu kontaktieren.

Anschließend wird die von dem Autor entwickelte Strategie vorgestellt, die aus mehreren Schritten aufgebaut ist. Wie lange dies insgesamt dauert, wird allerdings nicht gesagt.

Was kostet das Buch?

Dieses Buch gehört mit seinem Preis von 59,95 Euro (online, bei Amazon und Co) definitiv zu den höherpreisigen Exemplaren.

Und was ist mein Fazit?

Angesichts des recht hohen Preis-Leistungs-Verhältnisses wird sich der Kunde mit Sicherheit zweimal überlegen, ob ihm dieser Ratgeber das wert ist. Vor allem, da man auf der Seite des Autors einen Gratis-Report erhält, in dem ebenfalls einige Tipps enthalten sind.

Die Strategie selbst klingt schlüssig und wird detailliert beschrieben. Gut gefällt uns auch das Kapitel, das sich gezielt mit den Fehlern auseinandersetzt, die in diesem Zusammenhang gerne begangen werden.

Insgesamt jedoch ein etwas hoch angesetzter Preis.

Und noch ein Buch über Trennungen: „Nora oder ein Puppenheim“ von Henrik Ibsen

Beschäftigen wir uns nun mit einem Klassiker der Weltliteratur. Und einem Werk, das das Thema Trennungen auf ganz besondere Weise behandelt: Nora oder ein Puppenheim nämlich vom weltbekannten Autor und Dramatiker Henrik Ibsen.

Ein Buch, das damals einen wahren Skandal auslöste. Doch sich mit einem Sujet befasst, das bis heute höchst aktuell ist: dem Thema Trennung nämlich. So viel sei vorweg genommen: So dramatisch wie einst ist es heute zum Glück nicht mehr, den Schlussstrich zu ziehen. (Doch das nur am Rande.)

Wer ist der Autor?

Henrik Ibsen war ein bekannter Lyriker und Dramatiker. Er zog vor allem gegen (falsche) Moral zu Felde und war in Anbetracht der Zeit erstaunlich modern. Modern in der Hinsicht, dass er auch den Standpunkt der Frau einnahm. Beeindruckend aus heutiger Sicht ist sein großes psychologisches Einfühlungsvermögen – vor dem Aufkommen der Psychoanalyse wohlgemerkt.

Worum geht es in dem Buch?

Erzählt wird die Geschichte von Nora Helmer, die zu Beginn des Romans mit Torvald verheiratet ist und drei Kinder hat. Sie führen eine großbürgerliche Existenz. Von ihrem Ehemann wird Nora wie ein unmündiges Püppchen behandelt, das man (bzw. er) nicht ernst nehmen kann.

Schließlich kommt es aufgrund eines Darlehens mitsamt gefälschter Unterschrift zu Problemen zwischen dem Ehepaar. Die Urkundenfälschung durch Nora kann Torvald nicht akzeptieren und reagiert mit Beschimpfungen. Als Strafe soll Nora nun mehr oder weniger eingesperrt werden und den Schein um jeden Preis aufrecht erhalten. Auch, um Erpressungsversuchen vorzubeugen.

Nora hingegen ist tief enttäuscht. Davon, dass ihr Ehemann nur um seinen Ruf fürchtet, davon, dass er sie niemals ernst genommen hat. Und sie zieht die Konsequenzen und geht.

Was kostet das Buch?

Das Buch ist in jeder gut sortierten Buchhandlung und natürlich auch online erhältlich und kostet in der Taschenbuchausgabe (neu) meist um die 10 Euro.

Fazit:

Ein Klassiker, der noch immer gelesen werden sollte! Auch, weil bestimmte Aspekte leider bis heute aktuell sind. Weil dieses Buch in manchen Bereichen ein wahrer „Augenöffner“ ist. Und einen (hoffentlich) zum Nachdenken bringt...

Besonders in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Bücher über Trennungen und der Ex zurück Ratgeber erheblich gesteigert. Somit kann sich der wissbegierige Kunde in dieser Hinsicht über eine breite Auswahl freuen – was leider nicht bedeutet, dass sämtliche Angebote auf dem Markt automatisch gut sein müssen.

Genauer hinschauen – und vergleichen, vergleichen, vergleichen!

Deshalb empfehle ich grundsätzlich, sich den jeweiligen Anbieter und das Buch selbst wenn möglich genauestens anzuschauen. Denn nicht immer wird das Buch das halten können, was es verspricht – wie sich leider sehr häufig zeigt.

Die jeweiligen Umstände mit einbeziehen

Zumal besonders in diesem Bereich die jeweilige Situation eine große Rolle spielt. Etwa, ob man sich selbst die Zeit genommen hat, in sich zu gehen und die Trennung auch wirklich zu verarbeiten. Denn leider muss ich – etwa in meinem Bekanntenkreis - sehr häufig beobachten, dass ZU FRÜH versucht wird, wieder an den oder die Ex heran zu treten und diese/n von einem Neuanfang zu überzeugen. Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass man selbst die Trennung noch gar nicht verarbeitet hat und eigentlich noch längst nicht so weit ist.

Der Königsweg hin zu einer glücklichen Zukunft

Deshalb kann ich nur eines raten: den Kontakt zunächst abzubrechen und für eine gewisse Zeit einzustellen (bzw. zu lockern) und sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren. Erst die Zeit wird zeigen, ob die Gefühle für den oder die Ex nur vorübergehender Natur waren und ob sie nach und nach abnehmen (was sehr häufig der Fall ist).

Sollte dies nicht zutreffen, lohnt der Versuch, um den oder die Ex zu kämpfen. Allerdings gilt auch hier: Man sollte sich bei diesem Vorhaben selbst stets treu bleiben und nichts unternehmen, was man nicht mit sich vereinbaren kann.

 

Ratgeber, die gezielt darauf hinweisen, kann ich daher guten Gewissens empfehlen. Wird dies jedoch von dem Autor/ den Autoren außer Acht gelassen, ist dies schon ein deutliches Warnsignal. Eines, das darauf hindeutet: Der Verfasser hat sich nicht wirklich mit dem Thema auseinander gesetzt. Und eines von leider nicht wenigen Büchern auf den Markt gebracht, die das Anliegen des Lesers nicht wirklich ernst nehmen. Doch genau darauf sollte es eigentlich ankommen!

(6.12.2017)

Jetzt wird aufgeräumt! Wie du mit unangenehmen Aufgaben umgehst, die du ewig vor dir herschiebst!

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“

 

ist ein Sprichwort, welches eine echte Berechtigung hat. Wenn man Dinge sofort erledigt ist man oft effizienter und zufriedener. Doch leider neigen wir oft dazu, das Gegenteil zu leben. Wer kennt das nicht: Man muss eine unangenehme Aufgabe erleidigen und schiebt sie ewig vor sich her. Dabei ist jedem von uns klar, dass es dadurch nicht besser wird, aber wir tun es trotzdem. Wenn also der ungeliebte Abwasch, das bald einzureichende Paper, das Referat für die Schule, der Anruf bei den Verwandten oder das lästige Putzen ansteht, fallen uns auf einmal hunderte andere Dinge ein, die scheinbar viel wichtiger sind und zuerst erledigt werden müssen. Aber natürlich spuken uns die nicht erledigten Aufgaben weiterhin im Kopf herum. Das belastet uns unterbewusst und wir verschlimmern die Situation von Tag zu Tag. Was also tun, um die unangenehmen Pflichten schneller zu erledigen?

Es gibt kein Universalrezept, das ich dir nennen kann, damit du von nun an nie wieder etwas vor dir herschiebst. Aber ich hab sechs ganz unterschiedliche und hilfreiche Tipps, wie du dich aus der Falle der lästigen liegengebliebenen Dinge befreien kannst:

  1. To-Do Liste schreiben mit allen Dingen, die noch erledigt werden müssen

To-Do Listen sind mein persönliches Rezept, um endlich das zu erledigen, was mir bereits seit Tagen oder Wochen im Kopf rumschwirrt. Du erhältst einen Überblick über das, was noch vor dir liegt. Das kann zunächst einmal frustrierend sein, das gebe ich zu. Ich schreibe mir dann auf die Liste auch kleine Aufgaben, die schnell erledigt sind, damit ich an einem Tag gleich mehrere Dinge abhaken oder besser noch durchstreichen kann. Du wirst sehen wie befreiend es ist, diese Liste abzuarbeiten und mit jedem Mal festzustellen, wie wenig man nur noch machen muss. Da gehen auch unangenehmere Aufgaben gleich leichter von der Hand. Vielleicht kannst du diesen Tipp auch mit Hinweis 4 verbinden.

  1. Einen Wochenplan erstellen, damit man immer nur wenige unangenehme Dinge pro Tag machen muss

Der Nachteil der To-Do Liste ist, dass ihr den Berg an unangenehmen Aufgaben vor euch seht. Wen das demotiviert, der sollte sich besser einen Wochenplan erstellen, in dem die Aufgaben auf verschiedene Tage verteilt werden. So müsst ihr jeden Tag nur einen Teil dieses Berges abarbeiten und kommt eurem Ziel, endlich alles zu erledigen, trotzdem schnell näher.

  1. Auslagern (Putzfrau, online Assistenten etc.)

Nicht alles Unangenehme muss man auch selbst erleidigen. Einige Dinge kann man zum Glück auch mit gutem Gewissen an Dienstleister abgeben. Für dich ist die Wohnung putzen das aller schlimmste? Dann überlege doch mal, eine Putzfee einzustellen. Natürlich entstehen dir dadurch auch Kosten, die du aber nur einmal gegen deine gewonnene Freizeit gegen rechnen musst. Die Zeit, die du sparst, kannst du entweder in andere Arbeit investieren oder aber auch als Qualitytime ansehen, in der du mal wieder was mit deinen Lieben unternehmen kannst. Und ganz nebenbei quält dich nicht jede Woche aufs Neue der Gedanke an das unangenehme sauber machen.

  1. Euch nach einer unangenehmen Sache belohnen

Diesen Tipp verbinde ich immer gerne mit Tipp Nummer 1 oder 2. Jeder hat im Leben unangenehme Dinge zu bewältigen. Für den einen ist die Seminararbeit der blanke Horror, während sich beim anderen die Wollmäuse in der Ecke sammeln, weil der Staubsauger einfach nicht bedient werden will. Trotzdem müssen diese Dinge früher oder später erledigt werden. Warum also nicht das eigene Gehirn austricksen und sich vorher eine Belohnung überlegen? Probier es einfach mal aus, du wirst schnell merken, wie einen so etwas antreiben kann. Du kannst dir kleinere Belohnungen oder auch größere gönnen, je nachdem wie unangenehm und zeitaufwendig deine Arbeit ist. Für kleinere Aufgaben könnte das also so aussehen: Wenn ich heute den Abwasch mache und die Küchenzeile säubere, werde ich mich heute Abend mit einem Kinobesuch belohnen. Oder für größere Aufgaben: Wenn ich meine Hausarbeit zu Ende geschrieben habe, kaufe ich mir endlich die Ohrringe, die ich schon seit Wochen haben will. Wenn das mal kein Ansporn ist…

  1. Sich die positiven Konsequenzen der erledigten Tat überlegen

Wie schön wäre es jetzt, wenn ich heute Abend ohne schlechtes Gewissen mit meinen Mädels ins Kino gehen könnte, aber da ist ja noch das Referat, was ich eigentlich zu Ende machen muss… Geistern dir manchmal solche oder ähnliche Gedanken im Kopf herum? Dann hast du den Nagel ja eigentlich schon auf den Kopf getroffen. Du konfrontierst dich selbst mit den positiven Konsequenzen, die das Erledigen deiner Tat hätten… statt dir nur Gedanken darüber zu machen wie dieses Gefühl sein könnte, mach dich an die Arbeit und freue dich dann über den Erfolg, den Abend mit deinen Mädels wirklich ohne schlechtes Gewissen genießen zu können.

  1. Die Tat mit etwas Schönem verbinden

Auch unangenehme und lästige Aufgaben lassen sich manchmal leichter gestalten, in dem man sie mit etwas verbindet, was man gerne macht. Bei dir steht schon länger ein Anruf bei deiner Tante aus, die meint dich in deiner Berufswahl beeinflussen zu müssen? Natürlich hast du keine Lust dich ihren Fragen zu stellen und gegebenenfalls mit ihr zu diskutieren, aber dann tue das wenigstens in einer positiven Ausgangslage. Setz dich auf deinen Balkon, lass dir die Sonne ins Gesicht scheinen, mach dir einen leckeren Kaffee und rufe sie dann erst an. Oder wenn du einen riesigen Berg Wäsche bügeln musst, stell dir doch das Bügelbrett vor den Fernseher und schau deinen Lieblingsfilm dabei an. So gehen die Dinge gleich viel leichter von der Hand.

 

 

(9.11.2016)

Die Masken von Beverly Hills (November)

 

Mein Make-up Verbrauch stieg von Tag zu Tag. Jedes Mal wenn ich das Gefühl hatte, mich heute besonders kunstvoll geschminkt zu haben, stieß ich auf Frauen, die sich noch ausgefallener bemalt hatten, deren Lidstrich noch länger und deren Augenbrauen noch definierter waren. In Beverly Hills hielt man nicht viel von Natürlichkeit. Natürlich waren die Salons nach Feng Shui eingerichtet und der Mascara mit Flaxsamen angereichert, aber das Gesicht darunter sollte man am besten nicht mehr erkennen. Es war wie ein DOG TANG der meine Zugehörigkeit zur High Society bestätigte. Sogar die Security Guards vor der jüdischen Grundschule begrüßten mich freundlicher wenn ich mehr Lipliner benutzte.

 

Meine neue Peergroup - Zugehörigkeit blieb nicht ohne Folgen...Ich fand mich selbst in der Einkaufsmall THE GROVE wieder, inmitten glitzernder Puderdosen und glänzender Lipglosse und ließ mir von Ziegenhaarpinseln meine anscheinend "C-formigen" Wangenknochen streicheln. Die Make-up Marke MAC veranstaltete dort eine 3-tägige Verkaufsparty, mit Nebelmaschinen, großer Livebühne und unzähligen Makeupartists deren Gesichter sich in Rembrandts und Van Goghs verwandelt hatten. Eine von ihnen erklärte mir, dass sie ihre Lippen nicht viel bewegen könne, weil sonst der darauf angebrachte Glitzer nicht mehr so beeindruckend schillern würde. Ein Leben für die Kunst?

 

„Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra“ ist eines der wenigen Bücher, das mich in den letzten Monaten an die Kindle-Seiten fesselte. War ich zunächst auf der Suche nach einem Hörbuch, welches mich dahin sprudelnd einlullen sollte, stellte sich Penumbras Buchhandlung als anspielungsreiches, intelligentes, außergewöhnliches und zeitgemäßes Buch heraus, das mich sofort verzauberte, aber auch in der Realität verbleiben ließ. Großer Daumen hoch für Robin Sloan.  

Hiermit oute ich mich endgültig als Belieber. Ich schicke euch in die Online-Music-Stores und Musikläden (falls diese noch Teil eurer Realität sind) um dort „Purpose“ zu ergattern. Ja, Justins neues Album klingt in Teilen wie die CD von „Hillsong United“ aber so ein bisschen Spiritualität brauchen wir doch alle während der Adventstage.

 

(26.3.2017)

Artweek, Wiesn, Kinoaugen (September)

 

Ich kann mich für vieles begeistern. Schokolade wäre sicherlich auch auf der Liste, hätte ich nicht eine Kakaoallergie. Gerade ist in Berlin ArtWeek. Ich lasse mich von Kunstwerk zu Skulptur treiben und sauge auf, absorbiere, kritisiere, visiere, spaliere, verweile, eile, raste und verliebe mich in Einzelstücke. Eine Ausstellung preist an, Kunst für den kleinen Geldbeutel zu verkaufen. Das preiswerteste Werk beginnt bei 1000 Euro. Manchmal steht das ICH im Mittelpunkt, manchmal die Kunst. Ich mag die Hektik, aber ich passe auf nicht overwhelmed zu werden. Kurz bin ich verstört. Dann schlucke ich zwei Mal und der Himmel ist so schön.

Freunde aus den Staaten sind zu Besuch und wollen deutsches Essen. „like Oktoberfest“. Ich mache Klöße mit Rotkohl, Apfelmus und Tofu. Mein Herz hängt am Haken. „Liab Schatzl“ steht drauf und presse das Dekoltee in die Dirndl-Bluse. Das muss so. Auch wenn man davon Nackenschmerzen bekommt. Wiesn ist Kontrastprogramm zur Artweek. Man berichtet mir von „Maßkrugmuckis“ und ich habe noch niemand kotzen sehn. Auch schön. Die kleinen Dinge.

Kinotag. Mir ist ein bisschen schlecht. Popcorn, Nachos, Käsesoße, Cola und 8 Stunden sitzen. Meine Wirbelsäule ächzt und meine Synapsen tanzen. „We are your friends“ ist ein großartiger Film. Manche nennen ihn konstruiert ich nenne ihn komponiert. Ein Film, der die Musik in den Vordergrund rückt. Wer Vivaldi und Bach sucht, wird enttäuscht sein, wer „Electric Daisy Carnival“, „Ansolo“ oder „Martin Garrix“ liebt, wird begeistert sein. Eine Ode an Hollywood, ein Leidensbild von dem man ganz depressiv wird. Ein gutes Ende. Berauschend. Wie ein Musikvideo. Realistisch und doch so unrealistisch. Der Hauptdarsteller Zac Efron ist meine Jugendliebe. Aber die weibliche Hauptdarstellerin raubt ihm die Show. Allein ihr Kussmund raubt ihm die Show. Und ihre Outfits. Und ihre Haare. Und ihre…GUCKT DIESEN FILM. 

(22.9.2015)

Berlin-Blues (Juli)

 

Kleine Hunde sind ein Kommunikations – Multiplikator stelle ich begeistert fest. Ist euch eigentlich aufgefallen, dass viele der aktuellen weiblichen Stars der Popszene einen kleinen, wuscheligen, weißen Hund haben? Blake Lively, Demi Lovato, Vanessa Hudgens, Ashley Tisdale. Sie alle sehen so aus, wie der kleine weiße Hund, den Barbie damals in ihrem rosa Fahrradkorb dabei hatte. Wittert ihr eine Verschwörung? Man hat mir von der Bar-Code Verschwörung berichtet. Ich bin nicht überzeugt.

Während ich 24/7 in die Tasten tippe und mein Hirn auf Hochtouren läuft, habe ich eine plötzliche Obsession für Cara Delevigne entwickelt. Auf Instagram hastagt man das mit #womencrushwednesday, bei mir ist es momentan #everyday. Es kam wie aus dem Nichts, wie eine kleine Birkenpolle und plötzlich hatte ich den youtube-Stalking-Schnupfen. Schwärmt ihr auch grade? Oder seid ihr drüber weg? Sucht ihr noch den richtigen Schwarm.

Es gibt Design-Firmen, die sich auf Badezimmerheizungen spezialisiert haben. Ich lerne jeden Tag dazu. Man kann tief in die Tasche greifen für eine Heizung, die man nicht als solche erkennt. Abwesend blättere ich durch ein paar Wohnmagazine, als mir eine Zeitschrift auffällt, die mir bisher verborgen blieb. „Snobiety“. Ist das Ironie? Kann ich das in der U-Bahn lesen oder muss ich es in meiner Vogue verstecken?

Ich lese gerade eigentlich nichts außer soziologischen Texten. Aber abends lasse ich eine warme Brise durch mein Herz und Hirn und ergötze mich ein bisschen am Buch von Karl Lagerfeld „Wolf“. New York, androgyne Mädchen, Drogenrausch, Fashion. Dann schlafe ich ein und höre ein leises, wuscheliges Schnarchen.

(20.7.2015)

Frühlingsfieber (April)

 

Sonnenstrahlen umspielen unsere Nasen und man sieht schon die ersten Sonnenverbrannten mit Bikinistreifen in der Innenstadt. Der Frühling ist endlich da und mit ihm auch der Staubwedel des Frühjahrsputzes. Der Garten wird auf Vordermann gebracht, plötzlich muss die Garage entrümpelt werden, die Küche in Frühlingsfarben gestrichen werden und die Hecke geschnitten. Stiefmütterchen schauen mich mit ihren grimmigen Gesichtern aus den Blumenkästen an und sie scheinen zu mahnen „der Frühling ist da, jetzt komm mal in die Pötte“. Wenn der Garten und der Park zu leben beginnen, kommen auch wir aus unserem Winterschlaf und das neue, bunte, duftende Leben verdrängt die eingefahrenen Gedanken. Was nimmt eigentlich zu viel Raum in euren Köpfen ein? Wie viele Stunden verbringen wir mit Grübeln über Dinge die nur unsere Falten aber nicht unseren inneren Blumengarten sprießen lassen? Können wir den gedanklichen Ballast einfach so auf den Komposthaufen kippen um Platz zu machen für grüne Beete voller Tulpen und Maiglöckchen? Oder schleppen wir die Gießkanne des Vergangenen unter unserer Regenwolke mit uns herum? Schmetterlingsfarben sind meine Lieblingsfarben aber sie sind zerbrechlich. Lasst uns doch den Butterfly-Effekt auslösen und sehen wie die Welt sich verändert!

Kennt ihr Chia-Samen? Ich bin so ein bisschen im veganen Kochwahn. Ich habe Ella Woodwards Kochbuch „Deliciously Ella“ durch ihren foodblog auf instagram entdeckt und ernähre mich jetzt am liebsten von Mandelmilch-Haferfocken-Chia-Pudding mit Goji Beeren, Erdbeeren und rohen Kakaosplittern – soooo yummy, unglaublich lecker. Wenn ihr die Winterpfunde gesund verlieren möchtet, empfehle ich euch das vegane Genussprogramm mit Ella. Mein momentanes Schmökerbuch gönne ich mir abends, wenn die Sonne sich verkrochen hat oder im Stadtpark mit einem großen Kokoseis. Es ist „Silicon Wahnsinn“ von Katja Kessler und beschreibt, wie sie mit ihrem Mann für ein Jahr nach Kalifornien auswanderte. Kesslers Humor ist so knackig und kurzweilig und auch, wenn ihr nicht wie ich alles wieder erkennt was sie bespricht, werdet ihr das bilderreiche Buch genießen. Musikalisch ist Ansolo mein absoluter Lieblings-DJ. OK Martin Garrix mag ich auch aber die Soundcloud Mixe von Ansolo sind einfach mein Favorit. Ganz besonders mag ich „Runaway“. 

 

 

 

(20.7.2015)

Berlinale (Februar)

 

Berlin, die Stadt der kleinen, bunten Cafes, die voller Selbstbewusstsein vegane Lasagne anbieten. Die Underground Fashion ist allen ein bisschen zu groß, kantig geschnitten und in dunklen Farben. Die Haare trägt man lila oder pink. Die Individualisten betonen ihre inneren Werte. Hier ist man interessant, nicht bloß hübsch. Alles schreit HIP hier und die Hipsters haben lange Vollbärte und schmal geschnittene Hosen. Berlinale Parties sind nicht glitzernd sondern punkig, in dunklen Kulturkellern mit Projektionen von Projekten. Man ist zu cool für den schönen Schein. Es lebe Arthouse. Blitzlichtgewitter bei klirrend kaltem Sonnenschein und japanische Popmagazine moderieren am Rand ihre Webshows in die Kamera. Im Westen sagt man mir der Osten sei jetzt chic im Osten schickt man mich in den Westen. Zwischen Woolworth und BurgerKing habe ich mein mintgrün gestrichenes Cafe gefunden. Hinter mir der Heizkörper, vor mir ein Strauß frische Wiesenblumen, der Sound der Kaffeemaschinen mischt sich mit EDM – Trance. Eine verlorene Discokugel hängt von der Decke über dem Holzfass auf dem der Wasserkelch thront.

Ich habe „Der Circle“ von Dave Eggers gelesen. Beängstigend real. Fesselnd wie ein Christian Grey. Aber die Shades habe ich noch nicht gelesen, den Film aber gesehen. Das Set Design und die Musik gefielen mir gut. Neues Coffeetable Buch? „The Big Picture“ von Arthur Elgort, dem künstlerischen Vogue Fotografen. Sein Sohn verzauberte auch mein Herz in „The Fault in our Stars“.

 

(1.10.2016)

Glückliche Gedanken (Januar)

 

Braucht ihr auch ein paar glückliche Gedanken gegen das nieselige Wetter? Ich empfehle Gabrielle Bernsteins Bücher. Die Happy-Lifestyle Ratgeber lassen euer Glücksbarometer in die Höhe schießen, wenn es vor dem Fenster zwischen mausgrau und sattgrau wechselt. Gönnt euch ein paar Glücksmomente. Mein persönlicher Dopaminschub ist heute mein Strauß Rosen vom gestrigen Konzert, eine heiße Tasse Roibusch-Vanilletee und mein aus Amerika eingetroffenes Buch „20 and Counting“ von der 20-köpfigen Bilderbuchfamilie Die Duggars aus Arkansas. Auch ein Spaziergang um den windigen Block und ein Telefonat mit lieben Menschen versetzen mich in eine bessere Stimmung. Wenn alles nichts hilft: Törtchen (vorzugsweise Cupcakes mit dicker Buttercreme und Streuseln) backen und unter die Kuscheldecke. Was macht ihr gegen Emotionstiefs?

Seid ihr die perfekte Hausfrau? Oder der makellose Küchenmann? Dann hätte ich gerne ein paar Tipps von euch. Zwar schwinge ich die Backbleche im Akkord, aber mit dem Bocuse klappt es noch nicht so ganz. Mein All-Time-Favorite sind ja Rezepte von Jamie Oliver und natürlich habe ich schon sein neues Buch „Comfort Food“ im Schrank. Allerdings liegt es da auch ganz gut, neben den DVDs von seiner Kochshow.

Was Anfangen mit dem Leben, mit der weiten Welt, die uns offen steht, mit den unbegrenzten Möglichkeiten und den Wegen die in alle Windrichtungen zeigen? In meinem Freundeskreis ist das gerade eine große Frage. Sind wir eigentlich noch die Generation „Praktikum“ oder habe ich den neuen Titel für uns verpasst?

 

(20.7.2015)

 

Menschlichkeit (Januar)

 

Ich halte den Atem an und verfolge dann beinah ungläubig die Tragödie am Bildschirm, die sich in Paris ereignet. Minutenlang will ich nicht glauben, was gerade in Frankreich, in Europa, in unserer Welt passiert. Mein tiefstes Mitgefühl geht an die Familien der Verstorbenen, unendliche Traurigkeit erfüllt mich, Wut, Entsetzen und Fassungslosigkeit über diesen Angriff auf die Werte, die nicht nur für mich als Autorin so viel bedeuten, sondern auch für unsere ganze Gesellschaft: Meinungsfreiheit , Pressefreiheit und menschliche Freiheit.

Ich denke nach über Humanität über Toleranz und Solidarität, Freiheit und Religion. Hat es uns bisher schon beunruhigt, was PEGIDA auf den Straßen macht, so sind wir nun vielfach stärker alarmiert gegenüber extremen Gruppen. Vielleicht können die Ereignisse trotz all ihrer Grausamkeit eine Chance für uns sein, darüber nachzudenken, wie wir gemeinsam in der Welt Menschlichkeit leben können.

Meine Freunde sind Moslems, Christen, Buddhisten, Hindus und Juden, wir scherzen miteinander, übereinander und über die Anderen. Wir versuchen besser zu verstehen, mehr zu wissen, schneller anzuerkennen und denken dann nicht einmal mehr über unsere Verschiedenheiten nach, denn wir sind alle gleich. Gleich gut und gleich einzigartig.

 

 

(20.7.2015)

Gipfel der Emotionen (Januar)

 

Seit es youtube gibt, gibt es auch haters. Seit es haters gibt, gibt es auch no-haters Kampagnen. Welche Menschen habt ihr eigentlich im neuen Jahr aus eurem  Email Postfach gelöscht? Was machen die Vorsätze? Ich habe in diesem Jahr statt unhaltbarer Vorsätze lieber realisierbare Ziele auf meinem Kalender verzeichnet. Befriedigung erfüllt mich jeden Tag, wenn ich mit bunten Stiften die erreichten kleinen Ziele abhaken darf. Und Dankbarkeit steht groß auf meiner Agenda. Für die kleinen und großen Wunder, für die Menschen, die ich gerne in meiner Nähe habe, für den Sonnenschein zwischen Regengüssen, für den Schneemann, der 9 Tage vor meiner Tür wache hielt und den Sonnenstrahl, der sich schließlich in seiner Fütze spiegelte. Sind wir vielleicht zu selten dankbar? Aber wer bestimmt schon das Maß der Dinge? 

Maßlos waren auch die Weihnachtsgenüsse, zahlreich die Besuche, unzählig die Geschenke, unübertroffen die Geschichten und alljährlich und wohlbekannt die Pannen. Weihnachten ist nicht nur Jesu Geburt, sondern auch der Gipfel der Emotionen, der Clash of Cultures, der Familienwahn und ein Drahtseilakt mit Durchatmern und Hinweglachern. Ich liebe Weihnachten und wollte keine Sekunde missen.

Regen macht mich nachdenklich. Ich lese wahnhaft „Der Circle“ und kann das Buch nicht zur Seite legen ehe es 2 Uhr nachts schlägt. Aber ich weiß nicht, ob es mich wirklich befriedigt. Fast schon unangenehm nah ist es an unserer überwachten, technisierten Welt und doch so utopisch, dass ich ständig den Kopf schüttele.  Tiefenttäuscht erwache ich aus Gary Paulsens Blaues Licht“, hatte ich doch so viel Hoffnung in Autor und Roman gelegt. Stattdessen versinke ich malend in Ansolo`s Remixen, die aus meinem PC schallen und male meditativ meine Gedanken auf Leinwand.

 

(1.10.2016)

Europa (November)

 

Im Nobel Museum in Stockholm hätte ich am liebsten alle Bücher im Museumsstore in meinem Rucksack verstaut, so viel Inspiration, Intelligenz, Schöpfergeist lag in der Luft. Hinter der aufwendigen Museumsdidaktik, die einem den Atem oder den letzten Nerv raubte um sie zu verstehen, fand ich berauschend viel Wille zur Veränderung, Durchhaltevermögen, Wahnsinn und Genialität.

In der Sitzung der Steering Group (der Jugendeuropavorstand von UNI Europa) tagten wir zu Themen wie Jugendarbeitslosigkeit, Mitspracherecht und Organizingstrategien und bereiteten die Weltkonferenz in Südafrika vor. Es gab Zimtschnecken, die schwedische Handelsgewerkschaft sammelte moderne Kunst und ich schoss ein Elch-Selfie.

Ein regnerischer Zufallsfund spielte mir in Brüssel mein neues Lieblingsbuch in die Hände. Doch wie kam es dazu, dass ich später auf einem Energiefahrrad, welches Handystrom generierte, am Brüsseler Bahnhof sitzen sollte? Dort würde ich um mein Leben trampeln und ein bilderreiches Buch verschlingen.

Ich wurde eingeladen, im Europäischen Parlament in Brüssel zu sprechen und dort die Situation junger Autoren vor Mitgliedern des Parlaments und zahlreichen Jugendlichen aus ganz Europa darzustellen. Im Rahmen der Kampagne „Enough of their crisis, back to our future“ und der Vorstellung der Kommission hatten die Parlamentsmitglieder 13 junge Gewerkschafter eingeladen zu sprechen.

Stellt euch vor, ihr erlernt einen Beruf und wisst, dass ihr erst Geld verdienen werdet, wenn ihr über 30, 40 oder sogar über 50 Jahre alt seid. Denn welcher Verlag vertraut schon gern unbekannten Jungautoren? Es gilt sich zunächst zu beweisen, Berühmtheit am besten auf eigene Kosten oder durch Zufall zu erlangen um dann klar zu stellen, dass eine Veröffentlichung totenschwarze Zahlen schreibt. Das KATSCHINGGG in der Kasse der Verlage und Literaturagenten traut man einer 17-jährigen oder einem 26-jährigen zunächst kaum zu. Ich sprach von Copyright und füllte den Gedanken mit Leben, denn was verkaufe ich als Kreativer, wenn nicht meine Idee – und darum müssen wir diese schützen. Meine Mitstreiter und mein Gegenüber waren begeistert, es gab großartiges Feedback und viel Applaus. 

Ich war begeistert von der Möglichkeit des Austausches und gab dem Brüsseler Wetter und der belgischen Waffel eine erneute Chance. Beide enttäuschten mich. Nieselig durchfroren und mit Bauchgrummeln rettete ich mich in ein Antiquariat und fand schließlich „Minus 9 to One“ von Jools Oliver, der Frau des britischen Kochs mit den Wuschelhaaren, unglaublich ehrlich, unglaublich schön. Ich vergaß den Nieselwind.

Absoluter Lieblingssong gerade! The Longer I Run von Peter Bradley Adams aus dem Album Leavetaking. Das ist der Score zu meiner Liebe, der mich auf noch bessere Zeiten einstimmt und mein erstes Thanksgiving, Halloween und Weihnachten mit Ring am Finger. Ich habe mich auch ein bisschen fremdverliebt in die Band KODALINE, besonders in Love Like This. Treibende Gitarren, Stimmharmonien, Schellen und Mundharmonika und in Amy Grant. Irgendwie muss ich da an Michael J. Fox und Back to the Future denken. Ich mag auch Cappuccino mit viel zu viel Schaum, den Kamin auf der Terrasse meines Bruders, Winterboots mit Pailletten und Do it Lord von Travis Cottrell im Ohr. Da sehe ich Pferde durch die Rasenprärie seines Gartens stürmen und glaube für einen Moment, die Fische in seinem Pool würden ihre Flossen rhythmisch zusammen schlagen.

 

 

 

(2.1.2017)

Inspirational (September)

 

Schlagartig ist es kalt geworden, Platzregen bricht aus den Wolken und ich friere in meinem Baumwollsweater nachdem ich eine Woche lang meine Flip Flops wieder belebte und unter der Pergola Bücher wälzte. Meine Nachbarschaft ist voll von Kindern und kleinen Hunden und ich genieße die Kuschel, Streichel, auf-dem-Arm-trag Parade bei täglichen Besorgungen.

Ich möchte euch zwei TED Talks ans Herz legen. TED ist meine Ablenkung zwischen Lernphasen und lehrreicher als kleine Katzenvideos, Backtutorials oder Makeup Tipps online ( auch wenn ich nicht behaupten will, dass diese nicht auch mal unter meinen Favoriten landen). Mel Robbins ist ein Motivational Speaker. Davon gibt es zahlreiche, aber ihre flammende Rede über Ideen die wir sterben lassen und Wünsche für die es manchmal viel Kraft braucht, die es aber wert sind, sie zu verfolgen ist grandios:

 https://www.youtube.com/watch?v=Lp7E973zozc

Dieser Clip begegnete mir zum ersten Mal in Berkeley im Labor von Dacher Keltner und erschien jetzt wieder auf der Bildfläche, weil er meinem Mann so gut gefällt. Jil Bolte Taylor hatte einen Schlaganfall und sie fand das ungemein cool. Ihre witzige, liebenswerte und auch erhellende Sicht auf unser Gehirn enthält so viel wissenswertes und rührt auch ein wenig zu Tränen:

https://www.youtube.com/watch?v=pL3pRczi0_o

Was Englisches und Populäres zum Lesen? „A love that multiplies“ über die amerikanische Familie Duggar die mit ihren 19 Kindern in Arkansas lebt. Ja, ihr habt richtig gesehen NEUNZEHN. Die überaus fruchtbare Familie schildert Anekdoten zum Schmunzeln und Nachdenken. Entspannende Zuglektüre. Ansonsten „Silicon Wahnsinn – wie ich mit Schatzi nach Kalifornien auswanderte“ von Katja Kessler. Großartiges Buch.

 

 

(20.7.2015)

Frustrierte Herzen (Juli)

 

Die Herzen der Frustrierten schlagen lauter. Sie pochen unwirsch und treiben wie ein innerer Orkan, der nach vorne, nach oben und manchmal auch zur Seite stürmt, wenn sie nicht wissen was sie wollen. Manchmal brausen sie zerstörerisch übers Feld aber manchmal auch verharren sie auch schläfrig auf der Selben Stelle und graben sich immer tiefer in ihr eigenes Grab ein. Wie sieht die Unzufriedenheit aus, wäre sie ein Tier? Ich denke an ein gremlingartiges kleines Nagetier, dass an einem beißt und einem ab und zu auf den Fuß pinkelt. Wollt ihr dieses Tier in eurer innerlichen symbolischen Hundetragetasche immer dabei haben? Andererseits ist Gesetztheit und das selbstzufriedene Verweilen sicher ein sehr ruhiges, behäbiges und leicht fettes Faultier.

Die Sonne vor dem Gewitter. Die Ruhe vor dem Sturm. Meine Hortensien haben den vielen Regen glimpflich überstanden. Auf Friedhöfen kann man schön spazieren gehen. Wenn da nicht die Trauer wäre, die über die Steinskulpturen wie ein Nebelschleier wabert. Die Ruhe, die perfekten Gartenanlagen, die kleinen Rondells, der Wald. Aber die Vergangenen kommen nicht wieder und so strebe ich doch schnell wieder in die Lautstärke hinaus, ins Leben und schätze es noch ein wenig mehr als zuvor.

Ja, ich bin ein großer Frozen Fan. Aber der Film der mich noch viel stärker beeindruckte (auch wenn die Filmmusik nicht unbedingt so eingängig ist wie alte Disney Klassiker) ist„Rapunzel“ / „Tangled“. Ihr werdet es nicht bereuen einen Zeichentrickfilm in den DVD Player eingelegt zu haben. https://www.youtube.com/watch?v=RyrYgCvxBUg

 

 

 

(26.10.2016)

INSPIRATION - Für meine englischen Freunde die an Kultur interessiert sind

 

One outstanding film that inspired and moved me deeply is The Piano by Jane Campion.

Unlike many other films, it did not let go and hung as an echo in my mind after. Incipiently I was shocked from the pain and suffering that ruptures from the screen into the audience, but I immediately saw the beauty that lies behind the terrifying pictures. The international co-production by Australian producer Jan Chapman with the French company Ciby 2000 was a great success.  It was awarded with Academy Awards, Golden Globes and countless other prices. Even the only 11-year-old Anna Paquin won an Oscar for her performance and she is still one of my favorite actresses.

The first reason for its success to me is the script. It has deep interpersonal relationships instead of scratching the surface. For me the recurrent theme is the life of a woman that struggles but cannot be suppressed. That’s best shown in Ada’s decision not to die with the piano when it sinks in the ocean. Despite all the setbacks she is not broken. Also Ada’s close relationship with her daughter Flora, which appears almost as a symbiosis, is a sign. We are always looking for possibilities of expression in our lives. Ada’s talking through her daughter and her piano is a symbol of this search. That might only be one of the reasons why so many people could relate to it and the professional critic was so positive. The demonstration of power and the fear of losing power are remarkably shown in Ada’s romantic relationships.

Another prerequisite that the movie was so successful is the choice of outstanding actors. The devotion, contemplation, the incredible strength and power in Holly Hunters silent acting is breathtaking. She is not only an inspiration to me as a filmmaker but also in my career as an actress. When I produced my film Game Over we spent more than a month with acting rehearsals before the actual shooting took place, as it was really important to me to create an environment where the actors could strive to their best.  

I see the artistic potential of this movie in the perfectly balanced composition of important creative elements:  the cool, blue-black color scheme; the melancholic soundtrack by Michael Nyman, which is floating but still gripping; the incredible intensity of the film, which remains despite almost meditative, slower moments and - last but not least - the monumental scenery of nature in which it was shot. When working on Game Over and my music video Loch im Bauch I was inspired by the strength of the images seen in The Piano combined with the focus on particular details like the piano note that said ‘Im am yours’. I worked intensively on mood boards, created scene-related color schemes, evolving color codes for the costumes in order to reflect the characters identity and chose every detail of decoration together with my art director.

Music has always been an important part of my life. I grew up in concerts and theaters, composed, played piano and sung. Music plays such a central role in "The Piano" and yet you could not speak of a musical film in the usual sense.

The Piano is one of the most inspiring films to me. It does not need the index finger to stimulate thinking, and no words to speak.

 

(20.7.2015)

Rudelheulen in der warmen Wildnis (Juli)

 

Seid ihr noch oder schon im Fußballwahn? 80 Millionen Bundestrainer? Guckt ihr im Rudel und heult mit den Wölfen? Public Viewing, vegetarischer Gemüseburger und alkoholfreies Bier am Seeufer – wir genießen es. Sonnengewitter und schwüle Luft. Mesut Özil sieht ein bisschen aus wie ein kleiner Pinguin, irgendwie mag ich ihn – wahrscheinlich auch weil er Mandy Capristo datet und ich gerne „Grace“ höre. Sonnensegel und Bücherturm. Mein aktuelles Zwangslieblingsbuch ist alles von Bourdieu. Man kann sich über ihn streiten, aber ich habe den Soziologen lieb gewonnen, stehe mit ihm auf und gehe mit ihm ins Bett.

Die Urlaubscruiser waren neben uns am Straßenrand gestrandet. Pickepackevoll und der Auspuff dampft. Der Vater läuft neben der Leitplanke lang, der Cowboyhut wippte in seinem Nacken. Wir sind nicht stecken geblieben aber verstecken uns ein wenig in der Wildnis. Schiffsschaukelschwingen ist ein gefährliches Vergnügen wenn man nicht mehr 1,30 groß ist, bemerke ich. „Bad Neighbors“ ist irgendwie ein schrecklich guter Film. Es ist wohl eine Kunst einen Hollywood- Streifen so seicht zu halten, dass man selbst bei eigentlich tiefen, ernsten Themen nie die gute Laune verliert. Wer amerikanische Popkultur und Collegeleben mag, oder faszinierend findet, der sollte für die Lacher reinschauen – wenn er dann auf DVD raus kommt. Und Zac Efron, als leicht hohler und stark fehlgeleiteter Verbindungsbruder sieht einfach nur unglaublich heiß aus, was soll ich lügen…

„The longest ride“ von Nicholas Sparks rettete meine stundenlange Zugfahrt. Eine echte Antimigränepille und sehr empfehlenswert auch wenn ihr völlig schmerzfrei seit. DAS Urlaubsbuch, mein Herz geht auf. Ich bemerke mittlerweile wie Sparks geschickt die wiederkehrenden Elemente seiner Bücher mixt, aber das Kochrezept geht auf. Alle Kinder mögen Spaghetti.

 

 

(20.7.2015)

Herzschmerz (Juni)

 

Im Film „Good Will Hunting“ erklärt der Psychiater - brillant gespielt von Robin Williams - warum das junge Genie Will Hunting (Matt Damon) sich  am liebsten mit groben, einfachen Jungs umgebe: Loyalität, sei das Stichwort. Wie loyal seid ihr eigentlich? Wie wiegt man auf der Waage des Lebens die eigenen Interessen gegenüber der Solidarität auf? Ich habe das Gefühl Justizia kommt da häufig aus dem Gleichgewicht.

Was Anderes: Ich schaue Vorabendfernsehen. Schmerzgel, Schmerzmittel, Schmerztablette, Schmerzlöser, Schmerzvorbeuger, Schmerzstiller, schmerzlindernd. Uns tut wohl so einiges weh. So sehr und so vielen, dass sich die horrenden Werbekosten scheinbar lohnen müssen. Ich habe auf facebook die Weisheitszähne meiner Bekannten gesehen. Blutig im Tütchen.

Weniger Zahnschmerz mehr Herzschmerz: Als Nicholas-Sparks-Verschlinger kann ich es kaum erwarten, die Verfilmung von „The Best of Me“ zu sehen und lese bis dahin statt Rudelgucken erneut „Message in a bottle“. Um einen kühlen Kopf während der Hitzewelle zu behalten empfehle ich euch „Die Glücksformel“ von  Stefan Klein. 2002 auf der Bestsellerliste liest sich das wissenschaftliche Werk am besten im Halbschatten mit einer Handvoll Erdbeeren auf Pfannkuchen. Dazu höre ich das Echo des Jazz, der vom Moers Festival herüber schallt und dumpfe senegalesische Trommeln. Manchmal verirrt sich auch ein einsamer Trompeter in die Innenstadt.

 

(16.10.2016)

Frühlingsenthüllungen (Februar)

 

Genau heute vor einem Jahr fand die Enthüllung der Verhüllung des Oberhausener Gasometers durch Christo statt. Über die Enthüllungen von Herrn Hoeneß mag ich gar nicht mehr sprechen. Diese SPIEGEL.TV Ausgabe beschäftigt sich hüllenlos mit der Nacktheit an sich (http://www.spiegel.tv/filme/geschichte-des-nacktseins-1/)  und Ex-Playboy Bunny und Hugh Hefner Freundin „Holly“ ist jetzt rothaarig und hat ihr Kind Rainbow genannt.

Spürt ihr die Frühlingsgefühle oder ertrinkt ihr im Pollenflug? Ich empfehle Akkupunktur und sonnige Gedanken. Meine Reise nach Athen hat Eindruck hinterlassen. Tief beeindruckende Akropolis. Krisengeschwächte Gesichter die doch lachen, singen und tanzen wollen. Ich lasse die Kirche im Dorf und den Uzo im Glas. Politische Diskussionen hallen noch im meinem Kopf und Herzen nach.

Ich konnte kürzlich bei Bekannten einen Blick in dieses Werk erhaschen und wünsche es mir nun zu Ostern. „Hollywood Unseen: Filmstars hinter den Kulissen“. Ein Bildband der ganz großen Vergangenen. Hepburn, Stone, Bergmann und co. Noch lieber habe ich allerdings fast „I am Dandy. The Return of the Elegant Gentleman“. Fotografin Rose Callahan hat ein schillerndes aber doch liebevoll detailreiches Kunstwerk geschaffen, ein Portrait eines Lebensgefühls durch das man nicht nur einmal hindurch blättert. Wer weniger Bildsprache und mehr Wortinhalt sucht ist sicher besser beraten mit „The Story of my Life“ von Helen Keller. Schon als Kind war sie eine Inspiration für mich und ist es noch heute.

 

(20.7.2015)

BECAUSE I‘M HAPPY (Januar)

 

Neue Chancen, neue Gefühle, neue Entscheidungen, neuer Lifestyle, neuer Körper, neue Ernährung, neuer Sport….neues Jahr? Ich lebe lieber im gesunden Takt, mit kleinen, überlegten Schritten statt Klippensprüngen. Jeden Tag ein neuer Vorsatz. Man muss die Gewitterwolke nicht abschießen, man kann einfach abwarten bis der Regen weiterzieht. Ich lasse mich nicht gerne von einem Kalenderblatt entmachten oder drängen, ich male lieber meinen eigenen Weg – vorsätzlich.

Man kann über Pharell Williams sagen und denken was man will und ich bin sicher er ist kein Klosterknabe, aber aus meinem PC schallt jetzt „HAPPY“ http://www.youtube.com/watch?v=y6Sxv-sUYtM ich trage das bunteste Sweaterkleid was der Kleiderschrank hergab mit lila Strumpfhose und pinken Sneakern und tanze durch meine Uniunterlagen „because I‘m happy“. Immer noch nicht glücklich? Dann „Happy“ von C2C hören und mitgospeln.

Mit welchem Lesestoff man das neue Jahr beginnen könnte? „Buh“ von Leander Haußmann. Humor und Selbstironie in der Autobiographie eines großen Regisseurs. „Beauty“ von Lauren Conrad. Dieses Werk macht sich nicht nur auf dem Coffee Table gut und wer Lauren Conrad bisher für ein untergegangenes Realitysternchen hielt, hat sie unterschätzt. Wer etwas literarischer 2014 einläuten möchte sollte auf Curt Goetz zurückgreifen. Aller seiner Werke und Filme haben mich geprägt und beeindruckt, aber ein ganz besonderer Liebling von mir ist „Das Haus in Montevideo“. Für den Fernsehabend dann „Hokus Pocus“ – ich persönlich favorisiere die Version mit Lilo Pulver und Heinz Rühmann. Weg von Fiktion und Lifestyle hin zu einem psychologisch-philosophischen Blick auf Neid. „Neidisch sind immer nur die anderen – Über die Unfähigkeit zufrieden zu sein“ von Rolf Haubl.

Meine momentane Playlist: „Happy“ von C“C, „Here comes the sun“ in der Version von Louise Dearman und an der festlichen Tafel lief neben meiner eigenen Weihnachts CD auch die von „Boney M“

 

(18.4.2017)

Zimtsterne, Zuviel, Zuhörer

 
„Zu viel des Guten“ – „Viel hilft nicht viel“ – „zu viele Köche verderben den Brei“ - „zu viel ist bitter und wenn es Honig wäre“. Liegt Wahrheit in diesen Sprichwörtern? Wann ist das Maß voll, wann zerbricht der Krug, wann läuft das Fass über. Wovon kann es nicht genug geben, wovon kann man nicht genug haben und wann erstickt man am Überfluss? In der Adventszeit sortiere ich aus, packe Tüten mit Erinnerungen, Taten und Dingen und überlege, welche davon ich nach Sylvester mit ins neue Jahr nehmen will. Wenn einem das Herz überläuft, wird es warm. Läuft der Kopf, platzt er bald ohne ein Ventil. Alles heiße Luft?
Bei uns läuft „In der Weihnachtsbäckerei“ während wir Zimtsterne, Lebkuchen und Mürbeteig backen. Und das obwohl ich Rolf Zukowski kennen gelernt habe. Der Sturm weht die Herbstblätter eisig durch mein Haar und ich rette mich ins keksduftende Innere. Weihnachtsschmuck in da house. Auch im Tonstudio klingen die Glocken nie süßer. Zur Ablenkung ein wenig „Tim Bendzko“ und „Ann-Sophie Mutter“.
Ein Bekannter erzählte mir kürzlich voller Entrüstung, dass, wenn man „Playboy Scholar Costume“ bei Ebay googelt, nur Kinderkostüme angezeigt würden. „Nicht zu fassen“, schnaubte er und ich versuchte nicht darüber nachzudenken, warum er nach einem Playboy Kostüm gesucht hatte. Wenn das die Runde machte…und wie ist das so mit den Informationen? Wie dicht seid ihr? Schweigt ihr wie ein Grab oder machen die geheimen Details schnell bei euch die Runde? Was verschweigt ihr von euch selbst besser oder hättet es einst lieber verschwiegen? Wie schnell lockert sich die Zunge oder entlockt ihr lieber den anderen die geheimen Lüste?
Welche Bücher verschenkt ihr zu Nikolaus? Also bei mir ist es „Der Arschloch-Faktor: Vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten in Unternehmen“ von Robert I. Sutton. Zum am Kamin lesen empfehle ich„Dance of Love“ von Nora Roberts.
 
 

(1.1.2017)

 

Honigkuchen (November)

 

Ich sehe nicht gerne Rosamunde Pilcher. Ist mir zu aufregend. Zu viele Intrigen, zu viel Ränkeschmieden. Davon bietet mir die Realität schon genug, das will ich nicht auch noch im Abendprogramm sehen. Dann schon lieber eine solide Leiche, da sind wenigstens alle böse und das sichtbar. Die Seichtheit der Romantik speist uns ab mit der Illusion, alle hätten gute Intentionen und verschleiern die Fiesheit mit Floskeln der Freundlichkeit. Mir gefallen die gemeinen Kommentare, die offensichtlichen Beleidigungen, die laut ausgesprochene Wut und die ausgiebige schlechte Laune bei weitem besser als das hinterhältige Honigschmieren.

Bist du neidisch? Fiese Frage, oder? Erst mal NEIN sagen. Stell dir vor, du wolltest eigentlich immer Konditor werden. Törtchen sind deine heimliche Leidenschaft, Bodenbeläge und Marzipanformen dein Spezialgebiet, in deiner Küche türmen sich Muffinförmchen und Backbücher und du guckst auf SIXX „Backen mit Eni“. Jetzt läuft dir dieser super erfolgreiche Konditor über den Weg. Der macht vegane Poptarts, die deine Freunde in orgasmisches Stöhnen versetzen und der dich jetzt zu einer Führung durch seine erfolgreiche Backstube einlädt. Hatte ich erwähnt, dass er gutaussehend, sympathisch und jünger als du ist und deine Mutter schon in seinem Café war? Erzähl mir nichts.

Schatten der Vergangenheit haben sich so gut wie aufgelöst. Ich blicke ins winterliche Sonnenlicht und Europa öffnet mir die Türen. Unsere Bäume glitzern bereits im bunten Licht der Adventslichterketten (ja, das soll so kitschig sein!) und ich beginne damit, Weihnachtsgeschenke zu basteln oder zu horten. Ich könnte mich darüber aufregen, dass Spekulatius viel zu früh im Regal lag. Tue ich aber nicht. Stattdessen esse ich ihn lieber.  

So lange er noch im Kino läuft empfehle ich euch „Den Teufelsgeiger“ mit David Garrett. Ich war so skeptisch. Ich war so unwillig. Ich war so vorurteilsaufgeladen. Aber ich konnte einfach nicht negativ bleiben, ich musste grummelnd erkennen, wie großartig ich den Geiger und den Film finde. Das ist kein Historienportrait (und ich weiß auch nicht was Veronica Ferres in diesem Film zu suchen hat…) aber der Pomp, die Virtuosität wird euch begeistern.

Was lesen wir Ende November? „Langsames Denken, schnelles Denken“ von wer etwas für die Bildung tun will. „The Bling Ring“  wer etwas für sein Wissen über Popkultur und das Neidmonster in der Seele tun will. „Beautiful Creatures“. Wer sich in Märchenwelten verkriechen will während er die vorweihnachtliche Deko betrachtet. Dazu höre ich das neue Album von Selena Gomez „Stars Dance“, das klingt weder nach Disney noch nach Selena Gomez aber wer auch immer es gemacht hat, macht meine Musikgeschmacksnerven glücklich. Ansonsten gerne in „PrinzPi“ mit „Kompass ohne Norden“ reinhören. Besser als das neue von Adel Tawil – wie ich finde – das eher wie ein Pseudo-Seelenstrip anmutet.  

 

(20.7.2015)

 

Weltenwanderer (September)
 
Der Tod hat lange Finger und er stiehlt uns meist das Liebste. Tauschhandel gibt es nur im Märchen aber dennoch kommt einem sofort so manches Gesicht, das man lieber hergeben würde, anstatt das des Erwählten. Meine Balkonrosen haben die Hitzewelle leicht lädiert überlebt. Einige kleine schwarze Artefakte sind noch übrig geblieben. Der Kolibri, der im Baum vor meinem Fenster wohnt, fliegt manchmal sogar ins Innere, nachdem er an meinen Balkonrosen genuckelt hat.
Der Nebel kann innerhalb von Minuten über die Stadt ziehen. Wabernde Geisterschemen hüllen dich in kühle Feuchtigkeit und decken die kalifornische Goldsonne in ein graues Gewand. Plötzlich fühlt es sich an wie 22 Uhr, aber das macht mir nichts, denn ich telefoniere mit der Zeitverschiebung. Ein großer Teil des Lebensgefühls hä> hier mit dem Stand der Sonne zusammen. Ein großer Teil der Hautkrebsrate wohl auch. Einige Fellows erklärten mir kürzlich, sie nähmen keine Sonnencreme, denn wenn man ordentlich „burnt“ wird man am nächsten Tag umso brauner. Und ich dachte LA sei oberflächlich.
Schluckt ihr die Wahrheit gelegentlich runter? Auch wenn sie euch auf einem Silbertablett serviert wird? Liegt sie euch dann schwer im Magen? Spuckt ihr dann Blut oder böse Worte statt euch das anzusehen woran ihr euch verschlucken würdet? Aber die Gallensteine der Getroffenen lösen sich auf dem Weg zu mir in ein Lachen auf, denn da wo die Wahrheit ist, ist auch das Glück und beides lebt bei mir.
Ich bin mir in der Wahl meines Lieblingscoffeeshops noch unsicher. Die Auswahl ist so berauschend. Urwald-Wandbemalung? Intellektuellen-Publikum mit Lesebrillen? Wifi und Laptophalter? Oder handsortierte Kaffeebohnen und Minihundehandtaschenhalter? Hauptsache icedtea.
Weltenwanderer gibt es wenige. Die meisten bleiben in ihrem eng umzäunten Leben mit Grasnarben aus gedanklichem Horizont. Ich versuche, von jeder Welt ein wenig in meine mitzunehmen aber scheue die vollkommene Assimilation. Bin mit einem Fli-Wa-Tüt im Gleichstrom unterwegs, lasse mich ein wenig in dieselbe Richtung treiben und fliege dann davon. Auch in der Strömung kann ich stehen für meine eigene Position.
Ich lese die Buchversion von „Bling Ring“ von Nancy Jo Sales. Der Film ist ein cinematographisches Desaster aber ein modischer Orgasmus. Emma Watson brilliert als die Art Mädchen, die ich nie mochte, ich denke sie ist eine gute Schauspielerin. Dann lese ich „The Mystery of Consciousness“ von John Searle, der unterrichtet in Berkeley. Und „The End of Sex“ von Donna Freitas. Da nimmt der Sex kein Ende, denn es geht um die amerikanische Hookup Kultur an Colleges.>

(20.7.2015)

Glück an vielen Orten (August II)

 
Fühlst du dich manipuliert? So ein großes, böses Wort, das so gar nicht zu lächelnden Gesichtern passen mag. Zu Gaben, Ratschlägen oder Einsatz für die Sache. Aber worauf setzt derjenige der Einsatz bringt und mit einem Satz dein Entsetzen weckt und dann die Satzung des Zusammenseins festsetzt? Ob die Steine nun von links oder rechts geworfen werden bleiben es nicht Steine? So mancher bedient sich der mütterlich-väterlichen Obhut’s-Geste und scheint dich in die richtige Richtung führen zu wollen. Aber wird dir hier nicht die symbolische Wollmütze wie einem unmündigen Kind übergestülpt? Nicht nur über die Ohren, gleich auch über Augen und Mund.  
Ich stände gerne auch an der Front, nur ist es fraglich wer dann hinter einem steht. Wurdest du liebevoll den Berg der Erkenntnis in einem Bollerwagen hochgezogen? Wenn der Ziehende jedoch am Gipfel des Berges dir einen Schubs gibt, rollst du in der Seifenkiste bis zum Abgrund. Ohnmächtig zu bremsen oder zu lenken. Wenn du Glück hast fährst du den Karren vor den Baum der Erkenntnis und das wird schmerzhaft sein.
Große Versprechen züngeln in deinen Ohren wie Flammen, Schall und Rauch versperren die Sicht aber die Hitze fühlt sich gut an. Der Beifall kündigt sich von ferne an, aber im Taumel könntest du übersehen dass es eigentlich nur Pferdehufe sind. Wenn es auf dich zu galoppiert wirst du es erkennen, aber dann hast du bereits die Zügel aus der Hand gegeben. Ich stehe da mit dem Löschwasser und die falschen Versprechen werden davon gespült.
Glück steht jetzt an vielen Orten. Am häufigsten aber finde ich es in mir selbst. Die fernen Staaten rufen und in Berlin war es stürmisch.
Mein Lesetipp ist dieses Mal online zu finden. Ein Projekt, das ich sehr unterstützenswert finde: Der Verein „Innocence in Danger“, der 1999 unter dem Segel der UNESCO gegründet wurde und die Vernetzung zwischen Jugendhilfeorganisationen fördert, die gegen sexuellen Missbrauch und pornographische Ausbeutung von Kindern im Internet arbeiten. Klickt euch rein und werdet vielleicht sogar aktiv: nde gerne auch an der Front, nur ist es fraglich wer dann hinter einem steht. Wurdest du liebevoll den Berg der Erkenntnis in einem Bollerwagen hochgezogen? Wenn der Ziehende jedoch am Gipfel des Berges dir einen Schubs gibt, rollst du in der Seifenkiste bis zum Abgrund. Ohnm
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Glü

(18.10.2016)

Aufsteiger (August)

 
Solidarität. Ich habe immer an dieses Wort geglaubt und würde es auch weiterhin gerne. Wem gilt deine Solidarität? Dem rollenden Rubel und der goldenen Krone oder dem schlagenden Herz und der schützenden Umarmung? Es muss nicht immer das Messer im Rücken sein, manchmal ist auch schon ein Zahnstocher unangenehm. Mit einem Grauschleier lebt es sich für manchen wohl ganz gut, aber ich habe mich für die offenen Augen entschieden.
Bergsteiger können nicht alleine den Mount Everest erklimmen. Stützende Seile, Ratgeber, Weggefährten machen den Aufstieg erst möglich. Wie aber bewegt der politische Bergsteiger sein Umfeld dazu ihm den Weg zur Spitze zu ebnen? Mit einem Schlüssel zu Dagobert Ducks Schatzkammer oder ist der Handel emotionaler Natur? Ich spreche hier nicht von Nüssen oder Getreidesamen. Eigentlich ist doch die Frage von größerem Interesse, ob es dem Bergsteiger auch daran liegt, das alle gemeinsam oben ankommen. Natürlich muss niemand auf dem Weg sterben aber wer darf das Fähnchen in den Mond stecken?
Es kommen strahlende Ereignisse auf mich zu und ich lache ihnen hüpfend entgegen. Wahre Anerkennung für geleisteten Einsatz macht warme Schauer. „Die Kunst des klaren Denkens. 52 Denkfehler die sie besser anderen Überlassen“ Rolf Dobelli hilft euch vielleicht den Alltag genau so sehr zu genießen wie ich gerade. Ansonsten gefällt mir „Wo geht die Liebe hin, wenn sie durch den Magen durch ist“ von Dr. Eckhart von Hirschhausen sehr gut. Nach „Glück“ ein neues Stück clevere Gedankensaat.ssel zu Dagobert Ducks Schatzkammer oder ist der Handel emotionaler Natur? Ich spreche hier nicht von N

(17.11.2016)

Drachenwetter (Mai II)

 
Verleitet der Erfolg zum Höhenflug? Drachen steigen zum Himmel und stürmische Winde ziehen in Berkeley auf. Es regnet sogar. Nordkalifornien ist nicht Südkalifornien. Ob das Wetter sich auf die Menschen auswirkt? Raue Brise, wechselhaft.
Auch das was nahe liegt muss sich nicht nah anfühlen. Die räumliche Distanz wird kleiner. Man könnte den Buschfunk nutzen. Dagegen das meilenweit Entfernte ist ständig präsent.
Kennt ihr das? Ein Celebrity der im Fernsehen eine äußerst gute Figur macht, als Kind eure Wand als Poster zierte und euch auf der Leinwand oder im Flimmerkasten Gänsehaut verschafft? Und dann steht er/sie/es im realen Leben vor euch und nicht alles ist Gold was glänzt. Auf wissenschaftlicher Ebene ähnlich. Ich habe meine Goldstücke bereits gefunden und der Campus glitzert, aber so manch großer Redner wird sich auch seinen eigenen Worten verschlucken. Die rosarote Brille wurde gegen die Sonnenbrille ausgetauscht und ich sehe sehr klar in staubigen Gemächern.
Im Rumpelregal fand ich „Cloud Atlas“. Das liest sich gut im Lieblingscafe zu Blaubeer Pancakes. Und die New York Times. Die hat tatsächlich jemand über den Zaun geworfen, der ein Fahrrad fuhr. Dazu „Goodnight my Angel“. Ein trauriger Schlafsong aber so melodiös. Gefolgt von klassischen Streichquartetten, denn die laufen hier in Coffee Shops und Diners.  
 

(20.7.2015)

Sonneneruption (Juli)

 

Die doppelzüngige Schlange ist mir in letzter Zeit häufig über den Weg geschlängelt. So mancher vermutet sie nur in tropischen Gebieten, aber auch die vermeintlichen Idyllen beherbergen gut getarntes Kriechtier. Janusköpfe haben schöne Augen, aber die Blicke sind kalt. Ich weiche ihnen nicht aus, denn mein Herz ist heiß. Glut zieht über Deutschland und ich tanze unterm Gartenschlauch. Brauche keinen Kammerjäger, denn die Wahrheit kommt immer raus. Das hat mir mein Leben bereits bewiesen. Alles kommt ans Licht, nicht nur wenn Herzen strahlen. Die schützenden Steine sind ins Rollen gekommen, als der Berg vom Herzen fiel. Sonnenschein durchflutet jeden Spalt und jede Ritze und schwemmt Schlangen zum Fluss. Und ich springe angstfrei durchs Wasser. Auch wenn das ambivalente Zischen noch nicht ganz verstummt ist, wird es vom lauten Lachen übertönt.

Und ich werfe einen Blick zurück auf die Biobrotfanatiker in den Pommesbuden, die betenden Atheisten, die Prediger in den Bordellhintertüren, die Wölfe die am Schafspullover stricken, die Pazifisten im Waffenladen. Gegen Anfeindungen werfe ich mit Apfelmus, denn mein Herz ist von Liebe erfüllt.

„Papaoutai“ von Stromae ist mein Sommerhit. Ich erinnere mich an afrikanische Rhythmen und bewege Becken, Hüfte und Beine. Und „Heads Will Roll“ von den „Yeah Yeah Yeahs“. Für Los Angeles unerfahrene fühlt sich der Filme „The Bling Ring“ sicher erst mal ein wenig verstörend an, aber es lohnt sich. Als Hollywood erprobte ist die Darstellung schmerzhaft realistisch. In Berkeley gibt es ein Kino, das jedem Zuschauer sein eigenes Sofa gönnt. Sitzsäcke, Eiscreme, und Tische. In weniger romantischem Ambiente empfehle ich wärmstens „White House Down“. Nicht nur weil Channing Tatum als Antiheld brilliert. Begeisternd. Aber brutal.

„Flirting with Danger“ von Lynn M. Philipps. Beindruckend bedrückend. Passend zu meiner momentanen Forschung. r Los Angeles unerfahrene f

 Für die etwas seichteren Stunden dann vielleicht „Von nix kommt nix“ der Roman zum Erfolg der Geissens. Ein Klassiker meiner Kindheit ist mir jetzt in San Francisco im Lehrplan einer Grundschule wieder begegnet.

(20.7.2015)

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Wind, Wolken und neue Wege (Mai)
 
Ich schreibe meinen ersten Blog aus Berkeley auf eine Butterbrottüte in einem Frühstücks – Diner. Aufgefallen bin ich sowieso schon. Gestern Nacht stürmte es so, dass die Mülltonen über den Hof schlidderten, heute tragen die Berkelenos Hot Pants und Flip Flops und mich friert es in Schal, Jacke und Stiefeln. Die Luft ist frisch und ein wenig salzig und wir sind definitiv nicht mehr in LA, denn der Supermarkt macht erst um 9 auf und wird um 18 Uhr wieder schließen. So etwas wie Öffnungszeiten ist mir in letzter Zeit schon sehr suspekt geworden.
Diesen Teil der Stadt kenne ich noch nicht. Es ist kein zurückkommen, es ist ein neu erobern, ein anders machen. Auf fremden Wegen läuft es sich so unsicher, aber auch selbstbestimmt. Dem GPS zu folgen wäre sicher einfacher und das Ziel klarer aber mein Schritt ist fest. Als ich loslief wusste ich noch nicht genau wo mein Weg enden würde. Als ich ankam war der Markt noch zu…wäre ich aber Zuhause geblieben wäre auch mein Kühlschrank noch leer.
Das Tor zur Universität durchschreiten. Große Versprechen hallen von jedem Gebäude wieder. Große Versprechen sind in jeden Pflasterstein eingraviert. Dinge, die kommen sollen, daran hält man sich fest. Die Zuversicht ist der Antrieb. Unterschreiben würde das keiner, aber man vertraut ja darauf. Ein Schloss auf Hoffnung gebaut. Hoffnung ist eine warme Wolke, aber der Wind verweht sie so schnell und die Welt ist windig.
Bourdieu und Waquant liegen auf meinem Schreibtisch. Colbie Caillats Album „All of you“ lief im Flieger.  

(20.7.2015)

Es grünt nicht grün (April)


In LA fragt man mich oft was ich an deutschen Dingen vermisse. "Bratwurst? Snitzel? Sauerrkrraut?" Erst seit ich wieder hier bin weiß ich es: den Geruch von Frühling! In LA ist Sommer. Manchmal kalter Sommer aber meistens warmer Sommer. Einen Tag lang hagelte es für 15 Minuten. Menschen rannten aus Cafés und Geschäften und posteten Videos auf Facebook. Danach schien wieder die Sommersonne und verpasste mir sogar einen Hitzschlag. Weil ich es für Frühling hielt.

Ich habe in letzter Zeit viele Heliumballons gesehen. Am Set, am Santa Monica Pier, in Osterdekos, bei Premieren, an den Kassen von Lebensmittelgeschäften. Es kommt mir vor als hingen sie seit kurzem auch an so mancher Armen und Beinen. Ich werde das beobachten. Falls sie drohen dich mit sich empor zu ziehen werde ich hinein pieksen, damit du nicht abhebst.

Die Puppen tanzen lassen ist wohl beglückend. So ein bisschen heroisch? Spaßig? Auf jeden Fall machtvoll. Macht ist eine süße Suppe, die schwer im Magen liegt. Die lasse ich dich lieber alleine auslöffeln. 

Der neue Nicholas Sparks begleitet mich auf Flug, Fuß und Bahnreisen. Hoffentlich liebe ich es genauso sehr wie SAFE HAVEN. Ich schaute heute zum ersten Mal in meinem Leben THE NOTEBOOK. So viele Male hatte ich meine Schauspielkollegen Szenen daraus rezitieren gesehen. Zuletzt in den Universal Studios. Bisher mochte ich Ryan Gosling nicht besonders. Das hat sich jetzt geändert. Ich würde gerne mal Nicholas Sparks Mutter kennen lernen.

Außerdem mal wieder DIE GESELLSCHAFT DER GESELLSCHAFT und LIEBE ALS PASSION von Luhmann. Back to the roots und dann wo anders hin.
 

(20.7.2015)

 

Los Angelena (April)
 
Der Emotionskessel blubbert. Es zischt hin und her zwischen kochend heiß und bitterkalt. Der Magier steht davor und wirft wohlüberlegt Zutaten in den Zaubertrank und du wehst im Wind nach seiner Fahne. Du hast bereits davon getrunken, es ist gibt kein Zurück und das Gift ist ein schleichendes.
Lasst uns lieber vom Wetter sprechen. An Ostern spüre ich die Transformation in mir. Die Verwandelung zur Los Angelena. Es regnet und das kommt dem Weltuntergang nah. Beim Osterbrunch müssen meine Freunde und ich uns unter einen SONNENschirm retten und wir debattieren 10 Minuten darüber warum es gerade an Ostern regnet! Warum es überhaupt regnet! Dann klärt sich der Himmel auf. Die Bikinis für Santa Monica Pier haben wir bereits im Auto verstaut (es gibt keinen Ort den man nicht per Auto erreichen kann, so der amerikanische Gedanke) und wir lassen die Pancakes hinter uns.
Die große Leinwandliebe dauert hier für die Anzahl der Drehtage an. Jeder sucht sie in Geschichten und Bildern und ich nehme Nicholas Sparks „Safe Haven“ mit auf meinen Berkeley Trip. In den realen Dialogen finde ich Abgeklärtheit, fast schon Bitterkeit. Ob die Chefs von Schokoladenfabriken wohl Pralinen als überflüssig ansehen? Ob sie über die Unwissenden lästern die noch dem Glauben verfallen sein Schokohasen seien großartig? (Schokohasen aus LA schmecken übrigens seltsam…) Ich möchte lieber Willie Wonkas treffen! Die Schokoladenbrunnen schmieden und auch an ihre Existenz voller Überzeugung glauben.
Es jammert sich so leicht im Jaccuzzi, mit dem Coffee Bean Vanilla Latte in der Hand. Auf langen Autofahrten habe ich viel Zeit zum Nachdenken. Ich würde auf das Geächze, Gemäkel und Gestöhne gerne mit den Worten meiner besten Freundin antworten: „Was labers du? Komm mal auf dein Leben klar!“ Ich schwinge am Trapez und ich bin glücklich. Auf dem Weg zu meinem Auto regnet es und es ist mir egal.   
 

(20.7.2015)

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Von großen Schiffen und kleinen Fischen (März)
 
Ich höre aufmerksam zu. Whirlpool-Whispering. Coffeeshop-Chatting. Party-Plaudereien. Esoterik-Ergüsse. Selbstfindungs-Schwafeln.
Wenn das Schiff untergeht, dann aber mit großem Tamtam, Orchester und in prunkvollen Kostümen. War das nicht bereits auf der Titanic so? Zumindest lässt James Cameron es uns glauben. So auch hier: je kleiner die Rollen, Engagements und Apartments umso pompöser die Location für die Geburtstagsparty. Je niedriger das Einkommen umso höher die Fitnessstudio Mitgliedsgebühr. Zwischen Trophy-Wifes und Business Men wird am 12$ Glas Chardonnay genippt und ich finde es ist Zeit diese Party zu verlassen. Ähnlich stellt sich auch die kalifornische Gesamtlage dar. Mit einem Defizit von 12,5 Milliarden Dollar in der Staatskasse hat die Sonnenseite der USA sich allerdings bereits gebessert. 2011 klaffte eine Lücke von 26,6 Milliarden Dollar im Etat des Staates. Das ganze durch Kürzungen der Ausgaben.
Das wirkt sich auch auf Studiengebühren aus. Berkeley ist jetzt erstmals teurer als Harvard. Ob sich das auch auf die Marihuana Preise auswirkt? Meine Freunde sind besorgt ich könnte zum Hippie avancieren. Love, Peace and Pickup Artists.  
Aber die schwierige ökonomische Lage scheint einen Sektor völlig unberührt zu lassen. Hundehotels. Auf der Suche nach einem Quartier für meine Freunde wird mir bewusst, dass der bestmögliche Komfort wohl in einer luxuriösen Hundehütte mit 24/7 Service, Spa, Coaching Bereich und Makeover zu erwarten ist.
Zwei Begriffe umkreisen mich seit ich auf der anderen Seite des Teiches landete. Ob laut ausgesprochen, geflüstert oder gedacht. Karmalicity oder auch Sickerlicity. Ausdrücke für schicksalshafte Begegnungen, beinahe gruselige Begebenheiten. LA ist riesig und doch scheint es manchmal winzig zu sein. Lügen haben hier zwar meist schlanke aber dennoch kurze Beine und diese tragen sie auf zauberhafte Weise zum Licht. Nichts bleibt verborgen in der Stadt der Täuschung. Gelebte Lügen sind hier zu wahr.
Ich lese „Born to be good“ von Dacher Keltner. Und höre „Thrift Shop“ von Macklemore und Ryan Lewis. Meine deutschen Freunde grölen den Text mit ohne genau zu wissen, worum es sich eigentlich bei einem Thrift Shop handelt. Hier in LA sind sie die Hipster Treffs Number one. Gebrauchtwarenläden und Second Hand Shops mit absoluten Niedrigpreisen. Große Warenhallen mit endlosen Regalen. Das gekonnte Auge findet kurz getragene Schmuckstückchen die richtig kombiniert zum coolsten Outfit avancieren können. Außerdem Country. Ich muss es zugeben auch wenn mir kürzlich jemand eine Studie zeigte die besagt, dass Städte in denen vemehrt Country Musik im Radio läuft eine höhere Selbstmordrate hätten.  

(20.7.2015)

 

Stille Macht. Heilige Nacht. (Dezember)
 
Zufälle. Führen zueinander. Bringen ans Licht. Beginnen oder beenden. Verschleiern. Ermöglichen. Verpuffen manchmal oder Ändern auf einmal alles. Der Kopf surrt von Gedanken. Die Hand greift hin und her zwischen Zimtstern und Lieblingsstift und das Erlebte fließt ein.    
Wie sehr uns Bilder stimulieren. Jene, die in uns entstehen, aber auch jene, die von außen in uns hineinrieseln und die, die wir uns einsaugen. Kunst ist im Stillen mächtig. Was bewegen bewegte Bilder in uns und weswegen ändern sich unsere Wege? Was machen Worte uns wollen und wie schreiben Geschichten Geschichte?   
„Director of Photography“ wie übersetzt man das im Deutschen? „Kameramann“? Viel zu flach.  Cinematographie malt Momente auf Leinwände. Was sich in den Augen spiegelt muss nicht sofort ins Herz durchdringen, aber wenn ein Künstler den Blick führt, verwandeln sich Pixel in Augenblicke. Cinematograph Tobias Deml beginnt sein Demo mit einem Augenaufschlag. Den Blick nicht abzuwenden lohnt sich. http://vimeo.com/53973421 Der Deutsch-Österreicher hat sich im Mekka der Filmbranche, Los Angeles, einen Namen gemacht und dieser Film hat mich besonders berührt. TERMINATED.  http://vimeo.com/44283823 Und wer noch tiefer eintauchen will in den Kamerakünstler und Designdude checkt mal hier. Selbstironie = super http://tobiasdeml.com/
Ich verschlinge „Der leere Raum“ von Peter Brook und werde verschlungen von „If it’s purple someone’s gonna die. The power of color in visual storytelling” (Patti Bellantoni). Filmaffine Bücherwürmer, Theatertexter und visuelle Wordspieler werden diese zwei Bücher lieben.  
Kein „Last Christmas“ dieses Jahr. Lieber „Have yourself a merry little christmas“ oder „Its beginning to look a lot like christmas“. Ich hatte Weihnachten am Set schon im November bei 25 Grad. Trotzdem. Ansonsten den Score von „The Girl with the dragon tattoo“.  Es schnieselt draußen. Schneien plus Nieseln. Ich knete Plätzchenteig.
 

(20.7.2015)

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Von falschen Pferden (November)
 
Auf das falsche Pferd gesetzt? Das passiert. Die anderen Pferde ziehen an einem vorbei, man beachtet sie kaum. Zu fokussiert ist die Konzentration auf den Favoriten. Die Aufmerksamkeit lenkt die Handlung. Tunnelblick. Man eifert, feuert an, umkreist. Auch wenn das Wettpferd längst hinter den anderen abgefallen ist wird die Meinung nicht geändert. Zweifel weggewischt, mahnende „I told you so“ – Gesichter ignoriert oder weggestoßen. Und dann, End of Game und die Hoffnungslosigkeit des Falles drückt sich nun auch in Fakten aus. Wenn der Applaus verklungen, die Tribüne geleert und der Verlierer längst fort kommen die Gedanken. Warum eigentlich nicht an die anderen Pferde geglaubt und in sie investiert? Kann man noch umsetzen? Das Leben ist kein Wettbüro.
Gelesen wird nicht „Shades of Grey“ aber da hinke ich sowieso schon wieder hinter her oder? „Den Hobbit“ hat mein Grundschullehrer uns in der dritten Klasse komplett vorgelesen. Wir lösten dazu Sachkunde Aufgaben und bastelten aus kariertem Papier Fächer, weil die Hitze sich hinter den großen Fensterscheiben staute. Stattdessen jetzt „Sunset Boulevard: Vom Filmen, Bauen und Sterben in Los Angeles“ von Kevin Venneman. Ich meide diese Straße so gut es geht aber ich mag dieses Buch.
So viele Begegnungen in diesem Monat mit verloren gegangenen und dann wieder gefundenen Menschen. Die Suche lohnt und auch das Rufen. Aber vor allem das Hören, auch wenn man manchmal nicht hören will. Über den Stolz springen. Das Herz hüpft.
Auf den Ohren habe ich momentan den Soundtrack zu „Inception“ und den Soundtrack zu „The Social Network“. Inspirationsmusik. Farben fliegen auf die Leinwand. Außerdem meinen Lieblingssong von Cro „Jeder Tag“. Wahre Worte. Mal nachdenken, aufsaugen. Und dann noch „Kreatur“.
Ein Shoutout für meinen Jazz-Freund André Meisner. http://soundcloud.com/andremeisner/sets/kreaturErhat dieses musikalische Wesen mit seinem Saxophon erschaffen. In Los Angeles lief der Weihnachtssender in meinem Auto auf Dauerdudel. Obwohl mindestens 10 Grad wärmer als hier. Ein X-Mas Konzert naht und es werden adventliche Lyrics gelernt. Selten von so viel „Love“, „Peace“ and „Harmony“ im Kopf gehabt. 

(20.7.2015)

 

Pancakes, Piroggen und Popmusik (September)
 
Zurück aus Los Angeles jetsette ich bereits die gesamten letzten Wochen durch Europa. Den letzten Rest California-Fernweh konnte ich mit einem Musikvideodreh in einem Excalibur Oldtimer und einer anschließenden Pancakes-mit-Maple-Sirup-Orgie im „Starchief Diner“ befriedigen. Wenn ihr auch so verrückt nach Pfannkuchen seid wie ich dann ist das hier für euch die richtige Adresse.
Und für alle Neugierigen hier noch mal was Visuell-Auditives:
Auch Finnland war auf meiner Reiseliste. Fantastisch. So viele großartige Menschen, beseelende Eindrücke, stille und wilde Momente, keine Mückenstiche(immer diese Vorurteile) dafür aber Wander-Kletter-Muskelkater und großartige Kulissen. Für die polnischen Piroggen steht es zwar 1:0 im Vergleich zu den finnischen aber trotzdem hat Finnland sich in mein Herz geschlichen.
Und hier noch ein kleines Goldstückchen was Tanzchoreographie im Film angeht. Trotz meines kritischen Auges auf Kitsch-Klischee-Tanzfilme finde ich diesen „Oldie“ ein großartiges Beispiel für Nutzung des Raums und kreativer Choreoarbeit.
Wisst ihr nicht, was ihr lesen sollt, wenn es draußen düster wird? Wenn ihr genug habt von Frau Wulffs Debut oder „Shades of Grey“ dann empfehle ich euch einfach alles von Eva Ibbotson. Lasst euch von den kindlichen Covern ihrer märchenhaften Romane nicht abschrecken, die stehen alle in meinem Regal und werden regelmäßig erneut gelesen. Besonders lege ich euch die „Geheimnis…“ Bücher ans Herz (wenn ihr Cornelia Funke und Joanne K. Rowling mögt).
 
 

(20.7.2015)

 

GO FOR IT! (Juni)
 
Berliner Luft ist dreckig aber tasty.  Ich übe meinen Text und Haarspray vernebelt mir die Sinne. Seit neuestem ein großer Fan von Bircher Müsli und Vollkorn – Nudeln. Die müssen schnell zwischendurch verdrückt werden, weil die Kamera schon klickt und das Pferd auf seinen Einsatz wartet. Musik fließt still durch alle Adern und pumpt die Stimmung auf. Die Nacht war kurz aber aufgeladen, ich bebe noch nach.
Mir kamen so ein paar Dinge in den Sinn: Wenn dir etwas wirklich wichtig ist, wenn es dir so viel bedeutet, dass es schon fast weh tut, wenn es dein Herz hüpfen lässt und dein Verstand davon durchtränkt ist, dann…GO FOR IT! 50% werden nicht reichen, ein nur zur Hälfte eingesetztes Herz wird dich immer unerfüllt hinterlassen und ein Gefühl der Restleere mit sich bringen. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen – klingt wie ein Kalenderspruch, bleibt es aber nur für die, die nicht den ganzen Weg gehen und am ersten Kopfsteinpflaster nicht auf die Idee kommen von den Highheels zu steigen und barfuß weiter zu rennen. Also gehört nicht zu denen, die an der der ersten morschen Brücke nicht die Liane nehmen und am sumpfigen Fluß nicht die Hosenbeine hochkrempeln! Lass nicht das Rad der Zeit an dir vorbei laufen, während deine Uhr zwar tickt aber stehen bleibt. Nutze die Gelegenheit so lange es 5 vor 12 ist, denn irgendwann ist die Sanduhr durchgelaufen und zerbricht vielleicht.
Löst eure Augen vom Frühstücksfernsehen und schaut euch diesen Kurzfilm an für einen Qualitätssehmoment. Lasst euch von der anfänglich etwas unruhigen Kameraführung nicht in die Flucht schlagen, es lohnt sich. TERMINATED heißt der Streifen und hier ist der Link:
 http://vimeo.com/44283823
 
Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ein Lauren Conrad – Buch empfehle. Bis vor ein paar Stunden hielt ich sie noch für ein hübsches Accessoire, ein gut präsentiertes Reality-TV-Sternchen das zufällig in meiner neuen Heimat weilte, aber jetzt muss ich dieses Bild revidieren. Ich verschlinge „LA Candy“. Besonders gut als Hörbuch in der Originalsprache, mein Iphone ist schon ganz heiß gelaufen von der Überbeanspruchung als virtueller Kassettenrekorder. Unterhaltungsbelletristik at its best. Während das Cover ziemlich klebrig-rosa anmutet, verbirgt sich dahinter ein detaillverliebtes Stadtportrait, anekdotenhaft und temporeich mit charmant-witzigen Dialogen und facettenreich nachgezeichneten Hauptdarstellern. Sicher, die zwei besten Freundinnen im Mittelpunkt der Geschichte scheinen zunächst ins Schneeweißchen-und-Rosenrot/Good-Cop-Bad-Cop Klischee zu passen, entpuppen sich dann aber rasant zu Charakterköpfen die man gerne auf ihrem Weg begleitet. Dazu kann man fantastisch Ben L’oncle Soul (also ich glaube ja immer noch, dass das ein Künstlername ist….) lauschen. Seine Version von „Barbie Girl“ ist einfach bomfrationös!! (das war übrigens mein Song während der Zeugnisübergabe auf meiner Abifeier…) LOVE IT!
 

(20.7.2015)

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Feeling Free (Juni)
 
Was für aufregende Tage hinter mir liegen. Herz und Kopf wurden durchgeschüttelt. Aufregung, Bauchkribbeln, Rotweinorgien, mit dem liebsten Kollegen und Freund von damals arbeiten, junge starke Menschen kennen lernen, voller Hoffnung, sofort ins Herz getanzt, völlige Erschöpfung, wie tot ins Bett fallen, Erstickungslachen, tropfende Blumensträuße, den Flow finden, bis zum Anschlag drehen, bestes Asiafood, Flik Flaks, Lärmpegel, City-Shopping, Tränen, Lästereien, „eigentlich hab ich keinen Bock“, Starbucksgeschlürfe, Rudelgucken, Freiheit.
Die Literaturtage sind vorbei. „LITERATURE – WE DANCE IT!“ war großartig. Ich danke euch.
Nur so ein paar Gedanken….Da ist dieser Mensch. Der von dem du alles weißt, über den du dir jede unbedeutende Kleinigkeit merkst, dessen O-Töne du auswendig kannst, dem du jedes Wort von den Lippen saugst und sofort im Langzeitgedächtnis speicherst, für dessen Belange dein Interesse nicht größer sein könnte, dessen Vergangenheit du dir hast erzählen lassen und über den du immer noch mehr erfahren möchtest. Und dann fällt dir plötzlich etwas auf: Was weiß er eigentlich von dir? Wonach fragt er dich? Was will er von DIR erfahren? Wie ich schon sagte, nur so ein Gedanke…
 
Meine Leseempfehlung für diesen Blog ist: „Beeing Kendra – Cribs, Cocktails & Getting my sexy back“ von Kendra Wilkinson. Ich habe die amerikanische Originalausgabe und ich bin mir nicht sicher, dass sie das bereits ins deutsche übersetzt haben aber ihr amerikanischer sexy-slang kommt auch auf Englisch viel besser zur Geltung. Für die Vollblutgermanen unter euch noch ein weiterer Tipp „Der Bohlen Code“ von Gerd Graf Bernadotte. Das könnte allerdings unangenehm werden. Diese Buch ist ehrlich, gnadenlos, brutal. Es bannt die Schmutzigkeit des Casting-Show Business angeführt von Dieter Bohlen schonungslos auf Papier, rechnet mit Produzenten ebenso wie mit „Sängern“ ab und wird euch atemlos und kopfschüttelnd zurück lassen.  
Ich höre im Autoradio mit runter gekurbelten Fenstern „Ma Cherie“ von „DJ Antoine“ oder „Summer Paradise“ von Jean Paul und Simple Plan oder „Drive by“ von „Train“ oder „Payphone“ von „Maroon5“  oder bei gemäßigter Laune „Clown“ von Emelie Sande.
Achtung, das ist KEINE Buchempfehlung: Irgendwie habe ich mich vom Titel täuschen lassen, but never judge a book by its cover. Ich als absoluter Jazz-Fan zog also das Buch „JAZZ“ (Toni Morrison) aus dem Hotelbibliotheksregal und hatte schon die großartigsten Bilder im Kopf. Aber meine Kopfkinohoffnung wurde jäh enttäuscht. Ich mag dieses Buch nicht, obwohl ich Stream of Consciousness mag. Noch weniger mag ich GOTYE und SOMEBODY THAT I USED TO KNOW und genau deshalb müsst ihr unbedingt DIESES Video anschauen …

http://www.youtube.com/watch?v=IzRkiFh7Rj8

(20.7.2015)

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Momentaufnahme (Juni)
Nachdem die Rheinische Post jetzt täglich das Düsseldorfer Schauspielhaus ins Zentrum stellte, zerriss, wieder auferstehen ließ, unentschlossen war und abwechselnd die Empörung des Kulturdezernenten über den Intendanten oder des Intendanten über den Kulturdezernenten druckte, war es an der Zeit für einen Theaterbesuch. Und es war grandios. Ich lege euch sehr „Karte und Gebiet“ von Houellebecq im kleinen Saal (Düsseldorfer Schauspielhaus) ans Herz. Aufwendig und pfiffig inszeniert, fantastische Schauspieler, die bis ans Äußerste gehen (ich hatte ein bisschen Angst, ob der Hauptdarsteller den Schlussapplaus überlebt…), musikalische Verflechtungen, orgasmische Monologe, zeigefingerfreie Gesellschaftskritik, modern abgespacetes Bühnenbild. Ok, den ersten Akt mochte ich mehr als den zweiten (kein Spoiler) aber als ich die Pause fälschlicherweise für das Ende hielt, kamen mir fast die Tränen weil ich dachte, dass es schon vorbei ist. Ab nach Düsseldorf. Erst in die Bibliothek einen Houllebeque ausleihen, dann zum Schauspielhaus. (Achtung, das Parkhaus ist nur bis 24 Uhr geöffnet! An dieser Stelle möchte ich nicht näher darauf eingehen…)
Es sind wieder so viel Worte in meinem Kopf die auf Papier drängen. Ein süßes Gefühl. Ich hatte es vermisst. COMIN HOME BABY spielt der Jazzpianist und mein ledernes, weiches Notizbuch füllt sich.  Und wir beginnen zu tanzen. Love it.  
Kennt ihr das? Fast perfekte, aber unspektakuläre Augenblicke zu erleben und euch zu denken, wie es wäre diese mit einer bestimmten Person zusammen zu empfinden. Wie ihr euch vorstellt, das Geteilte wäre zusammen umso mehr. Mitten in der Situation inne halten und denken, wie es wohl wäre wenn...Die Menschen warten viel zu viel. Warten, abwarten, lauern, harren, ahnen. Und dann ist die Gelegenheit verflogen.
Seid ihr eigentlich dem PRIMARK-Wahn verfallen? Quetscht ihr euch mit großen Wäschesäcken an Teenies und Wannabe-Teenies durch enge Gänge zwischen Kleiderhaufen? Macht ihr einen wochenlang geplanten Tagesausflug aus dem Primarkbesuch, feiert es als Happening und fotografiert euch vor einem Wäscheständer mit Neonshirts und der braunen Papiertüte mit Markenaufdruck für die eigens kreierte Facebook-Gruppe? Egal wie eure Antwort auf diese Fragen lautet, ich denke ihr könntet euch für Exchains und die Clean-Clothing-Campaign interessieren.
Bei der Kampagne für saubere Kleidung geht es nicht um die Auswahl des richtigen Feinwaschmittels und Exchains organisiert keine Auslandsaustäusche…aber vielleicht wollt ihr euch erst mal selber informieren??
Noch mal was Anderes: Als Bubbletea – Verweigerer bin ich in der Frappucchino Fraktion und auf der Suche nach dem besonderen MUG (Unterwegs-Becher-mit-Schlabberloch-und-Wärmeisolierung
). Jemand einen Tipp?? Auch Frozen Joghurt konnte mein Herz bisher noch nicht erweichen. Die gute, alte Spaghetti-Eis-Tüte steht immer noch auf dem Siegertreppchen. Wie seht ihr das?
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Ich lege euch dieses Mal etwas Deutsch-Amerikanisches ans Herz:  Christine Kruttschnitt, die Frau ist genial. Nachdem ich bereits ihre Kolumne im Merian „Hollywood“ verschlungen hatte, musste ich einfach mehr von ihr lesen. Ihr Buch „STRANGE – ALLEIN UNTER AMERIKANERN“, erschienen im DUMONT Verlag, toppt den Merianartikel noch. Das ist die Cupcake-Torte im Vergleich zum Vorgeschmacks-Muffin. Die STERN Journalistin lebt in Los Angeles und berichtet dort mit süffisant spitzer Zunge, brutaler Ehrlichkeit trotz zwinkerndem Auge über ihr Leben in Lalaland.  Würde man sagen, das Buch räumt mit Klischees auf und ist ein biographischer Ausschnitt aus ihrem American Life wäre das nicht genug. Sie zeichnet die Stadt der Engel mit geschliffener aber doch authentischer Sprache nach. Hoch literarisch, keine Sekunde langweilig. Man erlebt mit ihr die alltäglichen und bisweilen auch außergewöhnlichen, berauschenden, bodenständigen und besonderen Momente. I LIKE!
Im Fitnessstudio habe ich momentan immer “UP ALL NIGHT” von ONE DIRECTION im Ohr. Richtig schöne, babyblaue Boygroup-Musik mit Clap-Your-Hands-Beats drunter. Da darf man natürlich kein Violinkonzert oder einen Schostakovich erwarten aber sehr solide produzierten, clever gemixten und raffiniert komponierten Pop. Und ja, ich kann auch den JEDWARD-Zwillingen etwas abgewinnen (an denen kürzlich die SAT1-Frühstücksfernsehen-Moderatorin verzweifelte) weil mir das Gesamtpaket aus Verrücktheit, Akrobatik, Kostüm und Bühnenshow gefällt. Schon höre ich entrüstete Adele-Fans sagen „Aber das ist doch kein Gesang“ aber auch Adele hatte nicht grundlos schon so einige Stimm-Ops.
Hier noch ein kleines Gimmick für euch: Ein grandioses Pancake – Rezept….yummy! Ich liebe nicht nur das Rezept, sondern auch den Akzent des Kochs. Oh dear… http://www.youtube.com/watch?v=Xiutt2Ejt1Y

(20.7.2015)

 

Sümpfe und Sweet Summer Feeling (Mai)
 
Kennst du das, wenn du manchmal siehst, wie der Andere in sein Unglück rennt und du denkst: „Oh komm schon! Bitte versau es nicht!“. Wenn du dabei zuschauen kannst, wie er sich selbst disqualifiziert? Und du willst schreien: „Hey Dummkopf, da rechts ist eine Brücke, du musst nicht durch den Sumpf waten und darin ertrinken, bevor du bei mir ankommst! Nimm die verdammte Brücke!“
Aber manche sind ja beratungsresistent…Die Brücke könnte ja ein Zeichen von Schwäche sein! Wer durch den Sumpf kommt ist ja unendlich viel cooler, interessanter! Und du kannst sogar ein T-shirt tragen mit der Aufschrift COOLNESS LÄSST MICH KALT! Die springen trotzdem in die Brühe, glauben den Dreh raus zu haben. Schon so gut wie am Ziel. Und überhaupt sie sind ja noch NIE in einem Sumpf ertrunken. DU musst ihnen jetzt also beim Absaufen zugucken. Bis zum letzten Blubbern bleiben sie uneinsichtig.
Aber jetzt noch was Schönes: Heute ist der Tag der guten Nachrichten. Während die Sonne meine Uniwälzer verbleichen lässt, sitze ich da mit dem Glanz der Zufriedenheit im Gesicht. Was so ein kleiner Briefumschlag an Glück verbreiten kann.
Die Literaturtage 2012 rücken näher, im Tonstudio vibrieren die Beats für die neuen Songs die „LITERATURE – WE DANCE IT!“ (15. Juni 2012, Barmer Jugendclub, Wuppertal) dieses Jahr ausmachen werden und ich bebe vor Spannung mit.
Umringt von Lieblingsmenschen habe ich lauter neue Worte im Kopf. Pfingsten wird Papierfluten bringen, Gedankensalat der in die richtige Reihenfolge gebracht werden will. Ich male Momente in Buchstaben nach. Einige werden sich noch wundern…
Jetzt noch schnell den eigenen Rhabarber ernten. Jemand Interesse an meinem Naschkatzenrezept für Rhabarber-Apfel-Sonnenblumenkern-Rosinen-Aprikosen-Marillen-
Kuchen? Meine Freundinnen lieben ihn. Und schon bald werden die ersten Trommelschläge vom Jazz-Festival erklingen.
 
Was kommt diesen Monat auf den kindle? Auf jeden Fall „Self-Management for Actors“ von Bonnie Gillespie (die Frau ist sowieso my hero of the hour) . Das ist the pick of the bunch was Bücher für Schauspieler angeht. http://www.amazon.com/Self-Management-Actors-Getting-Down-
Business/dp/0972301992/ref=la_B001K8QAY6_1_1?ie=UTF8&qid=1337940399&sr=1-1
Bonnies Bücher sind leider noch nicht übersetzt, deshalb für euch hier noch ein deutschsprachiger Leseleckerbissen: „Vegan Kochen für alle“ von Björn Moschinski. Ich weiß nicht ob ich euch das schon mal ans Herz gelegt habe aber die Sonnenstrahlen bringen mich so in Törtchenlaune deshalb noch ein Tipp: Die „Vegan Wondercakes“ von Kim Veganwonderland. http://www.amazon.de/Vegan-Wondercakes-Zuckers%C3%BC%C3%9F
e-Backideen-Tortenkunst/dp/3000328300/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1337940820&sr=1-1
Für die Nicht-Kulinariker unter euch noch ein Gartenliegengenuss zu nachdenken: „Virginia Woolf. Ein Leben“ von Hermione Lee und einer zum entspannen: Natalie Alisons „Einmal Hollywood und zurück“. Ich muss eine gewisse anfängliche Skepsis dieses Buch betreffend zugeben. Und ehrlich gesagt, Alisons Werk hat nicht den Anspruch ein Pulitzer Preis zu werden und mutet zu Beginn wie ein Schulaufsatz im Stile von „Mein schönstes Ferienerlebnis“ an. Aber gibt man der Lektüre eine Chance und lässt man sich auf ihre Momentaufnahmen ein, dann wird man berührt sein von der Ehrlichkeit, Offenheit und lebensnahen Erzählung. Der Realismus besticht und man hört Alison gerne zu, wenn sie, beinah mündlich, von skurrilen, harten, amüsanten und bewegenden Momenten ihrer LA-Zeit berichtet. Mein Exemplar ist aus der Bibliothek, aber ich glaube, ich brauche dringend noch eins zum Zerschmökern.  http://www.nataliealison.com/sides/buch.htm
  

(20.7.2015)

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Ostertipps (April)
Meine Wachteleier sind schon gekocht und gefärbt. Falls ihr noch nicht wisst, was ihr in die Riesenpappeier und die Kunstgraskörbchen stecken sollt (in Zusammenarbeit mit dem Osterhasen) habe ich hier ein paar Last-Minute Tipps. Gefunden für euch in diesem Monat in Wort, Ton und Bild folgendes:
„Starters“ von Lissa Price. In der Damentoilette des Cafe EXTRABLATT in Darmstadt bin ich auf eine kleine Leseprobe aus diesem Werk gestoßen und auf der Zugfahrt hatte es mich schon nach den ersten Sätzen gefangen genommen. Gefällt mir um Längen besser als Stephenie Meyers „Seelen“ ist aber für Liebhaber eines ähnlichen Genres gemacht. Allein in seiner Wortgestalt wäre es schon von hohem ästhetischen Wert, das liest sich wie geschnitten Brot, aber auch der Inhalt ist fesselnd, spannend und gruselig real. Unbedingt empfehlenswert.
Ein sehr schönes Video auf youtube das die, in meinen Augen wirklich großartige Schauspielerin Kristen Stewart featured und gleichzeitig den wunderschönen Song „What makes you beautiful“ enthält eigentlich von ONE DIRECTION aber hier gecovert Boyce Avenue. Ein sehr gutes anderes Cover dieses Songs ist von BEFORE YOU EXIT (Jungs, eure Mehrstimmigkeit ist ein Traum) http://www.youtube.com/watch?v=Fbk-U9HEYN8 Diese beiden super Cover sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie superkallifragelistischgut ich das Original finde.  Eine andere ebenso fantastische, wenn auch vom Typ ganz andere Schauspielerin ist, finde ich, Anna Paquin. Den Oscar hat sie schon mit 8 bekommen, konnte danach also ganz relaxt an ihre Schauspielerkarriere gehen, denn dieser Punkt auf der „What-do-to-before-death“ – Liste war ja schon abgehakt. Hier ein kleiner Videofetzen eines Interviews vom TIME Magazine.  http://www.youtube.com/watch?v=wqFukhkvSJc
Wenn ihr Trash-Filmabende liebt, dann kann ich euch „Prinz Eisenherz“ („Prince Vaillant“) in der Verfilmung mit Stephen Moyer und einigen anderen namhaften Schauspieler/innen empfehlen. Der ist soooo schlecht, dass er schon wieder gut ist. Wir haben Tränen gelacht. Ansonsten liegt bei mir im DVD-Player gerade die erste Staffel des „MENTALIST“. (Für Soziologen ist die Serie sowieso ein Muss) Simon Baker gehört für mich zur Königsklasse der männlichen US-Schauspieler. Und in seiner Paraderolle überzeugt er mich noch mehr als in „The Guardian – Retter mit Herz".

(20.7.2015)

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DAS SCHWEIGEN DER MÄNNER (Februar)
 
Ich habe auf Focus Online einen schönen Artikel über den religiösen Führer John de Ruiter gefunden. Kein Mann der großen Worte, sondern der großen Stille. Und darin liege sein manipulatives Potenzial, so der Soziologie Paul Joosse, der sich wissenschaftlich mit der Verschlossenheit des kanadischen Predigers und Autors beschäftigt. Was Joosse sagt finde ich als Soziologin, Autorin und Privatperson höchst spannend. Der Erfolg von Ruiters sei an drei Faktoren geknüpft:  
„Erstens ermöglicht sein Schweigen es seinen Anhängern, eine individuelle Bedeutung in die Stille zu interpretieren.
Zweitens benutzt er das Schweigen auch, um zu bestrafen oder um Menschen, die abweichende Meinungen haben, zu entmutigen. Das ist ähnlich dem Verhalten der Amish, die Gruppenmitglieder, die nicht konformistisch genug sind, meiden.
Die dritte Funktion von de Ruiters Schweigen besteht darin, dass es scheinbar die Vertrautheit zwischen den Beteiligten erhöht, vor allem, wenn de Ruiter sein Schweigen mit intensivem Starren kombiniert. Das Verhalten, sich lange tief in die Augen zu sehen, ist normalerweise bei Verliebten zu beobachten, erklärt Joosse. De Ruiter verhält sich also so, wie Menschen mit einer engen Beziehung dies tun. Viele verwechseln daher dieses Verhalten mit tatsächlicher Intimität.“
Ist „keine Antwort auch eine Antwort“? Wie interpretiert ihr „das Schweigen der Lämmer“? Macht ihr das manchmal auch so? Einfach nicht antworten, nicht reagieren, die Lippen verschlossen lassen, nicht zum Briefkasten gehen, keine SMS zurück tippen und keine mails verschicken? Es gibt ja auch so ein paar tricky Fragen, die man gar nicht beantworten möchte…oder man weiß die Antwort selbst noch gar nicht. Aber das ist doch auch ein tolles Manipulationsmittel, oder? Den anderen so ein bisschen „garen“ lassen. „Am ausgestreckten Arm verhungern“ oder „hinhalten“ oder „warmhalten“ oder „in der Luft hängen lassen“. Und so was lässt sich fantastisch tarnen. Mit Zeitmangel, Vergesslichkeit oder Problemen im Emailordner/Netzproblemen/unzuverlässigen Postboten…haben die das früher auch schon so gemacht? Haben die dann gesagt „Wir hatten kein Holz mehr für das Rauchzeichen“ oder „das Pferd vom Boten lahmt“ oder „die Brieftaube hat sich verflogen?“…
Ich höre heute http://www.youtube.com/watch?v=qEeF9r_8JMA&feature=you
tu.be
„Johnny Be Good“ mit Michael J. Fox. Die „Back to the Future“ – Reihe ist immer noch mein favourite Kindheitstrauma ;) Da möchte ich euch an dieser Stelle noch mal auf die Parkinson Stiftung von M.J.Fox hinweisen: http://www.michaeljfox.org/ Der Mann bewegt was, das bewegt mich.
Und dann höre ich „My heart skips a beat“. Dieser Song hat mich in Manchester verfolgt und immer wenn er jetzt im Radio läuft hüpft das Herz.

(20.7.2015)

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Diamant oder Straßstein? (Februar)
 
Will Smith sagt im Film DAS STREBEN NACH GLÜCK: "Lass Dir nie von jemandem einreden, dass Du etwas nicht schaffen kannst. Wenn Du einen Traum hast, schütze ihn. Wenn Du etwas willst, geh und hol´s Dir! Basta!"
Diamanten sind atemberaubend, selten, kostspielig, behaftet mit einem Schleier des Luxus und des Reichtums. Erstrebt und verehrt. Und dann sind da noch Straßsteine. Glitzernd, veredelnd, ausgeflippt, in den unterschiedlichsten Farben und Größen erhältlich. Käuflich zu erschwinglichen Preisen und weitaus verbreiteter als Diamanten. Du kannst mit einem Straßstein sehr glücklich sein. Sie stehen dir gleich kistenweise zur Verfügung. Und das meist sogar in deinem unmittelbaren Umfeld. Aber was wenn der Diamant doch viel außergewöhnlicher strahlt? Wenn da dieser eine besondere ist, ungeschliffen, ein Unikat. Dann alles auf sich nehmen? Den schweren Weg, die hohen Investitionen, die Rückschläge, die Hindernisse? Eine Hypothek aufnehmen um den einen Diamanten zu bekommen? Oder mit den Straßsteinen zufrieden sein?
Gerade wird im Höchsttempo „Zum Leuchtturm“ von Virginia Woolf gelesen. Da geht es nicht nur um Liebe, um wer mit wem und wer schließlich wen heiratet und wer zufriedener wäre, wenn er mit wem…oh nein. Es geht um Zerrissenheit und Gerissenheit. Um Eitelkeit und Eifersucht. Um Kindlichkeit und Alter. Und vor allem um eine unendlich schöne Frau. In Geist und Körper schön, aber auch von fast grausamer Steuerungsmacht.  Wer auf „stream of conscience“ steht, ist damit noch besser bedient. Für Musik bleibt kaum Zeit, da muss das Radio herhalten. Am liebsten RadioEuropa, Radio Hagen und BFBS Radio.

(20.7.2015)

 

Wedding Rings, Words und Wahrheitsliebe (Februar) 
 
Ich entschlüssele gerade Finger-Ring-Codes. Kennt ihr alle Bedeutungen? In China zum Beispiel bedeutet ein Ring am Daumen Reichtum. Im europäischen Kulturkreis dagegen stehe der Ring am kleinen Finger für „Single/ledig“ und der linke Daumen zeige „homosexuell“ an, verraten mir einschlägige Internetportale. Aber auch darüber sind sich die Quellen nicht ganz einig. Es herrscht das Ringchaos. Nur eine Sache ist doch ziemlich sicher, oder? Den Verlobungsring trägt man am linken Ringfinger, den Ehering am rechten Ringfinger. Also außer in England, die Briten verdrehen nicht nur den Straßenverkehr, sondern auch die Ring-Codes.  
Wie haltet ihr das eigentlich mit der Wahrheit? Ist sie für euch dehnbar wie Kaugummi? Ist sie schwarz-weiß? Eine Tugend oder eine Last? Wo hört die Ehrlichkeit auf und wo fängt die Lüge an? Ich denke da vor allem an Auslassungen. Wenn ich nun einfach gar nicht erzähle, dass ich die gesamte Reis-Kirsch-Schokocookieboden-Torte alleine aufgefuttert habe, lüge ich dann meine Mutter an, die verzweifelt nach dem Dessert für die Gäste sucht? Oder hab ich es einfach nur für mich behalten und die Lüge fängt erst an, wenn jemand meinen dicken Bauch bemerkt und mich dezidiert fragt, ob die Torte sich darin befindet?
Es sind so viele außergewöhnliche, großartige Dinge in letzter Zeit passiert. Ich glühe noch vor Aufregung. Wenn ich ein bisschen abgekühlt bin, erzähle ich euch mehr.
Bis dahin empfehle ich euch wärmstens die britische Band „The Words“. Live gesehen in Manchester, UK und für „klasse“ befunden – die Jungs rocken das Haus, das ist melodiöse, musikalisch hochwertige, außergewöhnliche Rockmusik. Sehr laut, witzig arrangiert, untypisch und lebendig: http://itunes.apple.com/gb/album/truth-faith/id473336408
In stilleren Stunden könnt ihr lesen „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ von Dai Sijie. Das ist wirklich ein traumtoller Tipp, ein Buchdiamant.  
 

(20.7.2015)

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Porridge, Pencil, Perversion (Januar II)
 
Auf der Fahrt nach Hagen drängte sich mir eine Riesenwerbeanzeige penetrant von mehreren Großformatflächen auf. Eine neue Datinginternetseite trägt den klingenden Namen „GIBS IHM“. Na, das hört sich ja ganz „reizend“ an – in jeglichem Sinne des Wortes. Kürzlich traf ich übrigens jemand der sich selbst eine Spezialisten im Bereich Perversion nannte – das Ganze natürlich auf rein wissenschaftlicher Ebene, versteht sich…
„Schuld und Sühne“ steht auf dem Plan und auf dem Nachtschrank. Aber noch unberührt. Man will mir den KINDLE näher bringen, aber ich verweigere mich.
Auf den Tisch kommt heute eine leckere Portion Porridge mit Sojamilch und Trockenfrüchten. Da kommen Englanderinnerungen hoch. Ich stimme mich schon mal kulinarisch auf meinen Flug nach Manchester ein. Irgendwelche Ausgehtipps für die City? Wie immer akuter Zeitmangel aber für einen guten Kulturtipp würde ich mich frei machen. Als Reiselektüre nehme ich „Brooklyn“ mit von Colm Toibin. Entdeckt in einem englischsprachigen Buchladen in Schwabing. Ein absoluter Traum. Denkt an den Buchladen aus „Email für dich“, dann wisst ihr, was ich meine. Hier ist der Link für euch:  http://www.wordsworth.de/index_d.htm
Ich finde, es ist ganz entscheidend, mit welchem Stift man schreibt. Kennt ihr das? Wenn mein Schreibwerkzeug nicht auf ganz besondere Weise übers Papier gleitet werde ich ungehalten bis hin zu extrem garstig, was in Ideenlosigkeit und Lernverweigerung mündet und das ist keine falsche Schuldzuweisung zu Ungunsten des Schreibgeräts. Zum Glück habe ich in Paris meine Traumtintenroller mit Disneydesign gefunden und die Buchstaben fliegen nur so übers Papier.

(20.7.2015)

 

Zeit-Entsorger (Januar)
 
Im Ipod nudelt „Disney Jazz Volume I, Everybody wants to be a cat” und mal wieder das Album von Tim Bendzko. Im Ofen entfaltet sich gerade ein selfmade Apfelaprikosenkuchen mit Stevia statt Zucker. Sollte ich morgen nicht mehr auf facebook online sein, ist es doch giftig. Auf den älteren Produkten steht noch „Als Badezusatz zu verwenden“ oder „kosmetische Mundspülung“. Ich bin gespannt.
Kennt ihr den Ausdruck „Zeit wegwerfen“? So wie in „sie schmeißt unsere ganzen 5 Jahre einfach so weg!“. Ich habe mich gefragt, ob es wirklich die Zeit ist, die man wegwirft? In meinem Kopf ist ein Bild von einem brennenden Küchenabreißkalender mit Glückskekssprüchen für jeden Tag auf so bräunlichem säurefreien Papier. Oder sind es nicht eigentlich Erinnerungen die entsorgt werden? Das brauch ich nicht mehr. Das kann weg. Haltbarkeitsdatum abgelaufen. Gefällt mir nicht mehr. Passt nicht zum neuen Sofa, zum neuen Freund, zum neuen Job, meinem neuen Körpergefühl nach der Zitronensäurediät! Die Zeit ist doch eher wie die Straße auf der man gemeinsam gelaufen ist und Momente erlebte, die zu Erinnerungen werden. Und diese Erinnerungen sind einem jetzt egal, passen einem nicht mehr, bedeutungslos geworden. Man muss ja auch mal Platz schaffen. Sich von was Altem trennen. Den Tannenbaum aus dem Fenster werfen und sich bei IKEA einfach neue Freunde kaufen!
Gelesen wird gerade „Orlando“ von Virginia Woolf. Und „Systemtheorie“ von Niklas Luhmann. Ich glaube ersteres ist eher geeignet für die Bettlektüre. Die Systemtheorie habe ich mir auf der Zugfahrt gegönnt.  
Darf ich vorstellen? Charlie McDonnell http://www.youtube.com/charlie Das ist nicht mehr wirklich ein Geheimtipp aber meine Geheimwaffe gegen ins neue Jahr mitgenommene Winterdepressionen. Kürzlich hat es auf meinem Heimweg gehagelt – so sehr, dass meine Anoraktaschen (in denen ich die Hände frierend vergraben hatte) mit Hagelkörner voll liefen. Aber gerade scheint die Sonne ins Fenster.
 

(20.7.2015)

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Was macht Macht? (Oktober)

Hattest du früher das Gefühl machtlos zu sein, der Situation ausgeliefert, nicht gefragt zu werden und bereitet es dir heute Freude an der Macht zu sein? Vielleicht wächst manchmal aus dem Gefühl der Unterlegenheit der Wunsch den anderen zu beherrschen.  

Wer ist eigentlich mächtig? Die Konzernchefin, die  Angestellte entlässt? Der Freund vom Produktionsleiter, der dir die Rolle verschafft? Die Politiker, die den Wahlkampf führen? Der Lehrer, der bestimmt, wann du den Raum verlässt, um zu telefonieren? Die Eltern, die dir das Geld geben?

Mir begegnet in letzter Zeit am häufigsten die Macht über Emotionen. Weniger über die eigenen. Mehr über die der Anderen. Menschenmagier. Hier ein Zauberspruch, da ein verhexender Blick, dort eine gezielt eingesetzte Geste, ein wohlüberlegtes Handeln. Hin-her-vor-zurück-Nähe-Distanz-ran-weg-heiß
-kalt….Ja, die Taktik mag in dem Moment aufgehen. Jetzt liegst du also oben, hast gewonnen, der Punkt geht an dich. Aber da oben ist es ziemlich einsam. Du hast die Schachfiguren noch in der Hand aber der Platz um dich hat sich geleert. Du sitzt alleine auf dem Triumphbogen. Herzlichen Glückwunsch.   

Manuell Castells „COMMUNICATION POWER“ bietet einen wissenschaftlichen Blick auf die Thematik. Bisher existiert noch keine deutsche Übersetzung, aber er schreibt im Englischen handfest ohne große Wortspielereien. Im Player liegt „Du lügst so schön“ von Juli.   http://www.youtube.com/watch?v=u_OQhtgClDE&feature=rel
ated
und „Cold Shoulder“ von Adele: http://www.youtube.com/watch?v=_Jdwg8l0V60

(20.7.2015)

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(20.7.2015)

Das Streben nach Glück (September II)

 

Bist du glücklich? Jetzt gerade…Während du das liest? Ich trage gerade einen Sack voller Glücksmomente mit mir herum. Keinen gelb-schwarzen Rucksack, die Momente sind in meinem Herz und meiner Erinnerung. Und da sind noch mehr…

 

Am Ende der Rolltreppe das langersehnte Gesicht wiedersehen, Gummibärchen in obszönen Formen, lernen, lernen wie man eine „Windmühle“ macht, Elbsandkuchen mit grünen Schäufelchen gebacken bekommen, mit abgefahrenen Musikern auf verraucht verruchter Clubbühne spielen, Pizza auf Parkbank, im Handstand gehalten werden, Vertrauen spüren und geben, Tanzen bis die Schuhe einen umbringen, barfuß weiter machen, über die Mauer klettern, mit dem Zug liegen bleiben und endlich den Uniaufsatz verstehen, nur mit Blicken sprechen, ziellos übers Stadtfest schlendern, Glitzerohrringe, am Flughafen erwartet werden, nicht mehr vor dem Regen nach Hause kommen, Subfrequenzen im Bauch, Tonspuren aussuchen, Freundin von früher treffen, Lachmuskelkater, das Piepgeräusch des Telefons, ohne Uhr unterwegs, Kreuzberger tiefflauschige Sofasessel, zusehen wie der Kaffee gemahlen wird, Herbstsonne, an verbotenen Plätzen …

 

Und was höre ich? „Perfect two“ von Auburn:

http://www.youtube.com/watch?v=20_XqZ9BBq8&feature=rel
ated

Um mit Tiemo Hauer zu sprechen bin ich „Ehrlich Glücklich“.

http://www.youtube.com/watch?v=9O9oHHYUlkU

Hier kann man auch noch mal reinhören:

http://www.youtube.com/watch?v=7a-LkJuMV6c&feature=rel
ated

(20.7.2015)

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Frauen featuring Arschlöcher   (September)

 

„Frauen brauchen Arschlöcher“, „Gute Frauen lieben schlechte Männer“, „Nette Männer sind für Frauen sexuell unattraktiv“, „Frauen wollen schlecht behandelt werden“…usw. Höre ich von Männern grad ständig. Wie so ein maskulines Mantra, das durch die Hirne der Herren schleicht.

Ich als Frau muss da natürlich sofort zustimmen! Grundsätzlich sind Frauen ja für häusliche Gewalt, nicht wahr? Aber abgesehen davon ist eine längerfristige Partnerschaft ja auch auf gegensätzlichem Hass aufzubauen, oder? Das sorgt für die nötige Abwechslung, bringt Feuer in die Liebe…

Liebe wird sowieso überschätzt, hab ich gehört. Wir Frauen mögen eigentlich Männer, die uns immer so ein bisschen klein halten, nicht dass man abhebt, die Bodenhaftung verliert oder sich gar der Illusion hingebe, man wäre gleichwertig oder sogar großartig. Für erfolgreiche Frauen gilt das besonders, nicht? Die sind gelangweilt von den ständigen Lobhudeleien ihrer Kollegen, die völlig uneigennützig daran gearbeitet haben, dass Frau in die Führungsposition aufsteigt und ihr nun von morgens bis abends die Füße lecken. Wie ekelhaft! Da freut man sich doch, wenn man zu seinem Arsch nachhause kommen darf und wartet schon sehnsüchtig auf subtil gemeine Kommentare zu Aussehen, Sprechverhalten, Körperhaltung oder einfach weiblicher Charakterschwäche. Kann man sich da nicht endlich geerdet fühlen, so richtig at home, beheimatet im Schutz der männlichen starken Arme?  – Diese müssen noch nicht mal schön und trainiert sein, wenn im Charakter des Alpha-Männchen so eine unterschwellige Boshaftigkeit liegt, die in humoreske bis groteske Kommentare verpackt, an die Oberfläche tritt, kann der Arm auch ruhig haarig, knochig oder sogar schlabbrig sein. Wenn einen der zum Arm gehörende Mann dann ausgiebig ignoriert, betrügt, bloßstellt, versetzt, vergisst oder Ähnliches schweben wir Frauen im siebten Himmel. Irgendwie politisch.

Vielleicht lest ihr mal: „Die männliche Herrschaft“ von Bourdieu. Klingt anstrengend, und ist es auch. Und wenn ihr die Suhrkamp Ausgabe kauft, sind die Buchstaben auch schön dick gedruckt. Fast wie Erstlesegeschichten.

Fernweh? Ich denke an Friesland! In Friesland hat man seine siesta, seinen fuerte „ventura“ und nen stieven Grog und ein bisschen Gedenken und Untertauchen. Die Ruhe der Welt betrachten.

Und dann denke ich an New York. Nicht nur heute. „Der Nine Eleven Junge“ von Catherine Bruton ist kein reißerischer Augenzeugenbericht. Er beleuchtet den Tag und die Nachwirkungen der Katastrophe aus einer anderen Perspektive. „102 Minuten: Die nie erzählte Geschichte vom Kampf ums Überleben in den Türmen des World Trade Centers“ von Kevin Flynn und Jim Dyver hat mich tief beeindruckt. Andreas von Bülow ist mit „Die CIA und der 11. September“ in die Schlagzeilen gekommen. Wenn ihr seine Darstellung der Geschehnisse kennen wollt, seit ihr hier an der richtigen Adresse.

Und ganz abgesehen vom heutigen Datum lege ich euch noch ein Buch ans Herz. „Ansichten eines Clowns“ von Heinrich Böll. Ich verschlinge es schon wieder. Meine Ausgabe ist kaum noch erkennbar, so viele Randbemerkungen, Gedankenfetzen und kritzelige Momentaufnahmen habe ich mit Bleistift und Kugelschreiber neben und zwischen die Zeilen geschrieben.

 

 

(20.7.2015)

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Dudens Gedudel (August)

 

Vor 100 Jahren starb Konrad Duden und ich hoffe, er hätte an meinem aktuellen Blog nicht all zu viel zu meckern….Kürzlich habe ich eine Bibliothek entdeckt, die ein ganzes Geschoss für soziologische Veröffentlichungen hat. Ich war begeistert, völlig aus dem Häuschen. Die Bibliothekarin über meinen Enthusiasmus wohl ein wenig konsterniert….

Ich empfehle euch die interaktive Ausstellung MOVE in der Kunstsammlung in Düsseldorf (K20). Nicht nur etwas für Tänzer, Akrobaten oder Bewegungsfetischisten. Da darf man fast alles anfassen – das ist was für mich! http://www.kunstsammlung.de/entdecken/ausstellungen/move.h
tml

Auf dem Land herrscht ein Medizinermangel. Der Landarzt stirbt aus! Finanzielle Anreize sollen die Damen und Herren in weiß in dünn besiedelte Gegenden locken. Ich war gerade in Heimbach/Eifel, Büderich/Wesel und Gronau/Westfalen – kein Großstadtgetümmel, dafür „üdillisch“ und erhellend…naja, zumindest an der Oberfläche…Seid ihr eher Landluftliebhaber oder  Hauptstadthasen? Letztens in San Francisco, war das Wetter auf jeden Fall so ähnlich wie im Moment hier! Zum Einfühlen in die Thematik ein Link: http://www.youtube.com/watch?v=qS7Z1q9hL2I

Lest doch mal „Super Sad True Love Story“ von Gary Shteyngart. Als Blogautorin und facebook-Userin wäre es eine Möglichkeit. Was haltet ihr davon?  

So ein Buch kann man auch mit Törtchen genießen. Die wirken dann sozusagen wieder harmonisierend. Vielleicht bei CakesnTreats in Dortmund. Besucht Kim in ihrem absolut veganen unglaublichen Zuckerwunderland. Das kann für manchen literarisch inspirierend sein, der dann rosa, lila Gedanken mit weißen Punkten und  Schleifchen bekommt… http://www.cakesntreats.de/zuckerkunst.html

Wer ganz kritisch werden will, kann auch die FINANCIAL TIMES lesen.

Hier noch was Leichtes für den pragmatischen Mann (darf aber ebenso von Frauen durchgeblättert werden). „Ein Mann ein Buch“. Das gibt es auch in der weiblichen und der Paarversion. Wer immer schon mal wissen wollte, wie man Brennesselsalat macht, sich duelliert, jagd,  den Wiener Opernball bestreitet oder einfach im ganz alltäglichen Wahnsinn eine gute maskuline Figur macht, kann hier ein paar humorige Tipps finden.

Auch sehr zu empfehlen, aber weniger zu einer Tasse Tee mit Scones, sondern eher zu schwarzem Kaffee ist „Die Internet Galaxie“ von Manuel Castells. Ob man nun das Internet verteufelt oder heißblütig liebt, Castells Bücher gucken hinter die Kulissen. Das ist was für Menschen, die sich für die Gesellschaft interessieren.

(20.7.2015)

Bauchgefühl (Juni)

 

Glaubt ihr an den ersten Eindruck? Und ich meine jetzt nicht Liebe auf den ersten Blick, sondern die ersten entscheidenden Sekunden, your gut feeling, dieses „ich hatte so ein Gefühl“ oder „irgendwie schien mir“ oder „irgendwas an ihm erinnerte mich an“ oder um es kurz und schmerzlos zu machen „ich fand sie total scheiße!“. Diese manchmal schlagartig starke oder zögernd anklopfende Erstemotion. Ich war immer dagegen. Meiner Meinung nach musste ich mich einfach täuschen, mein Bauchgefühl spielte mir einen Streich, um das Leben spannender zu gestalten, und es am Ende wie eine unerwartete Wendung aussehen zu lassen.

Wie konnte ich glauben ein komplexes, fremdes Wesen aufgrund unseres ersten Kurzkontakts richtig einzuschätzen? Die Menschen, die ich heute zum Abgewöhnen fand, würden sicher später einmal gemeinsam mit mir die fabelhaftesten Abenteuer verbringen, die, die sich mir jetzt süßlich zum Freund machten, würden mir später das Messer in den Rücken oder andere hübsche Körperteile rammen...so dachte ich....

Ich finde es furchtbar frustrierend, wenn meine Ahnungen sich bestätigen (negative). Es soll ja Menschen geben, die vor Freude nackt ums Feuer tanzen, wenn ihnen klar wird, dass sie sich auf ihre Erfahrung verlassen können. Ich nicht. (ganz abgesehen von Feuertanzpraktiken...) Ich würde mich gerne irren, falsch liegen, voreilig verurteilt haben, herausfinden, dass ich jemandem Unrecht getan habe...aber ich hatte schon wieder mal Recht.

Auch Herr von Gutenberg war mir übrigens von Anfang an suspekt! Aber das ist ein anderes Thema....Und Sprossen waren mir auch verdächtig!!

Wer mir schon alles am Bahnhof begegnet ist...und immer dann, wenn ich eigentlich nicht verreisen will. (jetzt fragt sich der aufmerksame Leser: What the hell macht sie denn sonst am Bahnhof?)    

In diesem Sinne: Frohe Pfingsten

Feiertagslektüres für euch: „Was mehr wird, wenn wir teilen“ von Elinor Ostrom. Zum schmökern dann: „Gebrauchsanweisung für New York“ von Verena Lueken.

Zur Beruhigung der Nerven empfehle ich WDR4 „Musik zur Nacht“.  Das Album von Jesse J ist auch ein Knaller, aber das macht nervös.

(20.7.2015)

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Es wird heiß…! (Juni)

Was sieht man so in einem bodenständigen, bewegten Unterwegsleben in letzter Zeit?

Meister, die nie gelernt haben. Die betonen besonders gerne ihren langen und schweren Ausbildungsprozess, der sie anderen überlegen macht.

Beschlüsse, die demonstrativ und moralisch fragwürdig sind. Kann man erst mal in die Welt setzen. Wenn das Haus erst mal steht, ist es schwer es wieder abzureißen. Aus Faulheit lässt man es stehen. Kann man ja vielleicht später mal renovieren, denkt man...wenn man es rosa streicht, wird es doch schon hübscher, denkt man....und dann erst dieser Stress mit den Nachbarn wegen der lauten Abrisshupe…und der Staub der letzten Jahre, der da aufgewirbelt wird. An dieser Stelle finde ich renovieren feige. Und rosa wird zwar in Gefängnissen als beruhigende Wandfarbe genutzt, macht mich in dieser Hinsicht aber aggressiv.  

Alte, die ihre Pfründe gefährdet sehen. Das war schon immer so. Das hat die letzten 40 Jahre auch funktioniert. Facebook ist der Teufel. Mobiltelefone sollten wieder groß und schwer sein und lange Antennen haben. Jetzt sind Jumpsuits wieder in, das Alte ist also doch besser als das Neue, wird hätten zwischendurch eben keine Hotpants tragen sollen, Wollunterhosen tuns auch. Wir alle wollen nach vorne, da gucken wir am besten nach hinten. Wir wollen alle nach oben….aber da sollen wir auch nicht nach unten schauen, richtig?

Menschen, die keine Antwort geben. Nicht antworten ist auch antworten. Mächtiges Antworten. Worte…Warte…Warten lassen. Der Stumme gibt sich parteilos, aber solange die Schwerkraft im Alltag noch nicht ausgehebelt wurde, steht man immer auf irgendeiner Seite.  Untertauchen kann gut sein. Weil es impliziert, dass man danach wieder auftaucht. Wenn man unten bleibt, wird die Luft irgendwann knapp. Das ist dann eine endgültige Entscheidung.

Wichtigtuer, die Mitmenschen für ihre Ziele missbrauchen halten sich selbst gerne für bescheiden.

Und was bewegt mich noch so zwischen 17:00 und 17:25? Gibt es Schalldämpfer für Basketballkörbe und manches Politikergeheule?

Hört von Jessie J „Whos laughing now?“  http://www.youtube.com/watch?v=GhpNmD-dcbE

In Wien in 3D gesehen: „PINA“.  Solange es noch läuft, lasst es euch nicht entgehen.  http://www.youtube.com/watch?v=cXpFD7gi8R0

Was Seichtes? „Theodore Boone“ von John Grisham. Was Bomfrationöses?  Wolf Singers "Die Architektur des Gehirns als Modell für komplexe Stadtstruktur".

 

(20.7.2015)

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Kalt und Warm (Mai)

 

Heute mal das Wort zum Samstag:

Hütet euch vor Menschen ohne Gewissen. Menschen, denen das Unrechtsbewusstsein auf dem Weg nach oben (oder eigentlich auch nach unten) verloren gegangen ist. Pragmatischen Menschen, wie sie sich auch manchmal gerne selber bezeichnen.

Aber nehmt euch auch in Acht vor Menschen mit zu viel Gewissen. Der schlechten Version davon. Vor Handlungen die in schlechtem Gewissen gründen. Die dich beschenken mit Geld oder Emotionen oder meist ihrer Zeit, weil ihr schlechtes Gewissen sie dazu zwingt. Gutes könnte doch aus Zuneigung geschehen, Zeit aufgrund von Verbundenheit  geteilt werden. Weg mit dem Emotionshandel. Seid auf der Hut vor denen, die noch einen Job erledigen müssen um damit ihr Gewissen zu beruhigen. Die Frage ist doch, warum es sich eigentlich meldet?

Jetzt aber mal was Anderes:

Libellen schwimmen über meinem Teich. Toll! Das Moonbeet blüht. Die frischgepflanzten Bäume werfen schmale Schatten. Bougainvilla

Jemand betritt den Raum und mit ihm geht jede Wärme. Kühle breitet sich aus. Ein Frost der ein Lächeln im Gesicht trägt. Kennt ihr das?

Im Mai empfehle ich euch zu lesen „Als Tänzer ist man nie am Ziel“ von Vladimir Malakhov. Mein Filmtipp: „Magnolia“ und „Weil sie böse sind“ – wie ich finde der best excisting Tatort. Listen to „Electro Swing 2“ und „Love the way you lie” von Eminem.

(20.7.2015)

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Häschen, hüpf! (April)

 

Guten Morgen, Heuschnupfen – schön, dass du wieder da bist. Als ich die Gänseblümchen auf unserer Wiese für Gänseblümchen-Erdbeer-Rhabarber-Nuss-Marmelade pflückte, musste ich an das Blütenspiel denken. Kennt ihr das? „Er liebt mich –er liebt mich nicht – er liebt mich…“. Die ständige Suche nach Sicherheit. Suche nach Bestätigung. Um die Ungewissheit ein wenig zu vertreiben, reichen manchmal nicht einmal Worte. Lieber an die magische Kraft von Blütenblättern glauben…

Ich war im Theater! Ausgesprochen gute Inszenierung. Kleiner Raum, kleine Mittel, große Wirkung. Mensch, war das toll – dachte ich, als der Vorhang fiel und mit mir auch das Publikum. Dann kam der Autor auf die Bühne, wollte noch ein paar freundliche Worte an uns richten. Falsch gedacht. Er fand das Stück – sein eigenes - richtig scheiße…! WTF? Nachdem man sich das kurz auf der Zunge zergehen ließ und es anfangs noch für einen Scherz hielt, wurde die Sache zu einem ziemlich bitteren Tropfen, der eine gefühlte halbe Stunde nicht enden wollte.  Macht man das jetzt so, als Autor?

Als ich über Ostereier, Hefezöpfe und Osterhasen/kaninchen nachdachte, fiel mir folgendes auf: Das Paarungsverhalten von Dinosauriern scheint erschreckend unerforscht zu sein. Zumindest in der öffentlichen Medienrezeption. Ich weiß etwas über Zähne, Laufgeschwindigkeit, Verdauung, Kampfverhalten, Kieferkraft, die neuesten Berichte über Körpertemperatur…etc. Aber nichts über Frühlingsgefühle beim Triceratops und wie eigentlich Dinoeier produziert werden…. In diesem Sinne: Frohe Ostern!

 

Was lesen? Michel Houllebecqs „Die Karte und das Gebiet“ ist nichts zum Nebenbeilesen. Keine leichte Kost, aber dafür umso delikater. Es ist erst bemerkenswert, dann begeisternd. Was meint ihr dazu?

„The Last Song“ oder in der deutschen Ausgabe „Mit dir an meiner Seite“ (Sorry, wer hatte bitte diese Übersetzungsidee…?)  von Nicolas Sparks. Ja…das könnte unter „Schmöker“ fallen, ja…das ist mir völlig egal….denn: wenn man dieses Buch gelesen hat, kann man erst mal eine ganze Weile kein anderes lesen, weil man so darin gefangen ist, es hält einen fest, es macht nachdenklich, es macht stellenweise furchtbar traurig und dann wieder unendlich glücklich. Das ist nicht Inga Landström oder Rosamunde Pilcher…Das ist ein „mit-sich-in-der-Tasche-herum-trag“ – Buch, was man manchmal wieder heraus holen möchte, um noch einmal hinein zu schauen. Ein „An-die-Brust-drücken-und-tief-durchatmen“-
Buch.  

„Slam“ von Nick Hornby (auch hier mag ich die englische Originalversion lieber). Ich habe kürzlich ein Skaterpärchen kennen gelernt – ein richtig cooles. Also gehörte Slam definitiv auf meine Leseliste. Der Protagonist erklärt auf den ersten Seiten sofort, dass er „Skater“ ist und damit „Skateboarden“ meint und nicht „Iceskating – Schlittschuhlaufen“… auch wenn ihr wie ich, eher auf den kalten Kufen zuhause seid und höchstens mal auf dem Skateboard sitzend einen Berg runter rollt, solltet ihr zur nächsten Buchhandlung rollen, laufen, fahren oder hopsen und euch dieses Buch besorgen!!

In einer kleinen, urigen Buchhandlung in Schwäbisch Hall habe ich „Zirkusschuhe“ von Noel Streatfield entdeckt und es nicht wieder losgelassen. Wenn ihr euch wegen des bunten Covers dafür zu alt findet – schade. Aber man kann ja auch eine Schutzhülle drumwickeln…. ;)

Musik? Das Album „Ninja Tuna“ von „Mr. Scruff“. Klingt komisch, is aber so! Das bringt den ultimativen Kreativitätsflow. Und „Sleep Away“ von „Bob Acri“. Wenn ihr dabei in Trance gefallen seid, kann euch „Sweat“ von Snoop Dogg und David Guetta wieder aufwecken. In der Dauerschleife läuft bei mir "Grenade" von Bruno Mars.  

Auch wenn ihr Twilight nicht mögt. Auch wenn ihr Robert Pattinson furchtbar findet. Auch wenn ihr New York nicht leiden könnt. Schaut „Remember Me“.

(20.7.2015)

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Große Gefühle (März)

 

Man kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Und auch wenn man vielleicht gar nicht heiraten will, dann kann man trotzdem nicht in jedem Zirkuszelt auftreten und tosenden Applaus erwarten.

„Liebe in den Zeiten der Cholera“. Ganz großes Kino. Ganz große Liebe. Blablablub. Der Held Florentino liebt voller Hingabe die eine Frau, die die Umstände unerreichbar machen. Aber er beteuert seine Liebe. Und währenddessen füllt er „etwa fünfundzwanzig Hefte mit sechshundertzweiundzwanzig Eintragungen über dauerhaftere Liebschaften“ – mit ANDEREN Frauen. Can you feel the love tonight? Aber davon bekommt niemand Wind, so heimlich geschieht es, dass man schon vermutet, er sei schwul. Toll, dass er so diskret durch die Betten springt, dass kaum einer dabei seine Fußtapsen hört. Das lässt die Sache für mich natürlich sofort in einem anderen Licht erscheinen. Das eine tun und das andere nicht lassen – klingt ja fantastisch und ich mache deshalb über Karneval jetzt eine Krapfen-Berliner-Diät wo man nach dem Spinning und Power-Bop-Training pro Tag 2 bis 3 Tüten Krapfen mit möglichst variabler Füllung isst. Ich wundere mich, warum mir die 32er Jeans noch nicht passt.

Eine „Gesellschaft von Egotaktikern“ sei aus uns geworden, so schreibt Ulrich Beck  Ich will ihm nicht Recht geben, ich will mich protestierend in den Weg stellen und ihn mit Apfelmus bewerfen, aber…meine eigene Umwelt hat die besseren Argumente und so muss ich den Mus-Löffel sinken lassen. Meine Erfahrungen sind auf der Seite von Beck. Das ist bitter.

Eigentlich wollte ich was zum Thema Enttäuschung schreiben, aber ich habe gehört, heutzutage ist man für seine Enttäuschungen selber verantwortlich. Selbst Schuld, dass du enttäuscht bist, was erwartest du auch so viel. Alexander Pope hat mal gesagt „Gesegnet sei der, der nichts erwartet, denn er wird nie enttäuscht werden.“ Wir sollten also alle unsere Erwartungen zurück schrauben und einfach abwarten, was auf uns zukommt. Ich plane also mal total gechillt zu bleiben, schaun wir mal, was der Morgen bringt, ich wäre dann auf jeden Fall ganz leger und laid back, würde nichts erwarten und nähme es so wies kommt. Hat Marie Curie bestimmt auch so gemacht. Oder Frederick Grant Banting. Oder Jürgen Dethloff. Oder Mario Vargas Llosa. Oder Toni Morrison…

Ich verachte Selbstbeweihräucherung, aber ich habe den Weihrauch für mich entdeckt. Soll angeblich beruhigend wirken, aber zumindest zeichnen sich jetzt die hereinscheinenden Sonnenstrahlen sichtbar im Dunst ab und das macht den Frühling greifbarer.

Wenn ihr wollt, könnt ihr „Liebe in den Zeiten der Cholera“ lesen. Wie wäre es denn mit „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer? Oder „Wie Licht schmeckt“ von Friedrich Ani? Oder „Winter“ von John Marsden?   

„Fly me to the moon“ von Frank Sinatra. Kommt das heute in meine Playlist? Auf jeden „Good Life“ von One Republic das schmeckt für mich so nach London. Ich höre auch ein bisschen Ryan Adams das schmeckt nach Afrika. Und dann wieder „What the hell“ von Avril Lavigne, das riecht ein bisschen wie Berlin. Und zum Schluss natürlich das hier:

http://www.youtube.com/watch?v=QBF0pLGqyvU 

(20.7.2015)

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Ballspiele, Berlinale und Bundesfachkonferenz  (Februar)

Berlinale, Bundesfachkonferenz für Kunst und Medien und Valentinstag. Halleluja! Auf dem roten Teppich schneit es, der neue Vorstand bekommt Blumensträuße. Ich hatte darauf gewartet, dass ihn jemand hinter sich wirft, aber niemand dachte in dieselbe Richtung. Aber zum Glück hat der 14. Februar meinen Blumenrückstand erfolgreich beendet.

Mein vegetatives Nervensystem ist völlig durcheinander gewirbelt. Man könnte auch vermuten, es läge am Aufzug im Berliner Verdigebäude:  „Herzlich Willkommen im siebten Stock, bitte sortieren sie ihre Organe bevor sie den Sitzungsraum betreten!“

Highheels und heiße Debatten wechselten sich ab.  Und das war noch lang nicht alles...Gut, dass ich bald wieder in Berlin bin.

Und was mache ich sonst grad so? Ich erliege meinen Schwächen. Ich lasse andere kämpfen. Ich lächele über alltägliche Abnormitäten.

Als Kind habe ich das „Spiel des Lebens“ gemocht, mit 16 fragte ich einen Freund, ob er mit mir „Monopoly spielen“ wollte und er hielt es für ein unmoralisches Angebot. Mein Ex-Freund hat sich mit 34 einen Nitendo DS gekauft und jetzt beobachte ich die Schachfiguren um mich herum und habe manchmal das Gefühl, einige von ihnen liefern sich ein Zweiertennismatch. Ein rasanter Schlagabtausch, manchmal regelkonform. Manchmal. Und ein paar kommen mir so vor, als fühlten sie sich in der Rolle des Balljungen/mädchens sehr wohl. Irgendwer muss die Geschosse ja auffangen.  

Lest „The Glass Castle“ von Jeannette Walls in der Originalsprache (englisch). Es wird euch vielleicht für einen Moment ein Stück aus eurem Herz brechen, aber ihr werdet es verschlingen, denke ich. Und ich lese „Verbrechen“ von Ferdinand von Schirach. Damit kenn ich mich aus, seit ein paar Jahren. Richtig gut sogar. Aber das Buch ist unterhaltsamer als die Realität. Übrigens: der Schauspieler Burghardt Klaußner hat soeben den Deutschen Hörbuchpreis als bester Interpret für seine Lesung aus "SCHULD" (ebenfalls Ferdinand vo Schirach) bekommen.

Musik macht glücklich. Zumindest wenn man geschickt auswählt. Ich würde jetzt nicht unbedingt Depeche Mode oder Hurts nehmen….aber wie wäre es denn damit, man glaubt es kaum, aber es ist keine Fremdsprache:  Ach, Moment! Bitte vor dem Anklicken die PC-Lautstärkeregler auf Anschlag hochfahren, sonst bringt das nichts… http://www.youtube.com/watch?v=ti-uTf829Qo

Für die vielleicht etwas tiefgängigeren empfehle ich die Ballszene aus „Romeo und Julia“. Im Januar hab ich mit dem ehemaligen „Benvolio“  aus Wien ein traumhaftes Konzert gesungen, wenn ich choreographiere, mache ich meine Tänzerinnen hiermit warm: http://www.youtube.com/watch?v=YRGtlZOS-34

 

 

 

(20.7.2015)

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Mein Weihnachtswunsch (Dezember)

 

Laut einer Umfrage wünschen sich die Deutschen dieses Jahr zu Weihnachten am meisten: HARMONIE. Schön. Playstation 3 oder Nintendo Wii konnte man bestimmt nicht ankreuzen…
Der Film „Das Wunder von Manhattan“ (Miracle on 34´s street) gehört zu Weihnachten, wie Haargel zu Herrn von Guttenberg oder Milchschaum zu Latte Macchiatto. In dem Märchen geht es um den Glauben an den Weihnachtsmann. Ist Kris Kringel, der Kaufhausweihnachtsmann, der echte Santa Claus oder verrückt? Während die Nation sich streitet, ist es für Kris Kringel viel wichtiger die 8-jährige abgeklärt erzogene und rationale Susan von seiner Echtheit zu überzeugen. Sie stellt ihm eine Aufgabe: Wenn er es schafft ihren Weihnachtswunsch zu erfüllen, ein großes Haus, eine Familie und einen Bruder, dann glaubt sie an ihn.
Meinen Weihnachtswunsch kann man nicht kaufen. Er ist mir sehr wichtig.
Ich wünsche mir ein Klingeln. Nein, nicht das Glockenspiel von Big Ben, sondern ein Tür-Klingeln an den Weihnachtstagen. Und hinter dem Klingeln an meiner Tür einen ganz bestimmten Menschen. Das wünsch ich mir.
Klar kann man den Weg als weit bezeichnen, oder die Wetterlage als gefährlich oder den Aufwand als groß, aber gegen eine Immobilie und eine Geburt ist mein Wunsch doch vergleichsweise marginal. 
Die Adresse sollte eigentlich bekannt sein. Und wenn nicht, kann man ja auch immer noch nachfragen. Beim Weihnachtsmann, Kris Kringel, Santi Niggi Neggi, Sinter Klaas, Väterchen Frost, Father Christmas, El Nino Jesus, Papa Noel, dem Christkind, Knecht Ruprecht, Santa Lucia oder anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Aber ich bin skeptisch….genau wie die kleine Susan. Ob der Weihnachtsmann das hinkriegt? Also Abwarten. Darum geht’s beim Advent doch auch, oder?
Wenn ihr „Das Wunder von Manhattan“ nicht kennt, könnt ihr hier mal reinlünkern:
 
Hier meine literarischen LAST-MINUTE-GESCHENKETIPPS : Für die Jüngeren empfehle ich „Morgen Findus, wird’s was geben“ von Sven Nordquist. Den wollte ich als Kind mal heiraten.
 Für die Altersmittelklasse „Wunder einer Winternacht“ von Marko Leino. Oder „Wintersonnenwende“ von Susan Cooper - ein Knaller! Oder „Der Ring des Rinaldi“ von Jenny Nimmo.
Alles danach könnte man vielleicht mit „Jamies 30 Minuten Menüs“ von Jamie Oliver oder „Der Idiot“ von Dostojewski erfreuen.
Wenn ihr Weihnachten oder Weihnachtsdekoration oder Weihnachtslichterketten oder Weihnachtsmusik HASST, dann solltet ihr euch dieses Video auf KEINEN FALL angucken. Ansonsten…auf jeden Fall!!

(20.7.2015)

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Vorweihnachtsemotionen (Dezember)

 

Warum sagt man eigentlich, jemand wird „gelb vor Neid“? Kommt das von „Vor Neid erblassen“ und weil gelb fast wie blass ist? Aber warum sagt mancher dann „grün vor Neid“, fühlt sich der Betreffende dann zum Kotzen?

Ich habe Neid bisher selten an der Gesichtsfarbe ablesen können. Vielleicht steigt manchem vor Neid die Schamesröte ins Gesicht, (das müsste aber Selbstreflexion voraussetzen) oder auch die Zornesröte…aber eigentlich finde ich, erkennt man Neid an Fehlspannung!

Nein, nicht wenn die Sparlampe flackert, sondern Spannung im Gesicht. Meist um den Mund herum. Aufgesetzt Lächeln, eine Mischung aus Schmerz, Naserümpfen und Migräne. Die Mundwinkel  gehen nicht locker nach oben, der Mund hat keinen natürlichen Schwung, die äußeren Partien sind mit scharfen Kanten nach oben geknickt. In der Mitte bleibt der Strich ganz waagerecht. Ein bisschen wie das Waschmaschinensymbol in Pullovern. Auch die Lippen sind überspannt. Die sind entweder zu stark nach außen gewölbt, wie ein Fischmund, oder zu weit eingezogen, so das nur noch eine feine Linie sichtbar bleibt. Der Wangenspeck verzieht sich direkt in Richtung Stirn, nicht gen Ohren. Was muss man da für Muskelkater kriegen?

Und welche Farbe hat eigentlich Verlegenheit? Schuldgefühl?

Wenn man nur redet, um die Gedanken zu übertönen, die sich in der Stille breit machen könnten.
Wenn man sich wiederholt, um nicht versehentlich an ein neues, falsches Thema zu geraten.
Wenn man scherzt, um nicht ehrlich zu sein.
Wenn man nur lächelt, um nicht traurig zu schauen.   

 

Ich höre „I love the way you lie“ von Eminem und Rihanna und backe Mandelbaiser – Plätzchen.   

 

(20.7.2015)

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Graustufen (November)

 
 

In der Mathematik gäbe es, so ließ ich mir sagen, beliebig viele ungelöste Probleme, da die Mathematik keine Grenzen kenne. Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin in letzter Zeit umrahmt von  solchen Gleichungen und Formeln anstatt von Menschen.

Unklare Verhältnisse, ungelöste Probleme, offene Rechnungen, ungeklärte Positionen, unausgefochtene Kämpfe, schwelende Brände, tropfende Wasserhähne. Man ist sich nicht ganz sicher, will sich auch nicht recht festlegen, schiebt es lieber vor sich her, lässt es im Seichten schwimmen, man ist nicht so richtig das, aber auch nicht so ganz dies, irgendwo steckt man noch in diesem alten Ding, will da auch nicht ganz raus, aber das Neue hat schon angefangen, aber es läuft nicht einwandfrei, weil da ja noch das Alte blubbert also wabert man so von links nach rechts von vorne nach hinten. Natürlich kann es nicht nur schwarz und weiß geben, aber macht uns denn die permanente Graustufe zufrieden und glücklich?

Es ist ein Generationsreport über unsere (meine, vielleicht auch eure) Generation heraus gekommen. Ein paar Tage lang tat alle Welt so, als sei sie empört, weil der Report nichts brachte über das man sich hätte empören können. Wenn es nichts zum Aufregen gibt, regen wir uns eben über den nicht gemähten Vorgarten des Nachbarn auf. Und genau hier lag wohl das Problem: Meine Generation will wohl einen Vorgarten, so heißt es. Beziehungsweise ein Haus, das zu eben genanntem gehört.

Ist ja abartig. Völlig abnorm. Wo kommt das denn jetzt her? Das gabs ja noch nie. Das sich einer um Stabilität, familiären Zusammenhalt, seine Zukunft oder Immobilien kümmert.  „Papi, wenn ich groß bin, werd ich Spießer“…da war doch mal so was…So, ich geh jetzt Bungee Jumpen!

Lest doch mal „Zehn kleine New Yorker“ von Kinky Friedman.

Ich empfehle euch „If you could be anywhere“ von Tom Felton.    

http://www.youtube.com/watch?v=3ys37GGhR_8

Das Merchandising funktioniert. Möchte mir vielleicht jemand zu Weihnachten den schwarzen Becher schenken?

http://www.sixstringproductions.com/MerchandiseDetail.a
spx?mid=14

 
 

(20.7.2015)

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Zuckerwatte-Cupcakes-Nutellacrepes-Koma

 

Früher fand ich den Film „Eiskalte Engel“ immer total unrealistisch. Früher.

Wenn ihr zurück zum Ursprung wollt, könnt ihr „Les Liasons Dangereuses“ von … lesen. Keine Krisenlektüre. Bitte in emotional gefestigten Situationen konsumieren. Auf keinen Fall zwischen 2 und 4 Uhr nachts. Vielleicht das dabei hören:

http://www.youtube.com/watch?v=7TtvoakRBXs

Richard David Precht wunderte sich übrigens kürzlich bei „Planet Wissen“ und fand es „merkwürdig“, dass die Natur die Zweigeschlechtlichkeit beim Menschen „erfunden“ habe. Es gäbe „so viel bessere Lösungen“. Jetzt habe ich überlegt, gerne als Schnecke wiedergeboren zu werden. Aber das mit dem Liebespfeil ist auch so eine gefährliche Angelegenheit…. Also vielleicht doch lieber als Bakterie?

Hoffnung. Hoffnung ist schon was Ekelhaftes. Es haftet an einem wie ein dünner Zuckerfilm. Wie wenn man Crepes auf der Kirmes gegessen hat und hinterher die Nutellaschicht die Finger an jedem Fahrgeschäft und Pulloverärmel  festkleben lässt. Jeder weiß, dass man sich nicht mit Zuckerwatte abschminken kann und damit auch keine Hausdächer abdichtet oder Kissen ausstopft. Aber vielleicht könnte man es eventuell irgendwann möglicherweise unter Umständen mal kurz nur so zum Ausprobieren versuchen…? Und das grauenhafte an Hoffnung ist, dass es auch noch süß schmeckt wenn man die dreckigen Nutellafinger ableckt – Bakterien haben selten einen Geschmack. Ekelhaft, sag ich doch.

 „Priorität“ ist schon ein ziemlich verzwicktes Wort für eine relativ einfache Sache, finde ich. Die Frage ist: Möchte ich lieber den verführerisch süßen, atemberaubend bunten Cupcake mit ca. 500 Kalorien vernaschen (Wenn in Berlin, dann dort ins Zuckerkoma fallen: http://cupcake.paperplanes.de/) oder will ich bei Emma Watsons Körpermaßen mithalten

 (http://x45.xanga.com/1c4f531512233251893805/b200038426.jpg)?

Möchte ich heute abend bis zum Erbrechen Lateinvokabeln büffeln um morgen wie immer als Primus da zu stehen oder möchte ich mit dem Pekinesen meiner silberlockigen Seniorennachbarin um den Block laufen? Will ich 4 Stunden im Zug verbringen um am Ende der Reise einen geliebten Menschen zu treffen oder will ich in den vier Stunden einen wichtigen beruflichen Termin wahrnehmen.  Wem ziehe ich was oder was ziehe ich was oder was ziehe ich wem oder wen ziehe ich wem….vor.

Ich. Nicht die Bedingungen. Nicht die Situation. Nicht meine Umgebung.

Wäre ja noch schöner wenn die Außentemperatur, die aktuelle Verkehrslage, der Börsenkurs, ein Vorlesungsplan, Umbauarbeiten an Gebäuden, Banktransaktionen oder öffentliche Einrichtungen alleinige Entscheidungsmacht über mein Leben hätten. Wollen wir nicht immer alle frei und selbstbestimmt sein?

Wenn es um Prioritäten geht, sollte man vorgeschobene Pflichten und angebliche Zwänge vom Tisch lassen und der „Ich-kann-nicht-anders-Modus“ gehört verboten.  Ich würde den Cupcake essen, und mit dem Pekinesen zum Bahnhof joggen. Aber mich hält ja auch jemand für verrückt.

Zum Thema Alter: Kürzlich wurde ich auf einem Konzert für meine Mutter gehalten. Man fragte nach meinen Kindern. Das hier ist schon relativ alt. Muss nichts heißen.  

http://www.youtube.com/watch?v=esy7B1gV2DY&feature=rel
ated

 

(20.7.2015)

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Vielen Dank für eure vielen persönlichen Mails zu meinem Blog.

Ich werde versuchen, sie alle schnellstmöglich zu beantworten.

Alles Liebe

Leonie <3

(20.7.2015)

Qual der Wahl (Oktober)

 

Ich frage mich: Kommt man jetzt mit Penetranz zum Ziel? Manche Menschen rennen mit Anlauf gegen Zaunpfähle , schmeißen sich ohne Rücksicht auf Verluste dagegen, betreiben aktives Hirsch-Röhren, setzen sich auf deine Hand, wenn du damit den Platz neben dir freihalten willst und schieben ihren Stuhl zwischen jedes gutlaufende Gespräch. Man sollte das nicht mit Durchsetzungsvermögen verwechseln.

Ständige Präsenz führt nicht zum Erfolg. Aber Penetranz bleibt hängen. Und ein schales Gefühl bleibt meist zurück, wenn man die Waffen gestreckt und nachgegeben hat.

Ab sofort gibt es Literatur pur in Frankfurt: die Buchmesse. Wer von euch pilgert hin? Kennt ihr euch mit Argentinien aus? ( http://www.argentina-argentinien.com/ )

In 3800 Metern Höhe liegt die nördlichste Bibliothek Argentiniens im Grenzland zu Bolivien. Ihr Betreiber ist Bäcker und Buchnarr zugleich, heißt Leonardo Cruz und er ist der Herr über ca. 7000 Bücher.

Das Angebot der Buchmesse wird noch umfangreicher sein. Da hat man die Qual der Wahl. Auch hier versuche ich Penetranz-Prints zu umgehen. Wenn Hardcore-Werbung einen schon fast zum Lesen nötigt und man sich zwanzig Minuten unterhält und erst dann feststellt, dass es ein Hologramm-Merchandising-Wimpel ist und keine reale Person, dann läuft irgendwas schief.

Ein weiteres P-Wort das mir im Moment ständig über den Weg läuft ist Perversität. Kann man jetzt nur noch damit etwas reißen? Wer findet die echten Leckerbissen auf der Buchmesse? Ich bin gespannt. Keine Angst vor dummen Antworten. Ich freue mich besonders über Pferdegetrappel.

Ich höre „Der Blender“ von Annett Louisan

http://www.youtube.com/watch?v=YztG4b2qVbc&feature=
related

und empfehle euch „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ von Goethe. Wenn ihr nicht auf Klassiker steht lest „Imperial Bedrooms“ von Bret Easton Ellis. Das ist ein Nachfolger den man auch ohne Vorgänger lesen kann.  Guckt „Robby, Tobby und das Fliwatüt“. Augsburger Puppenkiste at its best!

 

(20.7.2015)

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Ratatouille (September)

 

Fangen wir mal mit meiner Playlist an: „Wir werden uns wiedersehen“ von SELIG. Richtig, eine Playlist beinhaltet Songs im Plural…Aber mehr verrate ich nicht.

Auf n-tv sehe ich, dass die Aktie LEONI ein Plus von 2,8 hat. Erfreulich. Ist mein Marktwert jetzt gestiegen?

Gefangen in Bochum Wattenscheid. Nein, das ist kein Krimi-Titel, (passend zum aktuellen Krimifestival "Mord am Hellweg" mit
seiner "Bloody Line" durchs Ruhrgebiet),
sondern die nackte Realität. Vollsperrung und ein Navisystem das gerne zirkelförmig leitet…Beim vierten Mal hab ich es geschafft den kompletten Text auf der Wella-Werbetafel für Blondierung im Friseurschaufenster zu lesen. Das Model kannte ich schon vorher. Es gibt drei verschiedene Umleitungen, aber man muss dem richtigen roten Punkt folgen. Ist das jetzt schon philosophisch?

Ein Lebensmittelmarkt wirbt für „bestrudeltes“ Vanilleis. Was ist denn bestrudeln? Find ich das im Dude(l)n?

Eine kluge Frau hat mal gesagt „Wenn du kalte Füße kriegst, steck sie doch in warme Pferdeäpfel“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Während ihr vielleicht „Von Hollywood nach Uganda“ (Jane Bussman) lest, kauf ich Kinotickets für „Guru Bhagwan – His Secretary & His Bodyguard“.

 

(20.7.2015)

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Die Maske des Lächelns (September II)

 

Bei den Hopi (westlichste Gruppe der Pueblo-Indianer) tragen Tänzer bei einigen rituellen Handlungen Masken, welche Ahnen-und Naturgeister darstellen. In Venedig wurde in früherer Zeit die Maske nicht nur im Karneval getragen und unter Wasser benutzen Taucher spezielle Tauchmasken.

In den Darstellenden Künsten trägt man, so scheint mir, heutzutage die Maske des Lächelns. Sie ist undurchschaubar und sitzt perfekt. Es ist schon fast eine Grimasse. Sie tritt in verschiedenen Variationen auf. Am weitesten verbreitet sind zwei Modelle: das zustimmungsheischende „Vertrau-mir-mein-Kind-denn-sonst-wirst-du-scheitern&l
dquo; – Lächeln und das euphorische „nur-keine-Sorge-du-schaffst-das-schon-so-wie-ich-das-
will“- Lächeln.  Es liegt ständig im Gesicht, wechselt sich nur selten, durch einen Ausdruck des Erstaunens (begleitet von hochfliegenden Augenbrauen) ab. In ihrer Bizarrheit untermalt die positive Gesichtslähmung auf beinah makabere Art auch todernste, boshafte oder traurige Sätze. Wohin nun schauen? In leere Augen, unter denen Lachfalten liegen oder auch gefletschte Zähne, die Lachgrübchen produzieren? Ist das eine Competition? Ist das: wer lächelt länger?

Versteht mich nicht falsch, ich liebe es zu Lachen, zu Strahlen, zu Lächeln, zu Grinsen zu Feixen oder laut loszuprusten. Ich freue mich über jedes freudestrahlende Gesicht. Man kann der Maske nur mit echtem Glück begegnen, glaube ich. Dann ist sie verwirrt, zerspringt oder zittert für einen Moment und unter den Hochglanz polierten Marmorgesichtern scheint Aufrichtigkeit durch.

Etwas für die Augen: „Die Psychologie der Entscheidungen“. Wenn euch das zu schwere Kost ist, dann empfehle ich „Im Schatten der Wächter“ von Graham Gardner. Und noch etwas: Ein Buch, dass ich NIE empfehlen wollte und es nun doch tue, denn es hat mich überzeugt. Lachen Sie sich in ihre geschniegelte Haarlocke, Herr Precht, mir gefällt ihr Buch („Liebe“)…wer auch immer es geschrieben hat! ;)

Und auf die Ohren gibt’s auch was: Ich höre „Nothing Else Matters“ könnt ihr auch tun, wenn ihr wollt. Ob nun die Version von Lucie Silvas oder Metallica – das ist Geschmackssache.…Wenn es dagegen ganz „anspruchsvoll" sein soll…dann doch lieber „Dornröschen ist aufgewacht“ von Michelle, oder? http://www.myvideo.de/watch/6729530/Michelle_Live_13_Dornr
oeschen_ist_aufgewacht

 

 

(20.7.2015)

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Kinderkacke (September)

 

„Kinder“, sage ich. „Gürtelrose“ verstehen sie. „Kinder“, sage ich „Weltuntergang plus Fußpilz“  verstehen sie.

Meine Kommilitoninnen und Kommilitonen mit dem 1,3 Notendurchschnitt, dem gradlinigen und engagierten Lebenslauf, dem journalistischen Nebenjob, dem Theaterabo, dem Begabtenstipendium, dem Coktailglas, der Altbaustudentenwohnung, der Minihandtasche und dem Pullover mit Rautenmuster. Nein, ich bin NICHT Eva Hermann aber leider hatte ich eine glückliche Kindheit. Verzeihung.

Anja Maier warnt in der TAZ vor Müttern, die Schlagzeug spielende „Hochdruckkinder“ produzieren und „alles dafür tun, dass das Leben ihres Kindes gelingen möge (….) aber was ist mit ihrem Leben? Was mit Arbeit, eigenen Freunden, erwachsenen Interessen, der Beziehung? Warum sind Eltern bereit, für ihre Nachkommenschaft alle eigenen Träume fahren zu lassen?“

Hat man nicht die Gelassenheit andere Menschen neben sich leben zu lassen und sie dabei zu fördern, ohne dass man etwas dabei verliert? Warum muss es ein Sich-aufgeben sein, kann es nicht eher bereichern? Fühlst du dich gegängelt durch deinen Job, durch die Anfangszeiten deiner Tanzstunde, das mittags auftretende Hungergefühl, das Bedürfnis zu schlafen, den 19.00-Termin mit deiner Freundin, die Anfangszeiten von Kinofilmen, die Notwendigkeit des Auto-Tank-Auffüllens, das Wetter, die Abfolge von Kochrezepten, die einsetzende Kälte im Winter, die Entfernung zwischen zwei Punkten auf der Landkarte…? Das alles nimmt man wahrscheinlich einfach so von morgens bis abends immer und immer wieder hin. Aber die Existenz eines kleinen Lebewesens das du liebst gängelt dich enorm?

„Die Blagen…“, „wie son Kind halt ist..“, „glaubt der Zwerg doch wirklich…“, „ach du je, mit der Ulligen…na das wird ja…“ so was hör ich ständig. Ist ja nur ein Kind? Oder vielleicht die Angst vor der Größe des Kindes? Eventuell aber auch Respektlosigkeit und die Nichtanerkennung eines Menschen in seiner jeweiligen Lebenssituation. Möglicherweise auch die Unkenntnis darüber, dass man in bestimmten Entwicklungsphasen unterschiedliche Hilfen braucht.

Jetzt noch mal was Anderes:

Amazon hat 157 420 Ratgeber im Programm. Heute in Deutschland geborene Mädchen haben eine Lebenserwartung von 92,7 Jahren, bei den Jungen sind es 87,6 Jahre. Einem solchen wäre es möglich, wenn er jeden Tag einen der Ratgeber liest, bis zu seinem Tod davon ca. 31 755 gelesen  (oder vorgelesen bekommen) zu haben. 

Nun treffe ich also auf den äußerst belesenen Ratgeber-Menschen. Ist da etwas? Hinter all dem aufgesetzten Gelaber, dem großkotzigen Gehabe, all dem Psycho-Coaching, den antrainierten Wahrnehmungs- und Verhaltensmustern, den wohlgewählten Worten, der gewollt suggerierten Unverschämtheit und dem demonstrativen Egoismus? Da MUSS doch etwas sein…Manchmal kann man es doch ganz deutlich fühlen, ganz selten sogar sehn…Und wenn da etwas ist, warum ist es dann da ganz unten, unter dem ganzen Mist in einer scheiß Schatulle vergraben und warum können verdammt noch mal der Regen und das Wasser anstatt Gronau zu überschwemmen nicht lieber all den Dreck, die Erde und das Geröll wegwischen, damit mal einer die verdammte Schatulle öffnet? Ich helf sogar beim Ausgraben…

Ich empfehle euch „Oceana“ von Til Brönner und „Attica Blues“ von Archie Shepp. Wenn ihr wollt bei selbstgebackenen Waffeln und einem heißen Chaitea –Latte mit viel Schaum. Und dieses Mal auch einen Film: „Remember Me“, schließlich schreiben Autoren auch Drehbücher.

 

(20.7.2015)

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Wortwiderhaken - THINK (August II)

 

Manche Menschen denken bevor sie sprechen. Andere eben nicht, so scheint es mir.

Sollte biologisch bewiesen sein, dass dies nicht möglich ist und immer ein Gedanke vor der Lautbildung da war, fände ich das nur umso schlimmer.

Mantel und Degen Geschichten haben uns gelehrt, dass man, wenn das Schwert im Bauch steckt, es nicht rausziehen soll. Einmal geworfen, klammert sich der Widerhaken des Speers schmerzhaft im Fleisch fest. Hier werden sogar mit chirurgischer Sauberkeit nach der Entfernung Narben zurück bleiben. Steckt der Dartpfeil erst mal im Auge, sieht alles auf der Seite nicht mehr so schön aus wie vorher. Man kann eine Atombombe nicht mehr zurück nehmen – Einsicht zeigen im Nachhinein ist zwar möglich, aber die verseuchten Waldpilze werden noch Jahre später strahlen.

Genauso ist es mit gesprochenen Worten. Manche sagen aber auch einfach gar nichts. Damit man sie nicht erkennt. Das ist dann besonders einfach.

Anderes Thema: Ich saß kürzlich in einer bekannten Pferdeshow. Höhepunkt: Die Trickreiter. Während einer der Trickreiter sich todesmutig mit dem Körper vom Pferd hängen lässt und dabei im Kreis galoppiert, eine brennende Fackel tragend, geschieht plötzlich ein Unglück: Sein Pferd gerät ein wenig aus der Bahn und der Kopf des Reiters knallt vor einen Bühnenstrahler, dieser wird aus der Verankerung gerissen und schlittert splitternd in Richtung Publikum. Den wenigsten fällt es auf, dem kleinen Mädchen neben mir schon. „OH Gott, Mama, guck mal!“, brüllt es. Mama beruhigt das Kind „Ist nicht schlimm, Süße! Das zahlt die Versicherung.“ Schön, diese Pferdeshows.

„Guten Tag, mein Name ist Leonie, Analyseobjekt Nummer eins - Ach sie sind auch Psychologe? - Nein, sind sie gar nicht - wären sie aber gerne? - Na, fein!“ Wissen Sie, eigentlich ist das kein Ausdruck meines Seelenzustandes, dass ich ein bordeauxfarbenes Kleid trage, ich hab das selbe auch noch mal in gelb, aber die gelben Schuhe sind grad beim Schuster…ich trag den Ohrring rechts weil links die Haare übers Ohr fallen, das ist kein politisches Statement…Ach Schnürschuhe stehen für Bodenständigkeit? Wahnsinn!

Was kann ich euch heute empfehlen: Den Bildband „Zauber der Freiheit“ von Arndis Halla. Gibt’s bis jetzt erst in Island. Ich höre gerade „Somebody To Love“ von Justin Bieber feat. Usher. Das ist so gut, da hört man gar nicht, dass es Justin Bieber ist. Eigentlich interessiert mich gerade besonders der „Marco Polo Reiseführer, San Francisco“, die „Glen Rock, NJ.“ Homepage und die Straßenkarte „UTAH“. Schaut euch den Film „Mademoiselle Chambon“ an.

(20.7.2015)

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Mutterkuchen (August)

 

Die Mutter. Reizthema Nummer eins, oder?

Wikipedia spuckt mir das „Gegenstück einer Schraube“ aus. Ann-Sophie Mutter hat nicht nur schöne Kleider. Falco sang „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da.“ Ordensschwestern sind sie nun nicht wirklich alle und in AMORbach steht das Museum „Mutter“ für moderne Kunst. Interessant ist auch die Parallele zwischen Mutterkuchen und der Bezeichnung für ein umgekipptes Stück Torte: Böse Schwiegermutter. Das Gegenstück der Schwiegermutter ist die Schwiegertochter. Auch das war ich schon.
Wie Muffins und Mütter zusammen gehören? Die Mutter ist quasi das Muffinpapier, das Förmchen in dem der Teig gebacken wird. Andere Menschen mögen die bunte, ansprechende, hübsch anzuschauende, unkomplizierte Einmalpapierform bevorzugen, die man für gewöhnlich nach dem Muffinverzehr wegschmeißt (außer man isst sie versehentlich mit, ist mir in Covent Garden auch schon passiert)
 Für meine Muffins bevorzuge ich allerdings die hitzebeständige Silikonbackform. (http://www.amazon.de/gp/product/images/B0000AQXPH/ref=dp_i
mage_z_0?ie=UTF8&n=3167641&s=kitchen
)  Die ist wiederverwendbar, hält ein Leben lang,  man schmeißt die nicht einfach weg. Sie ist aber natürlich unpraktischer und bei weitem anstrengender in der Nutzung. Man muss die Muffins rauslösen, man muss sie vor dem Backen einfetten, man braucht eine Schublade um sie zu verstauen, man muss sie putzen…
 ABER: der Muffin ist nach dem Herauslösen freischwebend, papierfrei, ein alleinstehender Muffin sozusagen. Trotzdem: Ein Silikonmuffin kommt selten allein.
 „Zwei Mütter wären ideal“ titelt der STERN am 26. Januar. Warum dann scheint die Mutter heutzutage zum Beziehungskiller und Komplexauslöser avanciert zu sein? Zumindest scheint es doch so, wenn man die Liste der im Buchhandel erschienenen Ratgeberlektüre zum Thema Mutter überblättert. Ruth Gall wirbt im Internet mit der Selbsthilfe Initiative für Schwiegertöchter in der sie schon „über 90 000“ Menschen zum Thema „Problemfall Schwiegermutter“ beraten habe.
Gilt es also nun, die Schwiegermutter auf die eigene Seite zu ziehen, durch geschicktes schmeichelndes, geheucheltes oder vielleicht sogar echtes Verständnis und ein paar gute Ratgeber im Schrank? Oder soll man sie, wenn es sich andeutet, dass die Chancen schlecht stehen, von ihr angenommen zu werden, nicht vielleicht doch lieber gleich ganz ausschalten? (Zum Thema Schwiegermutter vergiften, findet sich unter google ein reiches Angebot…)
Ich mag Schwiegermütter. Ob als Torte oder in echt. Egal wie sie schmecken, ob sie nicht aufgehen, oder zu lange im Backofen waren, salzig oder süß, herb oder fruchtig – sie sind nicht nur nötig.
Ein Kollege aus der Musicalbranche hat mir dieses Buch empfohlen: „ASSHOLE! Wie ich lernte ein Schwein zu sein und dabei reich und glücklich wurde!“ Eigentlich sollte ich ja Die Schrecklichsten Mütter der Welt“ von Sabine Ludwig empfehlen…aber ich schätze ich rate euch zu: „Provozieren erwünscht, aber bitte mit Feingefühl“ von Frank Wartenweiler.
Hört rein bei „Joaf“ – macht leicht depressiv. Im Anschluss dann: RADIO PALOMA reinhören, wirkt neutralisierend.
 
Vielleicht wollt ihr „MOTHER“ gucken? Den südkoreanischen Film. Aber Vorsicht…

(20.7.2015)

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(20.7.2015)

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Frühlingserwachen (März)
 
Der Frühling erwacht, Magnolien erblühen, unsere Nachbarn grillen an und ich hole die Sommergarderobe aus dem Winterschlaf. Zeit für einen Frühlingssong: „Zippedidudei, Zippediei“  (http://www.youtube.com/watch?v=LcxYwwIL5zQ&feature=rel
ated
)
Ich habe eine absolut affengeile Ausstellung für euch: EDVARD MUNCH. DER MODERNE BLICK in Frankfurt in der Schirn Kunsthalle. Wenn ihr mit U5 fahrt, dann am Römer aussteigen, Treppe hoch. „Der Schrei“ ist zwar nicht dabei, aber den kannte ich auch schon aus San Francisco und die anderen dort zur Schau gestellten Werke sind vielleicht sogar noch beeindruckender.
Ansonsten bin ich zu einem großen Banksy - Fan avanciert. Der britische Street – Art Künstler verwandelt inzwischen nicht nur mehr die Fassaden Bristols (seiner Herkunftsstadt). Politisch, bissig, böse, kompromittierend und provozierend bunt spielt er mit den Markensymbolen unserer Zeit, vielleicht kennt ihr die Postkarte von den zwei sich küssenden britischen Polizisten. There is more where that came from. Schaut euch den Mann und seine Kunst mal an.  Für eine geplante Reise nach Bristol empfehle ich „THE NAKED GUIDE TO BRISTOL“, das habe ich in Danzig auf dem ETUI – Seminar zu Organising and Youth Recruiting gelesen und für gut befunden. Sehr beruhigende Nachtlektüre, wenn vor dem Fenster ein Sturm tobt. Und mit polnischem Sturm meine ich nicht „ein bisschen zugig“. http://www.banksy.co.uk/
Ich empfehle euch den Soundtrack zur ersten und zweiten Staffel der amerikanischen Vampirserie „True Blood“. Die Serie ist übrigens auch sehr empfehlenswert. Böse Zungen unkten es ginge nur um Sex und Gewalt, aber wer mit soziologischem (oder einfach kritisch informiertem) Blick auf die Story guckt, der erkennt ganz andere hochpolitische Dimensionen der Serie. Man muss allerdings, wenn man die Serie in englischer Originalsprache schaut (zu empfehlen), eine hohe Dichte an bad words ertragen können.
Und auch dieses Buch ist nichts für prüde Gemüter: „Bunny Tales: Behind Closed Doors at the Playboy Mansion“ von Isabella St. James. Eine clevere, authentische und gewitzte Biographie einer Ex-Bewohnerin von Hugh Heffners Häschenhaus, die weder auf den Kopf, noch auf den Mund gefallen ist.
Zwei gute Filme. Beide mit Taschentuchpotenzial, aber der erste sehr viel schwerer und dramatischer als der zweite. „Das Piano“ mit Holly Hunter und der atemberaubenden Anna Paquin. Sie erhielt damals im Alter von 11 den Oscar für die beste Nebenrolle. Ein bittersüßer Film, düster, tragisch, wahnsinnig gut. Der zweite Film „Mit dir an meiner Seite“ mit Miley Cyrus. Ja, genau die plastik-rosa Disney Figur, die in diesem Film aber tatsächlich einen Entwicklungsfortschritt zeigt. Man denkt nicht eine Sekunde lang an eine Disneyserie. Gut, da ist eine große Portion Kitsch dabei, aber die wird auf der Hälfte des Filmes durch ernstere Töne verdrängt und macht den Film unique. Empfehlenswert schön.
 

(20.7.2015)

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Kulturkaff (Mai)

 

Das Moers Festival (ehemals „Jazz Festival“) ist da und bringt gemeinsam mit der Vorsommersonne auch den Clash of Culture in meine Heimatstadt. Heute ist Südostwind, ich höre die Kirchenglocken und von ganz weit her ein monotones Trommeln. Es riecht ein wenig süßlich und nach Wasser. Jazzfestivalbesucher haben gestern wohl nicht „Sex and the City“ geguckt, sie hatten das live…

Ich gucke auf Weinlaub, Bougainvillea- und Jasminblüten und esse Melonen. Ich fühle mich nicht wie in Griechenland.

Die TAZ schreibt ein paar nette Dinge über Lena Meyer- Landrut. Fällt das nicht nach GEMA – Regeln unter „aufgedrängte Musik“? Und die Financial Times Deutschland berichtet über steigende Immobilienpreise trotz Finanzkrise. Ich denke übers Wohnen nach. Übers Verankern, Umziehen, Aussuchen, Einquartieren, Lebensqualität, Wohnorte, Einrichten, Hinwollen, Bleibenwollen, rastlos oder angekommen sein. 

Man(n) will also weg aus dem „Kaff“. 110 00 Einwohner, Theater, Kino, Cafes, Einkaufsmeilen, Festivals, Parks, Schloss, See, Schwimmbäder, Tanzschulen, Einrichtungen, Stadtfeste, Clubs, Bars, Natur, Discotheken, Zentralbibliothek, Bahnhof, Schulen, Konzerthallen reichen nicht mehr aus. Es muss jetzt der Metropolen-Loft sein. Aber nicht Metropole-Ruhr. Fernsehgerecht zubereitet. Maklersendungen sind doch völlig real, oder? Wie war das mit dem Abspann?  „Die gezeigten Personen und Handlungen sind frei erfunden oder nachgestellt“…aber wer guckt schon den Abspann?

Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass er steht auf dünnem Eis…

Und jetzt raus mit euch in die echte Welt!

Dabei hören kann man „Quiet Songs“ vom Aisha Duo oder den Soundtrack von „Palermo Shooting“. Meine eigene Musik empfehle ich euch lieber nicht!

Dabei lesen kann man „Der Tänzer“ von Colum McCann oder „Iskender“ vom Wuppertaler Kollegen Hermann Schulz.

 

 

(20.7.2015)

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Frohes Fremdeln? (Mai)

 

Wiedergekommen aus der Fremde und der vertrauten Fremde. Dresden, Bautzen, Berlin, Hamburg, London, Ruhrgebiet und weitere Zwischenstationen.

Habe gefremdelt. Ist der RückWEG jetzt das ZIEL? Muss man fortgehen, um wiederkommen zu wollen? Oder was wenn man gar nicht weg will, aber man weggewollt wird und am Ende denkt man nur, man wollte weg, um nicht mit dem Gefühl leben zu müssen gegen seine Überzeugung gehandelt zu haben?

Vielleicht ist der Weg auch eine Einbahnstraße, oder ein Etappenlauf? Ist es woanders wirklich so anders? Das Gedrängele nach draußen. Eindrücke sammeln, in eine große Tüte stecken und Zuhause aufessen, nicht nur mitbringen.

 „Die Fremde lässt jeden Traum sterben, bis man frei ist, ihn zu leben“, heißt es in „Jakobs Weg“ (Dirk Brall). Macht denkmutig, träumlustig, fragetüchtig und wundersüchtig. Reinlesen, durchlesen! Oder taucht kurz in Feridun Zaimoglus Kurzgeschichten ein( „12 Gramm Glück“) .

Wer abstruses Schmunzeln mag, sollte sich unbedingt mit Paul Jennings beschäftigen. Alle seine Kurzgeschichtenbände schießen den Vogel ab!

Hören? „The Yellow Room“ von „A Minor Bird“ oder auch “Joyland” von “Andy McKee”.

(20.7.2015)

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SOULMATE (März)
 
Gibt es so etwas wie SEELENVERWANDTE? Das mediale Massenpublikum jedenfalls scheint danach zu suchen. Googlet man „Soulmate“, kommen 37.100.000 Einträge. Natasha Bedingfield singt vom „Soulmate“, Vampirbestseller gründen auf dieser Idee und Partnerschaftsagenturen werben mit Matchingtechnologien.  Habt ihr schon mal einen Seelenverwandten getroffen? Den beflügelnden Menschen, inspirierenden, den das selbe bewegt wie dich, der über dieselben Kleinigkeiten lacht und für die selben Überzeugungen kämpft. Der dieselben Leute nicht leiden kann und sofort versteht, wenn dir jemand besonders lieb ist. Jemand dessen Augen deine eigenen Spiegeln und doch nicht den außergewöhnlichen Reiz verlieren. Diese Gedanken lassen sich in den letzten Tagen nicht aus meinem Kopf verdrängen.
Noch was Anderes: Der Spruch des Jahres ist für mich „If its important to you, you’ll find a way. If not, you’ll find an excuse”. Das sticht so mitten ins Herz, das würde ich am liebsten jeden Tag twittern oder facebooken.  
Wichtig für mich ist zum Beispiel auch das Kinderhilfsprojekt „FEED THE CHILDREN PROGRAM“ der philippinischen Gewerkschaftsjugend. Im Stadtteil Payatas steht der größte Müllberg Manilas. Ca 30 000 Menschen leben rund um diesen Berg. Die Kinder suchen unter beißendem Gestank, im Rauch des verbrennenden Mülls und giftiger Chemikalien jeden Tag nach recyclebaren Materialien, die sie verkaufen oder weiterverarbeiten können. Sie leben in ärmlichsten Verhältnissen ohne Strom oder fließendes Wasser.  Die Gewerkschaftsjugend Manilas wendet sich an Familien mit unterernährten Kindern. Im FEED THE CHILDREN PROGRAMM erfahren die Kinder eine medizinische Erstversorgung. Sozialarbeiterinnen besorgen Lebensmittel und kochen für die Kinder einmal täglich eine Mahlzeit. Am Ende soll das Kind ein Gewicht erreicht haben, das es vor dem Verhungern bewahrt. Für jedes Kind werden ca 25 Cent pro Tag benötigt. Gemeinsam mit meinen Kollegen vom AK INTERNATIONAL (ver.di) unterstütze ich das Projekt in Manila.
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Meine Buchempfehlung ist mal wieder ein Kochbuch. Aber ein ganz Besonderes. „Vegan Wondercakes“. Deliziöse Tortenträume ohne tierische Inhaltsstoffe. Genial!! Außerdem ist das Buch nicht nur ein guter Ratgeber, sondern durch das charmante Layout auch eine schöne Badewannenlektüre. Und dann bitte mit dem „Magic Mushroom Schaumbadhttp://www.lush-shop.de/magic-mushroom-schaumbad.2582.html  
Wenn nicht mein fischformiges Badezimmerradio (das Auge ist der Lautstärkeregeler) dröhnt, dann schallt dann das neue Deichkind Album aus dem CD-Player oder durch die In-ear-Kopfhörer „Befehl von ganz unten“. Und „Hungry Eyes“ von CULCHA CANDELA sowie „Heart Skips a beat“. Wer Lust auf viereckige Augen hat, dem empfehle ich „Ich, einfach unverbesserlich“. Ich habe Tränen gelacht. Meine Lieblingsfigur ist Agnes. Nicht nur wegen der rosa Mütze. Und für trashige DVD – Abende eignet sich auch der Hamburger Film „Rocker“. Der ist so schlecht, dass er schon wieder gut ist und die Filmzitate haben „Verselbstständigungs-Potential“.  

(20.7.2015)

Wo läuft der Hase? (März II)

 

Heutzutage belügt man. Heutzutage betrügt man. Man ist dann „strategisch klug“, man ist dann „pragmatisch“ oder „überlegt“ man „wägt ab“, man „kämpft“, weil man ja „weiter kommen“ will, weil es „eben so läuft“. Und wo läuft der Hase?

In DEM GESCHÄFT – klar – aber auch in DIESER BEZIEHUNG und unter DIESEN UMSTÄNDEN und natürlich in DIESER SITUATION.

Und wer da nicht mitmacht ist schließlich dumm, oder? Schließlich kommen wir doch aus dem gleichen Stall, oder? Sind aus dem selben Holz? Noch vom alten Schlag? Und deshalb hält man zusammen, oder kann einfach nicht anders? Hat einfach keine „andere Wahl“? Es ist doch eigentlich alles anders als man denkt…Vielleicht irre ich mich?

Es gibt allerdings auch ein ganz anderes Menschenbild, das diesen provokanten Sätzen ins Gesicht schlägt. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Und vielleicht steckt hinter all dem ja auch ein tieferer Sinn. Schließlich habe ich in den vergangenen Wochen mindestens fünf großartige Menschen kennen gelernt, die ein Lachen mit mir teilen wollten. Und die Geschichte vom Hasen und dem Igel mochte ich noch nie…J

Was in Büchern steht, kann Kunst sein. Jacqueline Rush Lee dagegen macht Kunst aus Büchern. Märchenhaft, bizarre Schönheiten aus einst bedrucktem Papier entwirft diese außergewöhnliche Künstlerin. Lust? (http://www.jacquelinerushlee.com)

Ein Buch, das noch in seiner Ursprungsform anschauenswert ist:  „Lucky Man“ von Michael J. Fox. Ja – eine Filmstarautobiographie, Nein – kein Hochglanzschund!  (Frage an die Übersetzer: Warum übersetzt man den englischen Buchtitel „Comeback“ im Deutschen mit „Lucky Man“???!!! Frag ich mich als Frau…) Nichtsdestotrotz ein begeisternd ehrliches Buch, was nicht nur literarisch überzeugt, sondern auch auf die Parkinsonforschung aufmerksam macht und sich behutsam aber authentisch mit dem Verlauf der Krankheit und ihrer Auswirkung auf das alltägliche Leben beschäftigt – ohne in Gefühlsdudelei zu versinken.

Was auf die Ohren? Darf ich vorstellen: FUERTE. Anspruchsvoller Alternativrock. (http://www.myspace.com/fuerterock 

(20.7.2015)

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Leopardenlook und essbare Bücher (März)

Auf der Verleihung der Goldenen Kamera 2010 beendet Schauspieler Matthias Schweighöfer seine Gewinnerrede mit „Kinder sind das Wichtigste und das einzige, was wirklich zählt“.  (Hätte er nicht allein schon dafür einen Preis verdient???) Literaturnobelpreisträgerin Pearl S. Buck sagt „Kinder, die man nicht liebt, werden Erwachsene, die nicht lieben“.

Um die Ecke ist ein Nagelstudio pleite gegangen – jetzt verkaufen sie dort „Kinder“-Mode. Im Schaufenster hängen karierte Miniröcke mit integriertem Strasssteingürtel, die passenden Overknees-Strümpfe und Stiefel stehen direkt daneben. Wenn man das Leopardenlook-Tanktop nicht mit dem Rock kombinieren möchte gibt es etwas weiter hinten im Laden Hotpants (Jeans oder Satin mit einem Totenkopf aus Glitzersteinen auf der rechten Potasche).

Am Valentinstag hat Celebrity- Youngstar Noah Cyrus (9 Jahre, Schwester von Disney-Star Miley Cyrus) ihre eigene Modelinie vorgestellt. Busenfreundin Emily Grace ist bereits für Kreationen wie diese bekannt:

http://www.oohlalacouture.com/index.cfm?fuseaction=collect
ion.list

Der neue Trend also: Kinder, die wie kleine Erwachsene aussehen. Erschreckend, finde ich. Oder was meint ihr?  

Der Kindle…Ist der Kindle der Gameboy für diejenigen, die schon alle Nintendo64 Spiele haben? Verzweifelte Mutter sucht passendes Geschenk für lesefaules Kind? Oder ist es jetzt einfach cool, einen Kindle unter Arm zu tragen und sich „Zweiohrküken“ mit den Originalstimmen vorlesen zu lassen. Also das neue Status-Symbol für hippe Geschäftsmänner? Während der Herr mit Nadelstreifenjacket und Turnschuhen auf dem iPhone die Börsenkurse abfragt und einen Starbucks Chai-Tea-Latte nippt, kann er parallel „Das Kapital“ von Karl Marx auf dem Kindle verfolgen? Wann wird man eigentlich die ersten Spiele runterladen können? Gibt es jetzt bald Apps für den kindle? (Das Iphone einer Freundin sagt beispielsweise „Its Britney Bitch!“ wenn man es schüttelt...zitiert der Kindle bald Bestseller und große Literatur wenn er runterfällt???)

Ich bin dafür, eine Duftdüse an dem Ding anzubringen, damit es nach Buch riecht….was meint ihr?

Weitaus interessanter finde ich da schon eine andere Sache. Am 1. April findet nämlich jedes Jahr das Festival der essbaren Bücher statt. Klickt mal rein unter:

http://www.books2eat.com/Books2eat/books2eat.html

Lest „Baal“ von Bertold Brecht. „Das Leben des Galilei“ ist schön, ästhetisch, recht harmlos. „Baal“ ist echter.  Außerdem empfehle ich „Vorstadtkrokodile“ von Max von der Grün. Er war ein großartiger Mensch und ein sehr guter Freund…

Was hört man zur Zeit dazu? Am besten…. „Tonspur“ (http://www.myspace.com/kopfkinojazz)

(20.7.2015)

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Was meint ihr dazu?

 

Zwar wollte ich ja über Flüssigkeitsverlust in Bibliotheken schreiben, über das Schweigen im Bücherwald und die Unterzuckerungsmisere beim Rechercheblättern. Alles Freiheitsberaubung beim Versuch der Wissenserweiterung – könnte man so sehen.

Das habe ich aber wegen „Null Bock“ auf Stress fallen gelassen…

Dann gäbe es also 5te-Jahreszeit-gemäß noch ganz aktuell die Hoppeditz-Humoreske mit Menschen die sich zu Affen machen, was eindeutig auf die enge Verwandtschaft hin deutet. Ich muss schon sagen, die Versuchung war groß, denn der Reiz ist groß und die Versuchung auszuflippen, anders zu sein, im Rausch zu versinken beschäftigt die Menschen schon seit Tausenden von Jahren. Wer wäre nicht gerne einmal Pirat, Maus oder Ritter? Habt ihr dazu noch Fragen?

Heute ist Weiberfastnacht. Ich weigere mich Krawatten abzuschneiden. Machtgewinnungsmaßnahme die materiellen sowie Ehrenverlust nach sich zieht. Wenn man es so überlegt trifft man damit wirklich die empfindlichsten Punkte eines Mannes, oder?

Ach, und da gibt es da ja gerade noch diesen Sturm im Wasserglas…wie bekenne ich mich zum Abschreiben (Plagiat) und was schriebe ich am liebsten ab? Wie nutzt man negative Werbung für sein Problem und wie kommt man als großer Verlag in die Medien?

Inspiration bringt mir das Album „Beloved Enemy“ von „Jesus on Extasy“. Vielleicht euch auch?

Musik ist für mich momentan auch das gesprochene Wort von Matthias Schweighöfer in „Die Lewins“. Bittersüßes Grauen. Das ist ein Hass-oder-Liebe-Roman. Da gibt es kein Zwischending. Mein Ipod gehört diesem Hörbuch.

Außerdem lege ich euch „Whisper“ von Isabel Abedi ans Herz. Massentauglicher als die Lewins. Nicht nur die Frau (Abedi) ist genial, auch das Buch!  

 

(20.7.2015)

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(20.7.2015)

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Hocus Pocus - Ich mache alles anders!!

 

Mit dem Jahreswechsel gehen die Änderungswünsche einher…Ein kleiner Schwung mit dem Zauberstab und nächstes Jahr wird alles anders!!! Die 24-Uhr Grenze ist überschritten!

HIERMIT VERLASSEN SIE ALTEN BODEN. HERZLICH WILLKOMMEN IM NEULAND!

Wir werden 2010 also alle schöner, erfolgreicher, ordentlicher, reicher, zufriedener, zuverlässiger, entspannter, freier, gesünder und natürlich dünner. Ach was sag ich, richtige Sportskanonen. Die Fitnessstudios werden im Januar überquellen mit Situp-Süchtigen-Schweißtropfen-Sammlern…ab
er…was passiert eigentlich mit all diesen Liegestützen-Liebhabern im Februar? Wo ist plötzlich im 2. Abschnitt des Jahres die ganze Zeit hin, die man doch statt im Job mit den Menschen verbringen wollte, die einem am liebsten sind? Warum verdammt noch mal ruft im kürzesten Monat die große Liebe aufgrund von Netzproblemen und zu teuren Auslands-SMS nicht mehr zurück? Wieso ist die Praktikumsstelle nach den ersten 30 Tagen jetzt plötzlich unbezahlt? Und…warum hab ich eigentlich gerade dieses riesige Stück Marzipansahnetorte gegessen?!

Wir sind ein Krankheitserreger. Nein, ich spreche nicht von Schweinegrippe…wir sind vom Typ omniresistent.  Der Kalender ist Schnee von Gestern. Schnee schmilzt. Und heute scheint die Sonne. Warum also in den viel zu warmen Schuhen, die man sich damals im Rausch der Neujahrseuphorie gekauft hatte, laufen?

Welche Vorsätze von 2008 habt ihr 2009 in die Tat umgesetzt? Oder könnt ihr euch vielleicht schon gar nicht mehr erinnern?

Auf jeden Fall müssen wir uns nächstes Jahr wohlfühlen! WWW – Wohlfühlen wird wichtig.

Die Märchenwelt Computer kann uns dabei helfen. Mein letzter tweet war ein RT an SNOWWITTCHEN, ich weiß nämlich genau, dass ZWERK** in seinem hinterlistigen tweet mich gemeint hat, bin ja nicht von gestern…später werd ich was auf facebook posten um HExxE einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dass heute giftige APPLE im Korb liegen weiß doch jedes Kind. Schließlich war’s bei myspace im BULLETIN!! Wenn ich dieses Widget downloade, kann ich SNOWWITTCHEN warnen. Muss wohl SKYPEN…bei msn ist sie im DORNRÖSCHENSCHLAF… 

Ach ich vergaß…Schneewittchen wird wohl doch den Apfel essen…schließlich ist doch kein vernünftiger Mensch heutzutage bei solchen Communities angemeldet! Und niemand schaut Dailysoaps, keiner kauft die BILD und nicht einer hat den Hannah Montana Kinofilm gesehen…oder? (Bom-Clap-Bom-Clap-dee-Clap)

In meinem CD-Player liegt der „ZweiOhrKüken“-Soundtrack. Meine Buchempfehlung: „Ballettschuhe“ von Noel Streatfeild und „Glück kommt selten allein“ von Eckart von Hirschhausen.

 

 

(20.7.2015)

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Adventszeit. Adventszeit ist die Zeit des Wartens.

 

In diesem Zusammenhang fällt mir auf, dass wir eigentlich 80 % unseres Lebens mit Warten verbringen!

 

Die  Weihnachtswarteschleife hat zumindest einen Vorteil gegenüber der üblichen Chamäleonstarre: Man kann sich hundertprozentig sicher sein, dass am Ende das erwartete Ergebnis steht. Ob das nun in eine Torten-, Gänseschenkel- oder Verbalschlacht oder friedlich besinnliche Glücksstunden ausartet ist eine andere Geschichte…

 

Während ich meditativ darauf warte, dass die Waschmaschine meine zu heiß eingestellte Bluse lebendig und hoffentlich nicht auf Puppengröße geschrumpft ausspuckt, ist das Spritzgebäck längst im Ofen verbrannt und das Handy hat immer noch nicht gepiepst. Du wolltest nur noch auf den einen Anruf warten, den du erst kriegst, wenn der Termin gelaufen ist, für den der Raum noch nicht frei ist, bevor nicht der eine Typ angekommen ist. Aber der hat zu lange auf die Ausfahrt gewartet und sie dann verpasst, jetzt hofft er, dass der Stau sich gleich auflöst, und sehnt sich schon der Zeit entgegen wenn er endlich wieder RadioMultikulti hören kann. Aber die Werkstatt hat frühestens nächste Woche das Ersatzteil, weil sein Vorgesetzter sich nicht entscheiden konnte…

 

Auch verbrannte Plätzchen darf man erst abgekühlt essen (Backpulverbauchweh…) und die Bluse passt eventuell der Nachbarskatze. Glückliche Gefühle haben mich schon erwartet und erwischt. Jetzt fällt mir ein, was ich meine Freundin Jenny noch fragen wollte, aber die ist frühestens in ein paar Stunden online (Australische Zeit).

 

Und wie vertreibt man für gewöhnlich die Wartestrecke? Mit einem Buch das Sofa besetzen oder den Gameboy rausholen?? Den Fernseher anschalten und rumzappen bis die Lieblingssendung kommt?? Noch mehr WARTEN….

 

Am besten erst mal ein Schluck Kaffee, denke ich…aber das dauert mindestens noch 10 Minuten bis die Maschine startbereit und durchgelaufen ist. Frustriert werfe ich mich in Schal und Mantel und stapfe zum nächsten Starbucks und was erWARTET mich da? Schlange stehen….bis vor die Tür! Muffins kommen erst morgen wieder…

 

„Warten auf Godot“ kennt ihr das? Auch ziemlich frustrierend, der Kerl. Aber interessant. Als literarischen Adventskalender zum Allein- oder Vorlesen habe ich in diesem Jahr Jostein Gaarders „Weihnachtsgeheimnis“ ausgewählt. „I’ll be waiting“ (Lenny Kravitz) brauch ich nicht mehr zu hören…Bei uns liegt eine ganz persönliche x-Mas CD im Player. Ansonsten empfehle ich „All I want for Christmas is you“… Worauf wartet ihr noch? Wie verkürzt ihr euch die Wartezeit? Seid ihr ein gerne-warten-Typ oder werdet ihr schnell ungeduldig!!

 

Nicht mehr warten - schnell antworten!! :))  

(20.7.2015)

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Heute erzähle ich euch mal einen vom Pferd….

 

Heute erzähle ich mal einen vom Pferd. Ich liebe Pferde. Esel mag ich auch. Eine der momentan teuersten Zuchtstuten heißt….LEONIE!

Ich habe sämtliche Sachen vom Tisch geräumt, damit ich mal einen klaren Kopf kriege. Die Umgebung ist inzwischen so klar definiert und durchsichtig, das mein Blick wieder weit in die Ferne schweift.

In Berlin sind 7 Grad. Die Mauer ist erneut gefallen. Ich bin beteiligt.

Spritzgebäck, Lebkuchenherzen, Datteln. Das kann man also ab Oktober beim Am-Kamin-Gedanken-Sammeln naschen? Er brennt noch nicht – es geht nur um die Atmosphäre! Wer keine Croissants will muss Pizza essen…

In meinem Lieblingslokal gibt es nie das, was ich bestelle. Heute wollte ich Curryreis. Ich bekam Pasta. Das nennt sich jetzt Eventgastronomie??

„STARGIRL“ von Jerry Spinelli. Genial. Zum „Immerwiederlesen“. Dazu „He is a pirate“ - aber die Klaviersoloversion!!

 

(20.7.2015)

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Lesefutter, Museumsmarathon und vegetarische Vampire

 
Für mich hängt die Qualität eines Buches ganz stark von seinem Geschmack ab. Ja – von seinem Geschmack! Nein – ich lutsche nicht an chlorfrei gebleichten Seiten und wenn ich von leckeren Büchern spreche, denke ich auch nicht an meine heißgeliebte „Jamie Oliver“ – Sammlung….
 
Mein „LeseFUTTER“ ist (gerade mal wieder und schon oft zuvor) „Tote Seelen“ von Gogol. Ich gebe zu, das klingt nicht sehr schmackhaft, aber für mich ist das ein 12-Gänge-5-Stern-Menü ohne Prestige-Kochmütze. Gogol ist so flüssig, das er garantiert nicht krümelt. Also Bett-geeignet. Aber auch als Zwischensnack perfekt – egal wo und wann man wieder einsteigt.
„Löcher“ von Louis Sachar erinnert mich in seinem literarischen Tasting stark an „Centerschock“-Kaugummis. (Aus Sicht einer Ernährungsberaterin sicher nicht besonders empfehlenswert…) Von außen leicht bitter und vor allem extrem sauer. Das absolute Zungenfeuerwerk (Weasleymäßiges Geschmackserlebnis – vgl. Harry Potter) und von innen so klebrig, harmonisch süß, das man gar nicht zu kauen aufhören will. Wer diese Dinger schon in der Grundschule als Tauschwährung anerkannte, der spürt noch heute das kribbelnde Gefühl. Und genauso ist Sachars „Löcher“ nicht nur für junge Menschen empfehlenswert – ganz im Gegenteil.
 
Welche Bücher schmecken euch??
 
Ein chaotischer, glitzernder, wortreicher, explosionsartiger Monat lieg hinter mir. 
 
Was lag an? Museumsmarathon in Berlin (Thomas Demand, Surrealisten, Bauhaus, Gropius Bau etc…) Und warum? Geisteswissenschaftliches Kolleg mit Pyrotechnik am See, Philharmonie und rauchenden Köpfen.
 
Ich wurde fast aus der Nationalgalerie geworfen,(!) weil Miro und meine Nasenspitze sich zu nahe kamen... So viele großartige Menschen, knallbunte Eindrücke und geballtes Wissen, mein Kopf gleicht einem Heißluftballon und ich versuche oben schwebend einen Überblick zu bekommen. Das Thema „Schön kaputt – Zerstörung in der Kunst“.
 
PUFF! Der Luftballon platzt, ich komme wieder auf dem Boden der Tatsachen an und muss in der Nacht noch weiter: Pressekonferenz der „RingCon“ in Bonn. Ich stolpere über einen Gryffindorschal, klatsche bei zwei Orks ab und flüchte vor einigen vegetarischen Vampiren.
 
Und dann: Tag der Deutschen Einheit. Gemeinsam mit den „Jungborn Brass“ singe ich ein Charity-Konzert. Von der Nationalhymne geht’s über Whitney Houston und Hercules bis zum Final Countdown.
 
Aus meinem PC klingt übrigens gerade „LOVE“ (Nat King Cole), aber ich will raus, die Herbstsonne über mein Gesicht wandern lassen und Blätter und Ideen sammeln. Es ist heißkalt bittersüß warm. Ich suche die Strickjacke raus und trage meinen neuen blauen Lieblingsschal nur aus ästhetisch modischen und emotionalen Gründen – bei blau denke ich an meinen Lieblingsmenschen…

(20.7.2015)

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MEIN LITERARISCHER KLEIDERSCHRANK

 

4. September 2009

„VS?“, fragt meine Freundin Meike bei einem Latte Macchiatto. „Was ist das denn?“

Nein, es handelt sich NICHT um eine neue Dailysoap, eine Greenpeace-Gruppe, eine Studentenverbindung, eine Yoga-Disziplin oder gar eine Schüler-Vertretung. Der VS ist der „Verband Deutscher Schriftsteller“.

„Aha“, meint Meike und guckt auf ihre lila Chucks.

Meine Vorstandsarbeit begann gleich mit einem einschneidenden Erlebnis: Ich wurde nach der 1. Sitzung abgeschleppt…

„Echt jetzt?“

Natürlich nicht von meinen sympathischen und engagierten Kollegen, sondern von der Stadt Düsseldorf in Form eines Abschleppwagens. Zu viel diskutiert, Parkuhr vergessen. Dafür nähere Bekanntschaft mit der riesigen Parklandschaft des Düsseldorfer Flughafens gemacht…ein wenig trostlos dort, aber mein Auto war höchst erfreut mich wiederzusehen.

Ich habe es Hugo-Günther getauft nach einem 4-Jährigen, der mir kürzlich im Baumarkt begegnete und davon überzeugt war die Bob-der-Baumeister-Borten seien essbar.

Wollt ihr Sitzungs-interne Details???? Sorry….TOP SECRET!

Aber auf den umliegenden Seiten findet ihr die neuesten News. Durchklicken lohn sich :D

Gestern war IKEA dran. Shoppst du noch, oder isst du schon?

OK, ich gebe zu, die Softeismaschine ist schon einer der wichtigsten Gründe warum ich zu IKEA fahre…ABER: ich habe einen Neuen!!!! Er ist total elegant und gutaussehend….irre vielseitig… und er hat wahnsinnig lange…Schiebetüren. MEIN NEUER KLEIDERSCHRANK!!!

Selbstverständlich hab ich ihn nur für…Bücher…gekauft…und so…ein, zwei Paar High Heels und Pumps eventuell auch…? Der ist sooo groß, da kann man mit nem Auto durchfahren….naja…Bobbycar…also…hochkant!

Was pack ich noch in meinen Einkaufswagen? Ein Lesekissen mit einer Art Prilblumen drauf = Retrochic! Und eine Blumenvase für meine Mom (später wird sie sagen: „Was ist das denn für ein Urinbecher?“) Absolutes Muss: Servietten.

Servietten sind sowieso super! Ssssss! Auf der Fahrt von Duisburg nach Kassel habe ich mit 11 Jahren das Gedicht „Winterpracht“ auf eine Serviette gekritzelt. Aus Angst mein Vater würde die Serviette versehentlich wegwerfen (es gibt da so gewisse Erfahrungswerte…) lernte ich das Gedicht fieberhaft auswendig und beherrsche es noch heute.

Außerdem brauche ich Vanillekerzen! Für die Romantik. Am Sonntag war ich auf einer Ausstellungseröffnung in der Eifel! War es meine eigene? Kein Peil! Da gabs aber auch Kerzen.

„Och dat is ja üdillisch hier!“, sagt eine Frau mit Dialekt. „Üdillisch“ werdet ihr nicht im Wörterbuch finden, gehört aber zur Grundausstattung im Überlebenshandbuch Eifel. Mir fällt sofort ein Gedicht ein und ich verewige mich im Gästebuch malerisch und poetisch auf 2 Seiten. (Jaja, die anderen brauchen auch noch Seiten, ich weiß…sind ja noch 200 da…)

Jetzt liege ich auf meinen Lesekissen in meinem Kleiderschrank und es ist schon eine Macke drin….nicht vom Bobbycar….Was macht diese einsame Schraube dahinten?

MIST! MIST! MIST!

Die hätte in die Schublade gehört!!! Grade lese ich ein klasse Buch. Nicht nur für Indoor-Schranklektüre zu empfehlen: „Young James Bond, Stille Wasser sind tödlich, Teil I“ von Charlie Higson. Dazu mach ich die Schranktür zu – sehr spannend!!!

Aus dem CD-Player kommt „In Good Hands“ von Tom Felton. Draco Malfoy singend an der Gitarre. Und das Best Of – Album von Laith al Deen.

Ich hab da noch ein anderes Buch. Das ist für den Moment aber seeeeeeeeeeeeeeeehr dick („Der Schatten des Windes“, Carlos Ruiz Zafon)!!! Ungefähr so fett wie „Bis(s) zum Morgengrauen“ – aber ohne Bisswunden!!

 

(11.10.2009)

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Anni Rosemarie Becker 11.10.2009 11:51:49

Hallo, liebe Leonie,
wo steckst Du denn?

Viele Grüße
Rosemarie


Anni Rosemarie Becker 23.9.2009 14:35:57

Ja, liebe Leonie, "Das Spiel des Engels" ist auch sehr spannend 711 Seiten lang, es geht auch um Bücher und den Friedhof der vergessenen Bücher, aber für meinen Geschmack zu viel Mordlust für nur einen Roman.
Liebe Grüße
Rosemarie


Anni Rosemarie Becker 18.9.2009 17:16:08

Hallo, liebe Leonie,
soeben habe ich den Folgeband von Carlos Ruiz Zafòn ausgeliehen, ganz frisch angekommen in meiner Bücherei:
"Das Spiel des Engels" - etwas dicker -als Schatten des Windes - aber hoffentlich ebenso spannend. Ich werde Dir berichten.
Gruß Rosemarie


Anni Rosemarie Becker 11.9.2009 15:45:14

Liebe Leonie, (wie das klingt)
Am Mi.9.Sept. habe ich Deine Empfehlung gelesen,
gleich telefoniert und mir das Buch ausgeliehen.
Nun ( Fr. 11.9.) habe ich ausgelesen und bin begeistert.
Es ist zwar nicht seeeeehr dick, wie
Du schreibst, aber seeeeehr gut geschrieben und seeeeehr spannend.
Vielleicht hast Du noch mehr so gute Vorschläge?
Viele Grüße
Anni Rosemarie Becker


Horst Landau 8.9.2009 23:09:11

Sehr gute Leseempfehlung: "Der Schatten des Windes", in dem am Ende der Protagonist mit seinem Sohn verschwindet, ist ein Buch, das Angst macht, in dem man sich verläuft - und schließlich bereichert wieder findet.


Helge 4.9.2009 16:08:44

Hey Leonie,

das macht ja wirklich wieder Lust auf's Lesen. Bin ich der erste hier? Ups...


Barbara Flenker 4.9.2009 16:08:33

Hallo Leonie,
gute Buchempfehlung, "der Schatten des Windes" ... habe mich fast durchgekämpft, ne bin durchgehuscht, so spannend ist es ... immer noch! Liebe Grüße Barbara


Leonie Viola Thöne ist 19 Jahre alt und das

jüngste Mitglied im Landesvorstand des VS.

In ihrem Blog berichtet sie über ihr Leben als Jungautorin,

Lifestyle, Schreibschübe und Wortsalat,

trendige Vorstandsarbeit, Mode,

Hotspots der Kreativität, romantische Abenteuer

und künstlerische Entspannungs-Phasen neben Karrierekicks.

 

(4.12.2009)

 

Von falschen Pferden (November)
 
Auf das falsche Pferd gesetzt? Das passiert. Die anderen Pferde ziehen an einem vorbei, man beachtet sie kaum. Zu fokussiert ist die Konzentration auf den Favoriten. Die Aufmerksamkeit lenkt die Handlung. Tunnelblick. Man eifert, feuert an, umkreist. Auch wenn das Wettpferd längst hinter den anderen abgefallen ist wird die Meinung nicht geändert. Zweifel weggewischt, mahnende „I told you so“ – Gesichter ignoriert oder weggestoßen. Und dann, End of Game und die Hoffnungslosigkeit des Falles drückt sich nun auch in Fakten aus. Wenn der Applaus verklungen, die Tribüne geleert und der Verlierer längst fort kommen die Gedanken. Warum eigentlich nicht an die anderen Pferde geglaubt und in sie investiert? Kann man noch umsetzen? Das Leben ist kein Wettbüro.
Gelesen wird nicht „Shades of Grey“ aber da hinke ich sowieso schon wieder hinter her oder? „Den Hobbit“ hat mein Grundschullehrer uns in der dritten Klasse komplett vorgelesen. Wir lösten dazu Sachkunde Aufgaben und bastelten aus kariertem Papier Fächer, weil die Hitze sich hinter den großen Fensterscheiben staute. Stattdessen jetzt „Sunset Boulevard: Vom Filmen, Bauen und Sterben in Los Angeles“ von Kevin Venneman. Ich meide diese Straße so gut es geht aber ich mag dieses Buch.
So viele Begegnungen in diesem Monat mit verloren gegangenen und dann wieder gefundenen Menschen. Die Suche lohnt und auch das Rufen. Aber vor allem das Hören, auch wenn man manchmal nicht hören will. Über den Stolz springen. Das Herz hüpft.
Auf den Ohren habe ich momentan den Soundtrack zu „Inception“ und den Soundtrack zu „The Social Network“. Inspirationsmusik. Farben fliegen auf die Leinwand. Außerdem meinen Lieblingssong von Cro „Jeder Tag“. Wahre Worte. Mal nachdenken, aufsaugen. Und dann noch „Kreatur“.
Ein Shoutout für meinen Jazz-Freund André Meisner. http://soundcloud.com/andremeisner/sets/kreaturErhat dieses musikalische Wesen mit seinem Saxophon erschaffen. In Los Angeles lief der Weihnachtssender in meinem Auto auf Dauerdudel. Obwohl mindestens 10 Grad wärmer als hier. Ein X-Mas Konzert naht und es werden adventliche Lyrics gelernt. Selten von so viel „Love“, „Peace“ and „Harmony“ im Kopf gehabt. 

(28.11.2012)

 

Von falschen Pferden (November)
 
Auf das falsche Pferd gesetzt? Das passiert. Die anderen Pferde ziehen an einem vorbei, man beachtet sie kaum. Zu fokussiert ist die Konzentration auf den Favoriten. Die Aufmerksamkeit lenkt die Handlung. Tunnelblick. Man eifert, feuert an, umkreist. Auch wenn das Wettpferd längst hinter den anderen abgefallen ist wird die Meinung nicht geändert. Zweifel weggewischt, mahnende „I told you so“ – Gesichter ignoriert oder weggestoßen. Und dann, End of Game und die Hoffnungslosigkeit des Falles drückt sich nun auch in Fakten aus. Wenn der Applaus verklungen, die Tribüne geleert und der Verlierer längst fort kommen die Gedanken. Warum eigentlich nicht an die anderen Pferde geglaubt und in sie investiert? Kann man noch umsetzen? Das Leben ist kein Wettbüro.
Gelesen wird nicht „Shades of Grey“ aber da hinke ich sowieso schon wieder hinter her oder? „Den Hobbit“ hat mein Grundschullehrer uns in der dritten Klasse komplett vorgelesen. Wir lösten dazu Sachkunde Aufgaben und bastelten aus kariertem Papier Fächer, weil die Hitze sich hinter den großen Fensterscheiben staute. Stattdessen jetzt „Sunset Boulevard: Vom Filmen, Bauen und Sterben in Los Angeles“ von Kevin Venneman. Ich meide diese Straße so gut es geht aber ich mag dieses Buch.
So viele Begegnungen in diesem Monat mit verloren gegangenen und dann wieder gefundenen Menschen. Die Suche lohnt und auch das Rufen. Aber vor allem das Hören, auch wenn man manchmal nicht hören will. Über den Stolz springen. Das Herz hüpft.
Auf den Ohren habe ich momentan den Soundtrack zu „Inception“ und den Soundtrack zu „The Social Network“. Inspirationsmusik. Farben fliegen auf die Leinwand. Außerdem meinen Lieblingssong von Cro „Jeder Tag“. Wahre Worte. Mal nachdenken, aufsaugen. Und dann noch „Kreatur“.
Ein Shoutout für meinen Jazz-Freund André Meisner. http://soundcloud.com/andremeisner/sets/kreaturErhat dieses musikalische Wesen mit seinem Saxophon erschaffen. In Los Angeles lief der Weihnachtssender in meinem Auto auf Dauerdudel. Obwohl mindestens 10 Grad wärmer als hier. Ein X-Mas Konzert naht und es werden adventliche Lyrics gelernt. Selten von so viel „Love“, „Peace“ and „Harmony“ im Kopf gehabt. 

(28.11.2012)

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